VOGELFREY – 12 Schritte Zum Strick
von Hypnotoad
- Verlag : Trollzorn
- Bewertung : 9 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 18.05.2012
- Spielzeit : 51:37 min

VOGELFREY – 12 Schritte Zum Strick (© Trollzorn)
Stimmungsvoll und schön mittelalterlich startet das Intro des Albums “12 Schritte Zum Strick” von Vogelfrey.
Dieses ist gelungen und geht nahtlos in den Song “6 Vaganten” über.
“6 Vaganten” ist wesentlich druckvoller und schneller und macht eine Menge Spaß. Schnell bewegt man sich im Takt der Musik und genießt die Klänge, die aus den Boxen schallen.
Der Song ist variantenreich und ändert immer wieder Geschwindigkeit und Rhythmus. Dieses Vorgehen kann man gut oder schlecht finden, meiner Ansicht nach wirkt es bei “6 Vaganten” stimmig.
Mit “Düsterpflicht” wird es im Anschluss deutlich Metal-lastiger. Erneut steigern Vogelfrey die Geschwindigkeit und verleihen dem Gesang mehr Aggressivität.
Der Refrain ist deutlich eingängiger als bei “6 Vaganten” und lässt sich vortrefflich mitgrölen, wodurch sich “Düsterpflicht” wesentlich besser zum Abfeiern eignet.
Als entspannenden Moment gibt es immer wieder instrumentale Phasen, die jedoch die Geschwindigkeit nicht reduzieren, wodurch sie hervorragend in den Song passen.
“Schuld Ist Nur Der Met” könnte zumindest vom Titel her ein Song einer beliebigen Spaßkapelle des Genres sein, diese würden jedoch mit weniger Power herangehen. Vogelfrey haben einen kantigen Track geschaffen, der durch permanente Rhythmuswechsel zunächst eine Gewöhnungsphase braucht.
Der Refrain ist so angelegt, dass man ihn sofort mitbrüllen kann, dabei aber recht kurz.
Trotz der eigenwilligen Umsetzung ist “Schuld Ist Nur Der Met” durchaus überzeugend.
“Freitod” besticht abermals durch deutliche Metal-Elemente, die teils extremen Genres wie dem Death Metal entnommen sein könnten. Vogelfrey zeigen sich von ihrer ganz harten Seite, die auch ziemlich spannend ist.
Dem Thema entsprechend ist “Freitod” ein düsterer Track, der an vielen Stellen hart ausfällt.
Melodiewechsel gehören ebenfalls zum Konzept des Titels, diese sind jedoch nicht ganz so sauber umgesetzt wie bei anderen Songs auf der Scheibe.
“Sommer” lässt aufgrund des Titels eine Hymne auf diese schönste aller Jahreszeiten vermuten, dem ist aber nicht so. Vielmehr servieren Vogelfrey eine reine Ballade mit minimaler Instrumentalisierung, die teilweise als depressiv einzustufen ist.
Der Text ist hingegen trotz der Schwermut, die er transportiert, wunderschön und macht aus “Sommer” einen Song, in den man eintauchen und ihn komplett genießen kann.
“Galgenvogel” bildet den Ausklang eines abwechslungsreichen Albums.
Vogelfrey geben noch einmal alles und liefern eine partytaugliche Hymne ab, die angemessen zelebriert werden will.
Ein extrem hoher Mitwackel- und -grölfaktor sowie Ohrwurmgefahr sorgen dafür, dass man “Galgenvogel” so schnell nicht vergisst.
Insgesamt ist “12 Schritte Zum Strick” ein gelungenes Album, das vor allem durch Abwechslung punktet.
Trotz unterschiedlicher Songs zieht sich ein roter Faden durch die Scheibe, die alles in allem stimmig wirkt.
Freunde des Mittelalter-Metal sollten auf jeden Fall einmal reinhören.
Vogelfrey – “12 Schritte Zum Strick” (Trailer)

(© Trollzorn)
Trackliste
01 Intro
02 6 Vaganten
03 Düsterpflicht
04 Schuld Ist Nur Der Met
05 Der Tod Und Das Mädchen
06 Lindwurm Massaker
07 Freitod
08 Sommer
09 Der Tusch!
10 Lebenslehre
11 Flamme Bin Ich Sicherlich
12 Galgenvogel









Autor
“Ich hoffe mein Schaden hat kein Gehirn genommen.” – Homer Simpson