THE FLOOD – Something In The Way

von Fauna Flokati

  • Verlag : Eigenvertrieb
  • Bewertung : 9 von 10 Punkte
  • Format : EP
  • Veröffentlichung : 00.05.2012
  • Spielzeit : 20:55 min
THE FLOOD - Something In The Way

THE FLOOD – Something In The Way (© The Flood)

Das Soloprojekt The Flood des Regensburger Musikers Markus Hof arbeitet mit einem ungewöhnlichen Konzept: Obwohl der Dark Wave Künstler rein elektronische Musik macht, spielt er seine Synthesizer alle von Hand selber, anstatt, wie es sonst gängig ist, Programme heranzuziehen.

Mit seiner Debüt EP “Something In The Way” startet er nun den Versuch, seine Musik in der Öffentlichkeit zu verbreiten, was angesichts von beispielsweise Plätzen auf den monatlichen Kompilationen einiger großer Szene-Printmagazine bisher bereits durchaus von Erfolg gekrönt ist.

Der Grund dafür wird schnell klar, wenn man sich die fünf Stücke auf “Something In The Way” anhört: Hier scheint ein Musiker am Werk zu sein, der nicht nur im Umgang mit seinem Instrument weiß, was er tut, sondern auch durch professionellen, sauberen und markanten Gesang glänzt. Der Klang seiner Stimme sowie einige charakteristische Gesangstechniken erinnern zuweilen sogar an Alexander Veljanov, dem imposanten Stimmgeber der legendären Deine Lakaien.

Die Stücke sind alle kaum miteinander zu vergleichen, jeder Song arbeitet mit ganz unterschiedlichen Klängen und hat seine eigene Atmosphäre.

Besonders clubtauglich sind “High Above” und “Show Them”.
Letzteres Stück sticht besonders durch die Kombination aus einem ruhigen und harmonischen Gesang auf der einen und hektischen, aufgewühlten Synthies auf der anderen Seite heraus. Dabei wiederholt sich ein einprägsames, schrilles Motiv immer wieder, das den Song schnell zu einem Ohrwurm macht.

“High Above” wird besonders durch seinen flotten, regelmäßigen Rhythmus sehr tanzbar, die eingängige Gesangsmelodie sorgt für hohe Einprägsamkeit, während der Song auf Synthie-Ebene richtig spannend ist: Sehr unterschiedliche Klänge bringt der Musiker zum Einsatz, alle von einer eher hellen Klangfarbe, und das Angenehme dabei ist, dass die einzelnen Motive nie zu zahlreich übereinander geschichtet sind, sondern jedes von ihnen mal in den Vordergrund gerückt wird. Das ist hörerfreundlich, weil man nicht, wie sonst des Öfteren der Fall ist, von zu vielen übereinandergelegten Klangschichten überfordert wird, sondern sich auf einzelne Motive konzentrieren kann, und außerdem geschickt, weil keine eigentlich sehr schönen Motive untergehen, ohne wirklich wahrgenommen zu werden.

Der düstere Opener “Never Wanted” ist hingegen getragen von eher dunklen Tönen und einem mittleren Tempo.

“Second Guest” ist ein langsamer, unaufdringlicher Song, bei dem der bedächtige Gesang und der monotone Rhythmus gut aufeinander abgestimmt sind, während die Synthies für die nötige musikalische Vielfalt sorgen.

“Don’t Speak So Loud” schließlich, das letzte Stück, ist eine langsame Piano-Ballade, die sich durch den Einsatz elektronischer Klänge zum Ende hin noch mal leidenschaftlich entlädt, ohne pathetisch zu wirken.

Was Markus Hof hier produziert hat, ist außerordentlich für eine in Eigenvertrieb veröffentliche Debüt-CD. Wenn es ihm gelingt, seine Musik unter einem breiteren Publikum zu verbreiten, ist ihm Beliebtheit vor allem unter Fans der Dark Wave Bands der 80er Jahre garantiert, insbesondere, weil er so mit deren Einflüssen umzugehen vermag, dass er nicht wie ein moderner Nachmacher klingt, sondern wie ein eigenständiger Musiker, der inspiriert von Altem Neues schafft.

(© Marcus Riese)

Trackliste

01 Never Wanted
02 High Above
03 Second Guest
04 Show Them
05 Don't Speak So Loud