ZITA ROCK FESTIVAL 2012 – Fotos und Bericht
von Kiyhuri
- Datum : 15. - 16.06.2012
- Veranstaltungsort : Berlin-Spandau, Zitadelle
- Ticketpreis : 36€ / 59€
- Künstler : ASP, Evanescence, Lord of the Lost, Mono Inc., Oomph!, Saltatio Mortis, Staubkind, Zeraphine, The 69 Eyes

ZITA ROCK FESTIVAL 2012 – Fotos und Bericht (© Zita Rock Festival)
Das Zita Rock Festival in Berlin lud in seiner sechsten Auflage vom 15.-16.06.2012 vor der Kulisse der altehrwürdigen Zitadelle Spandau wieder zahlreiche Anhänger der schwarzen Szene zum gemeinsamen Feiern mit einem gut durchmischten Angebot nationaler und internationaler Künstler ein. Rund 7.000 Besucher konnten die Veranstalter am Freitag und Samstag in die Renaissancefestung locken. Ein wie immer ausgewogenes Rahmenangebot aus Händlermeile, Merchandise-Ständen, Verpflegungsangebot, Chill-Out-Lounge und Zusatzangeboten wie dem Fledermauskeller, der EM-Liveübertragung und einigen Autogrammstunden gestalteten das Festival gewohnt abwechslungsreich.
Wer nicht arbeiten musste, wurde bereits am FREITAGABEND vom Opener LORD OF THE LOST empfangen. Die Hamburger um Sänger Chris Harms leiteten frei nach dem Motto des ersten Songs „Live Today Die Tomorrow“ mit düsterem Rock das Wochenende ein. Neben “Black Lolita” und “Dry The Rain” wurde dem Publikum auch das Lady Gaga-Cover “Bad Romance” auf die Ohren gegeben.
Zita Rock Festival 2012 – Lord Of The Lost
Während die Gothrocker ihre Autogrammstunde aufgrund des Ansturmes verlängerten, lieferten OOMPH! im Anschluss eine maritime Bühnenshow. In weiße Matrosenanzüge gekleidet und im Falle von Sänger Dero mit reichlich Farbe im Gesicht heizten die Braunschweiger den Anwesenden ein. Sie gaben nicht nur Titel ihres im Mai 2012 erschienenen neuen Albums „Des Wahnsinns Fette Beute“ zum Besten, sondern trumpften auch mit Klassikern wie “Labyrinth”, “Niemand”, “Gott ist ein Popstar” und “Augen Auf”. Soundtechnisch konnte der Auftritt leider nicht vollends überzeugen, dennoch riss die Band mehr mit als 2009.
Zita Rock Festival 2012 – Oomph!
Energiegeladen und souverän ging es bei den bühnenerprobten US-Amerikanern von EVANESCENCE zu, die pünktlich zur Dämmerung ihren Auftritt starteten. Energiebündel und Sängerin Amy verstand sich darauf, durch permanente Bewegung und ihre kraftvolle Stimme die Menge auf dem Platz der Zitadelle zu elektrisieren. Neben Titeln des aktuellen Albums wie “What You Want”, “Made Of Stone” und “The Other Side” wurden auch altbekannte Songs wie “Going Under”, “Call Me When You’re Sober” und das beinahe obligatorische “Bring Me To Life” aufgetischt. Dass Amy auch durch ruhigere Lieder mitreißt, konnte sie bei den Zugaben am Piano unter Unterstüzung der stimmungsvollen Atmosphäre auf der Bühne beweisen. “My Star” und “My Immortal” sorgten für Gänsehaut und ließen einige Festivalbesuchern mit feuchten Gesichtern zurück, wie ein Blick auf die Umstehenden – interessanterweise in gut durchmischtem Geschlechterverhältnis – verriet. Gegenüber den ersten Bands des Tages konnte nicht nur die Lichtshow, sondern vor allem der um Längen bessere Ton der Band überzeugen. Gingen die restlichen Bandmitglieder neben Powerfrau Amy etwas unter, so stach zumindest Drummer Will Hunt positiv hervor.
Zita Rock Festival 2012 – Evanescence
Der zeitige Start am SAMSTAG ermöglichte den Festival-Besuchern einen Streifzug über das Gelände, um sich von Store zu Store zu bewegen, die Verpflegungsmöglichkeiten durchzuprobieren oder einfach gepflegte Gespräche bei einem Getränk zu führen. Die Preise der Stände bewegen sich im gängigen Festival-Rahmen. Typisch Bio-Hauptstadt Berlin gab es, wie auch schon die Jahre zuvor, ein ausgewogenes Angebot vom Fischbrötchen über Grillgut bis hin zur vegetarischen Currypfanne. Auch getränketechnisch wurde weiter differenziert als zwischen heiß und kalt: Kaffee, Alkoholfreies, Mixbier, Bier, Met, Liköre und Cocktails führten dazu, irgendwann die wie immer recht sauberen Toiletten aufzusuchen. Wie in den vergangenen Jahren durfte man erneut ein 0,5 l-Tetrapak mit auf das Festivalgelände nehmen, der beim wie immer reibungslosen Einlass ohne Beanstandungen durchgewunken wurde.
Beinahe schon ‘as usual’ durften STAUBKIND die Bühne eröffnen. Trotz Getröpfels und noch nicht ganz ausgeschlafenen Publikums bildete der 40-minütige Tagesauftakt einen gelungenen Einstieg. Titel wie „Da ist viel mehr“, „Ein Traum der nie vergeht“, „So nah bei mir“ und „Kannst du mich sehn“ ließen die Regenschirme im Takt zum Gesang Louis Mankes wippen.
Zita Rock Festival 2012 – Staubkind
Romantisch ging es auch mit dem Heimspiel von ZERAPHINE weiter. Mit “Lieber allein”, “Stop pretending”, “Louisa” und “Die Wirklichkeit” erfreute Sänger Sven Friedrich die Fan-Herzen. Bei einem solch traditionellem Ablauf und der ohnehin passenden Wetterbedingungen durfte natürlich auch “Be My Rain” nicht fehlen. Die Nachlässigkeit der Tontechniker fiel hierbei zum ersten Mal stärker ins Gewicht: Zwar konnte man sehen, dass gesungen wurde, ans Publikum wurde der Text jedoch für mindestens einen Song nicht weitergetragen.
Zita Rock Festival 2012 – Zeraphine
MONO INC. eröffneten ihr Set im Anschluss mit “Temple of the Thorn”. Als mittlerweile feste Instanz des Zita Rock erwartete man zwar keine großen Überraschungen – dennoch versteht sich die Band ausgezeichnet darauf zum einen für gutes Wetter und zum anderen für ein begeistert mitsingendes und jubelndes Publikum zu sorgen. “Viva Hades”, “Voices Of Doom” und das akustische “The Passenger”-Cover rundeten den Auftritt ab. Auch neues Material wurde vorgestellt: Zum Titel “After The War” ist im August ein gleichnamiges Album sowie eine Tour im Oktober geplant.
Zita Rock Festival 2012 – Mono Inc.
Die Spielleute von SALTATIO MORTIS brachten eine Prise Mittelalterrock in das sonst sehr klassische Goth-Rock-Ambiente. “Wer Wind sät” und von “Prometheus” und “Falschen Freunden” singt, der darf auch Crowdsurfen. Mit dem Aufruf “Zeigt mir die Zitadelle!” ließ Sänger Alea, der unter anderem durch akrobatische Einlagen einen wesentlichen Anteil an der Dynamik der Band trägt, seinen Worten Taten folgen und sprang ins Publikum.
Zita Rock Festival 2012 – Saltatio Mortis
Internationaler wurde es am Samstag mit THE 69 EYES. Die Finnen bewegten das Publikum mit einem Best-of aus “Lost Boys”, “Gothic Girl”, “Feel Berlin” und anderen Hits. Der Platz vor der Bühne war gut gefüllt, wenngleich sich, wie schon öfter im Laufe des Tages, eine lange Schlange zur Autogrammstunde ZERAPHINEs gebildet hat.
Zita Rock Festival 2012 – The 69 Eyes
Den Abschluss des Zita-Rock 2012 bildete, wie bereits zwei Jahre zuvor, ASP. Davon abgesehen, dass Fotografen keinen Zugang zum Fotograben erhielten war irgendetwas anders…Mit dem neuerem Material und neuer Besetzung im Gepäck veränderte sich nicht nur die übliche Setlist, sondern Sänger ASP schien dank neuer Haarpracht der Farbe schwarz eingehender huldigen zu wollen. Auch der exzessive Einsatz von Pyrotechnik und Schaum-/Kunstschnee war eine Veränderung. Die gängigen Titel wie “Und Wir Tanzten”, “Werben”, “Ich Bin Ein Wahrer Satan” sowie “Ich Will Brennen” kann inzwischen wohl jeder mitsingen – wie es vom Publikum auch eindeutig demonstriert wurde.
Zita Rock Festival 2012 – ASP
Wer wollte, konnte sich im Anschluss noch auf die Aftershowparty in den Pulverturm verirren. Durch verwinkelte Gänge folgte der geneigte Discogänger der Musik; nach jeder Biegung erwartete man die Tanzfläche, bis man sie tatsächlich irgendwann gefunden hatte – arme Raucher! Die Ausstattung war erfrischend minimalistisch, man ließ einfach die Location wirken. Wenige Strahler illuminierten das Gewölbe, ein einsamer DJ schmiss die Titel im Laptop an und scheiterte nach viel Gequatsche an der Technik. Das Publikum konnte die Stille zwar durch seine gute Laune überbrücken, doch die dritte Wiederholung derselben Titel zog einen merklichen Schwund nach sich.
Fazit: Das Zita Rock Festival präsentierte sich auch 2012 wieder als toller Opener der Festivalsaison für die Berliner Goth-Kultur, dessen Erfolgsstory aber schnell kippen könnte, wenn in den nächsten Jahren keine nennenswerten Änderungen am Line Up vorgenommen werden. Positiv ist auf jeden Fall, dass Berlins schwarzes Festival zunehmend internationaler wird, nach wie vor nicht ausufert und zudem sehr gut organisiert ist.











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"Fotografieren ist wie schreiben mit Licht, wie musizieren mit Farbtönen, wie malen mit Zeit und sehen mit Liebe." (Almut Adler) ...und immer passend für den Graben: "Fotografieren ist wie Bogenschießen. Richtig zielen, schnell schießen, abhauen." (Henri Cartier-Bresson)