SIIIII – Ancient

von blackrose

  • Verlag : afmusic
  • Bewertung : 6 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 27.01.2012
  • Spielzeit : 70:06 min
SIIIII - Ancient

SIIIII – Ancient (© afmusic)

15 Songs beschert uns die Post Punk Band Siiiii auf ihrem Album “Ancient”, das nichts anderes als eine Sammlung von Songs aus den Gründungsjahren der Band von 1983 bis 1986 darstellt.

Somit wundert es nicht, dass dem Hörer bereits im Opener “Split” ein roher, unbearbeiteter Sound entgegen schlägt, der an alte 80er Jahre Proberaum Aufnahmen erinnert.
Diese Art von Sound’qualität’ zieht sich durch das gesamte Werk, das seine Zielgruppe somit auf die eingefleischtesten Dark Wave Fans beschränkt.

Diese erleben mit “Ancient” allerdings ein authentisches Revival längst vergessener Tage, werden doch die einstigen Trademarks der Dark Wave Bewegung von Siiiii ohne Umschweife und Remastering in Szene gesetzt.
Dazu gehören nicht nur warme, wummernde Basslinien, sondern zudem dominante Drums, während schrebbelnde, hochgestimmte Gitarren für einen Klang à la Joy Division sorgen.

Berechenbar ist “Ancient” jedoch nicht.
So wechseln sich tanzbare Nummern wie “Over”, das bereits Kultstatus erreichte, mit balladesken Momenten (u.a. “Statue” in der Pianoversion) ab und auch treibende, fast schon aggressive Titel (wie beispielsweise das basslastige “Still Waters”) fanden Eingang auf dieser Zusammenstellung.

Nachdem “Split” mit lethargischer Note und melancholischem Flair, welches sich auf ganze 6:48 Minuten zieht, verklungen ist – ein Auftakt in das Album übrigens, den man hätte besser gestalten können – folgt ein Hall belastetes “Conception”, das dunkle, dichte Vocals vorweisen kann, die umgehend auf das Gemüt des Hörers schlagen.

Auch “Overgrown Eyes” repräsentiert die ruhige Seite von Siiiii. Lang gezogene, recht monoton vorgetragene Vocals, gemächliche Shuffle-Beats und ein wummernder Bass machen diesen Song aus.

Erst mit “Dust” tritt man das Gaspedal ein wenig mehr durch.
Gelungen baut sich der Titel auf, der an Intensität und Spannung stets zuzunehmen versteht und gleichzeitig nichts an seiner Monotonie einbüßt, die insbesondere im Gesang zum Ausdruck kommt.

“Speaking In Tongues” bringt abermals Ruhe in den bisher ziemlich unaufgeregten Silberling. Lange, besinnliche, teils sphärisch wirkende (in hohen Tönen allerdings in den Ohren wehtuende) Instrumentalpassagen begleiten die gebetsartig gesprochenen Lyrics.

Ohrwürmer sucht man hier vergebens, vielmehr beleben Siiiii mit “Ancient” ihre einstigen Meisterwerke wieder und liegen damit weit außerhalb des Trends.
Da man scheinbar auf neue Arrangements oder Überarbeitungen verzichtet hat, klingt das Album zwar durchaus authentisch, man wird es aber schwer haben, damit bei einer breiten Hörerschaft auf Gehör zu stoßen.

Wer der Epoche der teils übersteuerten Instrumentierung und mit in den Ohren klingelndem Gesang (“Statue”) nachtrauert, der sollte dringend zugreifen. Allen anderen sei dringend ein vorheriges Probehören empfohlen.
Nicht, dass “Ancient” komplett schlecht ausgefallen ist, aber die Hörer, die mit heutigen musikalischen Ansprüchen und Maßstäben liebäugeln, werden mit den ehemaligen Ergüssen von Siiiii wenig anfangen können.

 

Siiiii – “Is Still” (1984)

(© Gail Bower)

Trackliste

01 Split
02 Conception
03 Overgrown Eyes
04 Dust
05 Still Waters
06 Speaking In Tongues
07 Statue
08 Rictus
09 Equator
10 Is Still
11 Fixing
12 Springheel'd Jack
13 Over
14 Dust (Version)
15 Statue (Piano Version)

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