W.A.S.P. - Babylon
von blackrose
- Verlag : Demolition Records / Intergroove
- Bewertung : 8 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 16.10.2009
- Spielzeit : 43:29 min
- Inhalt : auch als limitierte Gatefold Picture LP erhältlich

W.A.S.P. - Babylon (© )
Es ist soweit! Die Mannen um Blackie Lawless melden sich zurück und bringen mit “Babylon” erneut ein Konzeptalbum auf den Markt.
Thematisiert werden die biblischen Visionen über die vier Reiter der Apokalypse, mit denen sich Frontmann Lawless ausführlich auseinander gesetzt hat.
Entstanden ist somit ein durchdachtes Album, welches an Feuer-Motiven nicht mangelt.
Trotz einer durchschnittlichen Songlänge von knapp fünf Minuten prescht “Babylon” wie eine Dampfwalze an einem vorbei bzw. auf einen ein und eröffnet das Spektakel mit “Crazy”, welcher bereits vorab als Single veröffentlicht wurde. Rockige Gitarren starten in den Song und werden ergänzt durch W.A.S.P.-typischen Schlagzeugrhythmus. Kaum fängt Lawless an zu singen, werden Erinnerungen an Hits wie “L.O.V.E. Machine” oder “I Wanna Be Somebody” wach.
“Live To Die Another Day” vermag sich ebenso in die alten Ohrwürmer der Metal Veteranen einreihen. Hier überzeugen besonders die Eingängigkeit des Refrains und das Gitarrensolo gegen Mitte des Songs.
Ziemlich nahtlos sind die Übergänge zu den einzelnen Songs gestaltet. Da sich viele auch ähnlich anhören – W.A.S.P. eben – fällt es oft nicht auf, wenn ein neuer Track beginnt. So auch bei dem ‘feuerlastigen’ “Babylon´s Burning”. Jedoch sorgen galoppierende Gitarrenriffs für nötige Härte im Refrain, während die Strophen fast 80er Heavy Metal Feeling aufkommen lassen. Obligatorisch fehlt auch hier die magische Zahl 666 im Text nicht, wie sie einst in Songs von 80er True Metal Bands ein ‘must have’ war.
Das Leitmotiv ‘Feuer’ findet sich ferner namentlich noch in “Burn”, einem Deep Purple Cover, “Into The Fire”, eine gelungene und gefühlvolle Halbballade, und “Seas Of Fire”, welches mit einem verhältnismäßig langen Instrumentalintro daherkommt. Einfallsreich? Nicht wirklich, aber immerhin ein roter Faden. Der Songaufbau eines jeden Liedes ist ebenso ‘einfallsreich’ gestaltet. Überall darf Doug Blair sein Können im Gitarrensolo zeigen. Dies absolviert er mal mehr und mal weniger spektakulär.
In “Thunder Red” driftet man durch dreckig klingenden Gesang fast schon in die Motörhead Schiene ab. Auf Dauer ein wenig anstrengend.
Mit “Godless Gun” versucht man kurz vor Schluss noch eine Hammerballade zu präsentieren wie sie einst “Hold On To My Heart” war. Klingt die Produktion weitaus druckvoller als dieser Klassiker, kommt sie aber nicht an das Gänsehautpotenzial dieses älteren Songs heran.
Ebenso erstaunlich wie verwunderlich ist der Rausschmeißer “Promised Land” im Südstaaten Rock Gewand. Da hätte ich mir dann doch lieber eine charakteristische Nummer à la W.A.S.P. gewünscht. Aber wie man es macht, macht man es bekanntlich ja falsch, und wünschte man sich noch vor wenigen Minuten ein wenig Mut zur Veränderung, so nimmt man diesen Wunsch spätestens jetzt wieder zurück.
Fazit: Zu hören gibt es hier W.A.S.P. wie man sie kennt und wahrscheinlich auch liebt. Wünschen sich einige Fans mal etwas erfrischend Neues, vergöttern andere die Band gerade wegen ihrer geradlinigen Veröffentlichungen. Es gibt wenig große Überraschungen und keine Experiment. Man setzt auch mit “Babylon” auf Altbewährtes. Immerhin ist der Sound unverkennbar W.A.S.P.. Und wem die alten Scheiben schon gefallen haben, dem dürfte auch “Babylon” zusagen.
Anspieltipps: Crazy, Babylon´s Burning, Into The Fire

(© )
Trackliste
01 Crazy
02 Live To Die Another Day
03 Babylon´s Burning
04 Burn
05 Into The Fire
06 Thunder Red
07 Seas Of Fire
08 Godless Run
09 Promised Land










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