STEVEN SEVERIN – Vampyr

von blizzard

  • Verlag : Cold Spring
  • Bewertung : 8 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 00.07.2012
  • Spielzeit : 57:06 min
STEVEN SEVERIN - Vampyr

STEVEN SEVERIN – Vampyr (© Cold Spring)

Carl Theodor Dreyer ist ein dänischer Filmregisseur und “Vampyr” seine Horrorverfilmung, die wohl heutzutage als Klassiker betrachtet werden darf.
Das sieht sicherlich auch unser britischer Musiker Steven Severin so, der damit sogleich sein aktuelles Album vorlegt.
Da verwundert es natürlich keinesfalls, dass vorliegender Silberling doch recht schummerig ausgefallen ist, was ich ehrlich gesagt gar nicht so von dem Meister erwartet habe.

“Vampyr” ist also durchaus in der Nische des finsteren Ambient einzuordnen, wenngleich manchmal zudem etwas Experimentelles zum Vorschein gelangt.
Und auch für überraschende Ereignisse ist man durchaus gelegentlich zu haben. “Shadow’s Play” kommt zum Beispiel mit einem Zwischenpart, welcher in Richtung Jazz geht, was nun vielleicht etwas komisch klingt, aber gar nicht mal schlecht beim Hörer ankommt.
Das Gesamtbild ist recht düster, richtig atmosphärische Stücke sind jedoch ebenso gegeben, ein Beispiel dafür ist etwa “Giselle’s Theme”.
Trotzdem verliert die Sache im letzten Drittel ein bisschen an Reiz, was man mit einigen markanten Momenten sicherlich hätte umgehen können.

Aber “Vampyr” ist dennoch ein überaus guter Tonträger, der zwar im schlichten Digi erscheint, aber für längere Zeit durchaus zu gefallen weiß und mit Darbietungen wie “Through A Glass Darkly” oder “Allan’s Theme” eine feine Gruselatmosphäre bereithält.
Vertonungen der Marke “They Are Murdering Him” und “Upon My Death” reihen sich da in die gelungenen Umsetzungen ein, was letztendlich für den Tonträger spricht.

Wer hier allerdings etwas Spektakuläres sucht, der ist nun nicht unbedingt an der richtigen Adresse.
Zwar hinterlässt man einen in sich geschlossenen Charakter, markantes oder anderweitig einbrennendes Material wird man jedoch vergeblich suchen.

Liebhaber des bisherigen Schaffens von Steven Severin sollte das aber keinesfalls abschrecken, werden jene doch fraglos ihre volle Befriedigung erlangen.

(© Steven Severin)

Trackliste

01 Through A Glass Darkly
02 Allan's Theme
03 Upon My Death
04 Shadow's Play
05 They Are Murdering Him
06 (Intersection)
07 Giselle's Theme
08 Leoné Summoned
09 Leoné Smiles
10 Bloodwork
11 Poison / Aftermath
12 (Intersection)
13 Phantom's Journey
14 The Apparition
15 The Mill

Autor

Nichts ist verachtenswerter als die Respektlosigkeit gegenüber jeglichen Lebens- Pelzträger gehören an den Pranger!