UMBRA ET IMAGO - 20 (1991-2011)

von blackrose

  • Verlag : Oblivion / SPV GmbH
  • Bewertung : 7 von 10 Punkte
  • Format : DVD
  • Veröffentlichung : 25.11.2011
  • Spielzeit : 66:22 + 87:00 min
  • Inhalt : Konzert vom 30.07.2011 in Karlsruhe
  • Altersfreigabe : ab 16 Jahren
  • Land : Deutschland
  • Technische Daten : 5.1 Surround
UMBRA ET IMAGO - 20 (1991-2011) Bild

UMBRA ET IMAGO - 20 (1991-2011) (© Umbra Et Imago)

20 Jahre besteht die Band Umbra Et Imago nun schon und prägte entscheidend die Gothic Szene mit.
Sich immer treu bleibend und musikalisch mit viel Herzblut bei der Sache, nahmen sie das Jubiläum nun als Anlass, ihren Fans ein Erinnerungsstück der besonderen Art zu präsentieren.

Entstanden ist so die Jubiläums-Edition, eine Doppel-DVD mit dem schnörkellosen Namen “20″.
Darauf enthalten sind die Mitschnitte des “Acoustic Sets” sowie des “Rock Sets” vom Konzert am 30.07.2011 in Karlsruhe.

Von Umbra Et Imago ist man normalerweise ja schon opulente und an Erotik nicht mangelnde Bühnenshows gewohnt. Dass es auf “20″ etwas ‘züchtiger’ zugeht, lässt allerdings schon die Altersfreigabe (ab 16) erahnen. Und so liegt der Schwerpunkt dieses Mal nicht auf der (sexuell ausgerichteten) Optik, sondern vielmehr auf dem musikalischen Inhalt und der damit einhergehenden und geschaffenen Atmosphäre.
Einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens legt man nun also hier zugrunde und DVD 1 startet umgehend und ohne viel Aufhebens (beispielsweise durch ein Intro) in medias res.

Diese Schlichtheit spiegelt sich darüber hinaus in dem sehr einfach gehaltenen Menü wider, das an dieser Stelle nur eines zulässt: Das Akustik-Set zu starten.

Zehn Titel sind es dann, die für die akustische Vortragsvariante umarrangiert wurden und den Hörer und Zuschauer auf eine bedächtige Reise schicken, an der sich zudem Musiker wie Benni Cellini und M. Stolz – beide Mitglieder der Letzten Instanz – beteiligen. Diese sorgen als Streicherfraktion – gemeinsam mit Ally “The Fiddle” Storch – für Unterstützung und harmonieren zusammen perfekt, was sich ebenfalls auf das Publikum überträgt.

Ein anfänglicher Kameraschwenk auf die Bühne und einzelne Close-ups bringen die Agierenden dann in Nah- und Gesamtaufnahme in die heimischen Wohnzimmer und ebenfalls im weiteren Verlauf der DVD sorgen gute Aufnahmeperspektiven für einen gelungenen Eindruck des Konzerts.

Obschon die Bildqualität mit High Class Produktionen nicht mithalten kann, hat es doch oftmals den Anschein, ein nebliger Schleier würde über dem Bild liegen, vermitteln die Aufnahmen dennoch einen guten Einblick in die familiäre, fast schon als intim zu bezeichnende Atmosphäre, die im Karlsruher Crystal Ball Room geherrscht hat. Dies lässt sehr leicht über kleine bildliche Schwächen hinwegsehen, die zudem daher rühren, dass die Lichtverhältnisse eher düster gehalten wurden.

Überzeugen kann hingegen die Songauswahl. Obwohl man damit sicherlich nicht jedem Umbra Et Imago Fan gerecht werden kann, wurde eine solide Bandbreite an Songs geboten, die bisher kaum oder noch gar nicht live umgesetzt wurden.
So überzeugt der Klassiker “Kleine Schwester” ebenso wie “Ein Letztes Mal”, der auf dem Album “Memento Mori” 2004 Einzug erhalten hat.
Gerade im letztgenannten Song entwickelt sich erstmals eine derartige Dynamik auf der Bühne, die Bewegung in das ansonsten recht starr wirkende Bühnenbild bringt.

Eine weitere Ausnahmeerscheinung bildet die Performance zu “Erotica”, bei dem Frontmann Mozart alles gibt. Dieser praktiziert förmlich gesanglich und emotional den hier besungenen Liebesakt, was sowohl Stimmung erzeugt als auch Kopfkino auslöst. Die instrumentale Steigerung unterstützt den Track auf wunderbare Art und Weise zusätzlich.

Herausstechen kann in diesem Zusammenhang außerdem “Der Freie Geist”, ein lyrischer Vortrag zu wundervollen Pianomelodien, bei der sich die Hauptmelodie des berühmten Klavierstücks “Für Elise” des Öfteren eingeschlichen hat.
Schade nur, dass Mozart den Text überwiegend abliest; sein Blick klebt förmlich am Zettel. Dennoch intoniert er wunderbar, was den Rest fast vergessen macht.
So zum Beispiel den Ton, der oftmals zu leise ist.
Insbesondere in den ruhigen Passagen geht seine Stimme beim Vorlesen fast unter.

Dieses Phänomen ist unter anderem ebenso bei Mozarts An- und Zwischenmoderationen – sowohl auf DVD 1 als auch auf DVD 2 – sowie im Backgroundgesang festzustellen.
Den übernehmen übrigens – mit Madeleine Le Roy, Rita Huber-Süss und Karo Hafke – gleich drei holde Frauen, die bereits feste Bestandteile in Umbra Et Imagos Werdegang sind.

Ein nettes Extra – und das einzige der DVDs, denn Bonusmaterial in irgendeiner Form sucht man bei “20″ vergebens – bilden die Titeleinblendungen. Somit weiß selbst der Umbra Et Imago-Neuling, um welchen Song es sich gerade handelt.

So unvermittelt, wie DVD 1 begann, so endet diese dann auch nach knapp 67 Minuten und es ist Zeit, sich dem Rock Set zu widmen.

Dieses bildet – mit fünf Songs mehr – den scheinbaren Schwerpunkt der Jubiläums-Edition, fängt jedoch mittels eines Intros herkömmlicher an als das Akustikkonzert.

Hauptaugenmerk liegt auf der jüngst veröffentlichten CD “Opus Magnus” aus dem Jahre 2010, aus dem die Lieder “Liebeslied”, “Perfect Baby”, “Gebet Nr. 1″, “Ignoranz”, “Ode An Die Musik”, “Ohne Dich”, “Sonntagsandacht” und Depressionen” präsentiert werden.

Ebenso fanden Coversongs Eingang in die Setlist. Ob der walzerlastige Zarah Leander-Klassiker “Davon Geht Die Welt Nicht Unter”, das durch Eric Burton (von der Band Catastrophe Ballet) unterstützte “House Of The Rising Sun” oder der Hit “Rock Me Amadeus”, zu welchem mit einem Fan auf der Bühne eine wahre Party zelebriert wird – es geht hoch her.

Nachdem “Final Last Dream” die ganze Sache zunächst auf sehr atmosphärische Art etwas entschleunigt, um sich anschließend umso intensiver zu entfalten, greift Mozart bei der gelungenen Inszenierung der Ballade “Ohne Dich” selbst zur Gitarre. Auch das fast schon schauspielhafte Arrangement von der “Sonntagsandacht” weiß zu gefallen.

Lediglich, dass die DVD zusammengeschnitten wurde, zeigt sich durch nicht immer nahtlos funktionierende Übergänge. Bleibt die Frage, warum das Abschlussbild durch die eingeblendeten Credits derart zerstört wurde.

Im Nachhinein betrachtet ist die Ausbeute auf “20″ ein wenig rar ausgefallen.
Fans räumen der Doppel-DVD sicherlich einen Platz im Regal frei, für alle anderen wäre die CD Variante vermutlich ebenso empfehlenswert.

Trackliste

DVD 01 (Acoustic Set):

01 Märchenlied
02 Jahr Und Tag
03 Kleine Schwester
04 Mein Herz Und Meine Seele
05 You Are Poison For Me
06 Erotica
07 Der Freie Geist
08 Vater
09 Ein Letztes Mal
10 Wintertage


DVD 02 (Rock Set):

01 Intro
02 Liebeslied
03 Perfect Baby
04 House Of The Rising Sun
05 Gebet Nr. 1
06 Ignoranz
07 Goth Music
08 Davon Geht Die Welt Nicht Unter
09 Ode An Die Musik
10 Final Last Dream
11 Ohne Dich
12 Sonntagsandacht
13 Alles Schwarz
14 Amadeus
15 Depressionen

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