TERRATEYA - Whispers Torn From A Raven’s Dream

von blackrose

  • Verlag : Eigenvertrieb
  • Bewertung : 10 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 00.12.2011
  • Spielzeit : 62:39 min
TERRATEYA - Whispers Torn From A Raven’s Dream Bild

TERRATEYA - Whispers Torn From A Raven’s Dream (© Terrateya)

Mit “Whispers Torn From A Raven’s Dream” liegt das Debütalbum der Regensburger Formation Terrateya vor.

Und wem da einige Bandmitglieder bereits bekannt vorkommen, der liegt nicht ganz falsch, bilden doch die ehemaligen Mannen von Soul In Sadness (Stefan Siegl, Michael Cirak und Max Gröger) den Kern der 2011 neu gegründeten Band Terrateya, die mit Anne Struwe am Bass und Rose Simpson (Violine) komplettiert wird.

Im selbst betitelten Stil des ‘Filmphonic Metal’ legt man dann los und liefert insgesamt 13 Musikstücke, die es auf jeweils individuelle Weise in sich haben.

Den Beginn macht dabei “Raven”, ein Dark Metal-Song mit wechselndem Tempo und sehr schönem melodischem Refrain.
Eingeleitet mit einer Apocalyptica ähnlichen Streichersequenz und weitergeführt durch einen ruhigen, gesprochenen Mittelteil, der den gesamten Track gelungen aufbricht bzw. -lockert und darüber hinaus ein passendes Beispiel für die Definition des Begriffs ‘Filmphonic’ liefert, brilliert dieser Opener zudem durch die harten Gitarrenriffs, die alten Sentenced durchaus das Wasser reichen könnten, und den ausdrucksstarken Gesang Siegls, der unter die Haut geht.

Das folgende “Torn Sky” legt in Sachen Tempo und Härte eine Schippe drauf und weiß sich so im Songverlauf zu steigern.
Das raue und schnelle Gitarrenspiel mit leicht progressivem Einschlag wird dabei auf einen symphonischen Klangteppich gebettet, während der Refrain mehrstimmig und teils mit gutturalem Touch erklingt.
Ferner sei das abwechslungsreiche Drumming nicht zu verkennen, welches für ordentlich Druck und treibende Momente sorgt und – wohl zum Erstaunen des Hörers – tatsächlich rein ‘technischer Natur’ ist.

Im anschließenden “Two Minutes” ist der Name Programm: Sehr kurz, prägnant und ohne Schnörkel fällt dieser Track aus, der dennoch eine Intensität birgt, die seinesgleichen sucht.
Erstmals (und mit “From Heaven” die einzigen Male) ist hier auch ein kleiner, wenngleich härterer Hauch Soul In Sadness herauszuhören, wie man ihn auf “Zwischenwelt” bereits ansatzweise erahnen konnte.

“Memories” ist eines der vielen Highlights des Albums, das abermals mit einer perfekten Hookline auftrumpft, während dem ruhigen Strophengesang ein extrem schneller (durchs Drumming vorangetriebener) Refrain gegenübersteht, dem erneut gutturale Phasen beiwohnen.

Auffällig ist bereits jetzt, dass viele Songs mit einem stimmungsvollen, symphonischen Intro (oft Klavier, Geige, Flöte) beginnen.
So ebenfalls in “November Dream”, ein melodiöser und im Vergleich zum Vorgänger eher etwas ruhigerer Song.

“Thunderbird” kommt wiederum zunächst sehr düster und hart sowie mit einer gewissen Portion Aggression daher, bevor der Refrain liedhaft mit clean Vocals ertönt.

Äußerst bombastisch und stimmungsvoll gibt sich danach “From Heaven”.
Hier besticht wieder die ruhige, balladeske Strophe – nicht nur durch ihre schöne Melodie -, sodass eine Atmosphäre verbreitet wird, die zum Träumen einlädt.
Die ‘smashing guitar’ gibt dem Song im Refrain die dazu gegensätzliche notwendige Härte.

Während in (dem mit Grunts gespickten) “Dungeon” auf ein Neues das Düstere, Bedrohliche favorisiert wird, folgt mit “Masquerade” ein richtiger Ohrwurm, der sich insbesondere durch seine Pianomelodie in den Gehörgängen festsetzt und sowohl zweistimmige Passagen im Refrain als auch ein ausgiebiges und einladendes Intro aufweist.

Das kraftvolle und eingängige “Du Bist” ist schließlich der einzige Titel mit deutschen Lyrics, während das folgende “Avatar” (mit aggressiven, verzerrten Vocals und diesmal weiblicher Unterstützung im Refrain) den wohl härtesten Song auf dem Album darstellt.

“Ghost Ship” entlässt den Hörer schließlich aus dem Gesamtwerk – und zur Freude aller Liebhaber der sanften Töne, tut er dies als Ballade, die uns Terrateya noch von ihrer ganz emotionalen Seite zeigt.

Wie Phönix aus der Asche steigen die hier agierenden Musiker empor, denn “Whispers Torn From A Raven’s Dream” ist ein rundum gelungenes Debüt, welches sich stilistisch – und zwischen den einzelnen Songs wechselnd – zwischen Symphonic Metal, gotischem Heavy Metal und Dark Metal bewegt.
Dieser Facettenreichtum wirkt aber keineswegs unstrukturiert und orientierungslos, sondern zeigt sehr schön das vorhandene Potenzial der Band, denn letztendlich hört man doch immer wieder Terrateya aus den Songs heraus. Dies liegt nicht zuletzt an der vollen, markant und angenehm warm klingenden Stimme von Sänger Stefan Siegl, vereinzelt kombiniert mit Kreischgesang.

Das Songwriting betreffend bewegt man sich auf erstaunlich hohem Niveau; jeder Song, egal ob melodisch, aggressiv, balladesk oder düster, hat sein individuelles Highlight.
Eine 1a-Produktion rundet Terrateyas Debütalbum auch in dieser Hinsicht ab.
So ist “Whispers Torn From A Raven’s Dream” eine positive Überraschung, die ausnahmslos mit allen 13 Songs überzeugen kann. Anspieltipps sind daher überflüssig, genießt man doch lieber das gesamte Album; gerne auch mehrere Male hintereinander!

Trackliste

01 Raven
02 Torn Sky
03 2 Minutes
04 Memories
05 November Dream
06 Thunderbird
07 From Heaven
08 Whispers
09 Dungeon
10 Masquerade
11 Du Bist
12 Avatar
13 Ghost Ship

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