SHINING – Redefining Darkness

von Don Peperoni

  • Verlag : Spinefarm Records / Universal
  • Bewertung : 10 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 26.10.2012
  • Spielzeit : 41:06 min
SHINING - Redefining Darkness

SHINING – Redefining Darkness (© Spinefarm Records)

Zur Neudefinition der Dunkelheit bedarf es bei der Band Shining aus Halmstad in Schweden keiner Nummerierung der Langspieler mehr, und so heißt das achte Werk der Depressive-Front um Bandleader Kvarforth schlicht “Redefining Darkness”.

Die Anfänge von Shining gehen in den Depressive Black Metal zurück, während sich die Band immer weiter einen eigenständigen Sound an den Leib geschneidert hat. Mit dem aktuellen Werk ist ihnen nun eine wahre Krönung gelungen.

Schon ein Jahr, nachdem das Album “VII: Född Förlorare” und die diesjährige Cover-EP “Lots Of Girls Gonna Get Hurt” in die Veröffentlichung gegangen sind, mit einem neuen Langspieler in den Startlöchern zu stehen, vermag allein schon zu animieren, den Hut des Fleißes zu heben.
Nicht zu vergessen ist auch die hohe Livepräsenz, welche die Band ebenfalls nachweisen kann.
Dass dieser Silberling meines Erachtens auch noch das beste Rundstück aus dem Hause Shining  ist, beweist, dass auch in derartiger Kürze etwas Geniales entstehen kann.

Wie zu erwarten, lässt Shining dieses Album erneut zu einer Zusammenkunft verschiedener Stilelemente werden, bei dem der Black Metal wohl ein wichtiges Mittel darstellt, aber keineswegs die Dominanz behält.
Zwar scheppert der Silberling mit “Du, Mitt Konstverk” ohne Intro im schwarzen Stil los, rasant findet man sich aber im melancholischen Gesang wieder.
Dennoch bleibt der Song sehr aggressiv und man muss zugeben, dass er einer der härtesten Titel aus dem Hause Shining ist.

Folgesong “The Ghastly Silence” beinhaltet die Melodie des Films “28 Days Later”, der-  in sanftem Rock verpackt – für eine derb finstere Stimmung sorgt.
Klar wertet sich der Song schnell durch die klagend aggressiven Vocals von Kvarforth auf, geht aber zügig in eine sehr düstere Ebene zurück, welche mit diversen Jazz-Elementen erzeugt wird.

“Han Som Hatar Människan” geht in bekannter Shining-Manier in die Offensive, beinhaltet typische Rockelemente sowie Soli und wird mit der Klagestimme, für die Kvarforth bekannt ist, untermalt.
Auch dieser Song beeindruckt mit erheblicher Aggressivität, lässt aber die melancholische Grundphilosophie der Band niemals aus den Augen.

“Hail Darkness Hail” startet ähnlich wie der Vorgänger, entwickelt sich jedoch zu einem Klampfenlied, das sich beinahe rein akustisch präsentiert.
Auch hier erkennt man wieder, dass Herr Kvarforth neben der derben Performance zudem eine grandiose Stimme für cleane Vocals hat.

Sehr bedächtig kommt der Titel “Det Store Grå” aus den Boxen, der lediglich aus einer melancholischen Pianokomposition besteht, aber an dieser Stelle des Silberlings perfekt platziert ist.

Mit allen Wassern gewaschen erscheint das Schlusslicht des Silberlings “For The God Below” und beeindruckt mit einer harmonischen Fusion von Traurigkeit und Wut. Erneut finden sich zahlreiche saubere Vocals hier wieder.

Obwohl das Jahr noch ein paar Tage mit sich bringt, ist “Redefining Darkness” eine der besten Veröffentlichungen 2012.
Da ich von der Kreativität, der Eigenständigkeit sowie der Risikobereitschaft, die diesen Silberling ausmacht, einfach nur begeistert bin, werde ich mich keineswegs wehren, die volle Punktzahl zu vergeben.

Shining waren immer gut, jetzt sind sie Spitzenklasse.
Dass die 41 Minuten Spielzeit im Flug vergeht, ist leider so, aber kritisieren darf man die Band hierfür nicht.

(© Terhi Ylimäinen)

Trackliste

01 Du, Mitt Konstverk
02 The Ghastly Silence
03 Han Som Hatar Människan
04 Hail Darkness Hail
05 Det Store Grå
06 For The God Below

Autor

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Das Leben vor dem Tod zu verdammen, wäre demnach auch verkehrt.