VISION DIVINE – Destination Set To Nowhere

von blackrose

  • Verlag : earMUSIC
  • Bewertung : 9.5 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 14.09.2012
  • Spielzeit : 51:17 min
VISION DIVINE - Destination Set To Nowhere

VISION DIVINE – Destination Set To Nowhere (© earMUSIC)

Vision Divine veröffentlichen mit “Destination Set To Nowhere” ein Konzeptalbum, mit dem man erstmals einen weltweiten Plattenvertrag im Rücken hat.

Dies spiegelt sich bereits in der kraftvollen Produktion wider.
Mit ordentlich Druck und opulentem Sound gibt man die epische Weltraum-Saga um einen Mann, der sich mit weiteren Menschen auf die Reise durch das All begibt, um sich dort anzusiedeln, auch musikalisch wieder. Diese ist im Übrigen ebenfalls im Booklet nachzulesen.

Zu erwartende futuristische Klänge halten sich zwar im Hintergrund, dennoch stattet man die insgesamt elf Songs mit einer kühlen Atmosphäre aus, die einen guten Kontrast zur warmen Stimmfarbe Fabio Liones bildet.

Dieser ist den meisten eventuell schon durch seine Arbeit bei unter anderem Kamelot, Rhapsody oder Rhapsody Of Fire bekannt, während auch Gitarrist Olaf Thorsen als Gründer von Labyrinth kein Unbekannter mehr ist.
Die Erfahrung der Musiker ist somit unschwer bei Vision Divine herauszuhören.

Nach dem gesprochenen und Stimmung aufbauenden Intro “S’I Fosse Foco” startet das Sextett mit viel Keyboardspielerei in das Album. ”The Dream Maker” heißt der erste eigentliche Song, der sowohl die Komplexität als auch die melodische Seite von Vision Divine hervorhebt.
Progressive Elemente findet der geneigte Hörer hier ebenso vor wie Tempo- und Rhythmuswechsel.
Vor allem überzeugt aber die Gesangsstimme, die zu variieren versteht und auch die höheren Tonlagen meistert.
Umgehend fesselt “The Dream Maker” und macht neugierig auf das Folgende.

Dies pendelt sich in mal mehr und mal weniger progressiven Gefilden ein, während das Keyboard jedoch stets die Vorherrschaft übernimmt.

In einer Mischung aus Firewind, Kamelot und Sonata Arctica präsentiert man “The Ark”, mit dem man beweist, dass den hier agierenden Musikern auch balladeske Klänge gut zu Gesicht stehen.
Die eingesetzten elektronischen Effekte integrieren sich dezent und unaufdringlich, aber deutlich hörbar in den Track und auch das eingefügte Gitarrensolo überzeugt, fällt jedoch sehr knapp aus.

So richtig gefühlvoll wird es dann – endlich muss man angesichts der Gänsehaut verursachenden Stimme Liones sagen – zu Beginn des Titels “Mermaids From The Moon”. Doch wer nun eine waschechte Ballade erwartet, der wird über den weiteren Verlauf und die damit einhergehende Entwicklung des Songs überrascht sein, nimmt dieser doch an Geschwindigkeit und Härte zu, um vor allem im Refrain in purer Eingängigkeit zu münden.
Ein perfekter Track, der sicherlich als Anspieltipp genannt werden muss, doch auch als reine Ballade durchaus denkbar gewesen wäre.

Diese gibt es allerdings letztendlich doch noch in Form von “Message To Home”, die instrumental reduziert, aber mit wabernden elektronischen Finessen versehen daherkommt.

Mit soliden Doublebass-Attacken trumpft man in “The Lighthouse” auf, der sich aufgrund der hervorragenden Melodie ebenfalls umgehend ins Hirn fräst. Ein Faible für ausgedehnte Keyboardsoli sollte der Hörer allerdings mitbringen.

Dass über elf Songs die Spannung des Albums aufrechterhalten werden kann, spricht für sich, dass darüber hinaus jeder Song mit interessanten Momenten brilliert, ist ein Kriterium, das “Destination Set To Nowhere” bewertungstechnisch in die höheren Gefilde schießen lässt.

Während spacige Kühle und progressive Elemente wider Erwarten den Rückzug antreten, dominieren hymnenhafte Power Metal Songs das Geschehen auf “Destination Set To Nowhere”, das insbesondere durch den ausdrucksstarken Gesang lebendig wird.
Die Band versteht ihr Handwerk, so wundert es nicht, dass mit dem aktuellen Album ein Volltreffer gelandet wird, an dem es kaum etwas auszusetzen gibt.
Ob die Prog-Note ausreichend Eingang gefunden hat, ist sicherlich Geschmackssache, eine runde Sache ist “Destination Set To Nowhere” aber in dieser Form auf alle Fälle.

Power Metaller mit Faible für Keyboardsequenzen sollten ein Ohr riskieren!

 

Vision Divine – “Mermaids From Their Moons”

(© Vision Divine)

Trackliste

01 S'I Fosse Foco
02 The Dream Maker
03 Beyond The Sun And Far Away
04 The Ark
05 Mermaids From Their Moons
06 The Lighthouse
07 Message To Home
08 The House Of The Angels
09 The Sin Is You
10 Here We Die
11 Destination Set To Nowhere

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