REINO ERMITANO – Veneración Del Fuego
von Don Peperoni
- Verlag : I Hate
- Bewertung : 10 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 00.05.2012
- Spielzeit : 66:45 min

REINO ERMITANO – Veneración Del Fuego (© I Hate)
Reino Ermitaño aus Lima/Peru orientieren sich musikalisch stark an den Helden der vergangenen Tage, sprich Led Zeppelin, Black Sabbath, Deep Purple etc.. Allerdings huldigen sie ihre Idole im Bereich des Doom Metal.
Darüber hinaus sind die Vocals, die aus weiblicher Kehle stammen, auf Spanisch gehalten und auf ganz besondere Art an die Musik gebunden.
Tania Duarte, so der Name der Frontfrau, singt clean, doch hallen die Vocals dezent nach.
Mit “Veneración Del Fuego”, was in unserer Sprache so viel wie ‘Verehrung des Feuers’ bedeutet, meldet sich die Band zum vierten Mal mit einem Silberling, nachdem offiziell seit 2001 musiziert wird.
Stilistisch sind sich die Südamerikaner stets treu geblieben. Ein gravierender Unterschied zu den meisten Genregenossen ist jedoch der, dass neben den verwendeten Riffs, ähnlich der Rock- und Metal-Idole, basslastige Doomriffs in ihrem Klang enden und nicht ellenlang nachhallen.
Darüber hinaus ist noch besonders zu erwähnen, dass das Schlagzeug sehr markant und technisch sowie in Sachen Abwechslung eine absolute Ausnahme ist.
Insgesamt ist der Silberling fern ab der Monotonie, was beim Doom eine Kunst ist.
Eine Dekade Songs enthält der Langspieler, der mit dem Stück “Quimera” eingeleitet wird. Mit über neun Minuten Spielzeit hat dieser Track ein übliches Genreformat.
Nach einem kleinen Glockenschlag prassen die bassorientierten Riffs langsam, aber beeindruckend aus den Boxen der Stereoanlage. Zudem lässt der charakteristische Gesang nicht lange auf sich warten.
“El Sueño Del Condor” hat erneut alle Eigenschaften des Openers, beinhaltet aber Riffs der Marke Black Sabbath und hat somit die erste Genre-Abschweifung erreicht.
Dieses Mal agiert Frontfrau Tania noch etwas temperamentvoller und schreit sich sogar einige Textpassagen von der Seele.
Folgesong “Sobre Las Ruinas” beginnt akustisch und vermittelt ein südamerikanisches Flair, bevor in bewährter Art weitermusiziert wird. Auch hier sind die Vocals sehr feurig und kratzig.
Gewöhnliche Rockpassagen geben dem Song Charakter und die dezenten Choreinlagen bringen etwas Episches in den Sound.
“Desangrándote” hat wiederum einige Gemeinsamkeiten mit alten Heavy Metal Heroes und wird abermals mit den fantastischen spanischen Vocals versehen.
Dafür besitzt “Cuando La Luz Te Encuentre” wieder die nötige Bassdröhnung, um genretreu zu sein.
Wie bei allen Songs beeindruckt auf ein Neues das geniale Riff- und Drumkonstrukt.
Zum Ende des Stückes wird eine kleine Drumsession zum Besten gegeben, bevor man mit Violinen und Rockriffs diesen Song ausklingen lässt.
Weiter geht es mit “Soy El Lobo”, übersetzt ‘Ich Bin Der Wolf’. Und dessen Heulen ist in der Eröffnungsphase zu vernehmen.
Neben den bekannten Hilfsmitteln ist dieser Songs akustisch gehalten und bekommt durch die Flöten eine enorme Melancholie verpasst, die in den Bassergüssen ihre Bestätigung finden.
“El Rito” beginnt als Gitarrenhymne, findet sich aber schnell im angestrebten Genre wieder.
Auch hier sind einige Choreinlagen eingefügt. Im Gegensatz zu den anderen Songs ist “El Rito” äußerst schleppend gehalten, was aber nicht negativ zu werten ist, sondern der Vielfältigkeit dient.
“Vente Al Fuego”, einer meiner persönlichen Lieblingssongs, besticht vor allem durch die beeindruckenden Drums. Ebenfalls punktet man mit einer beachtlichen Rockpräsenz.
“Sangre India” entpuppt sich als ein vom Heavy Metal geprägtes Doomgeschoss, das durch ein landesübliches Zwischenspiel an Schwermut gewinnt. Flöte und Akustikgitarre tun ihr Übriges, um die Melancholie aufrecht zu halten. Zudem sind die Vocals sehr bedächtig ausgefallen.
Den Abschluss macht schließlich “Cadáver, Semilla, Renacer”, der als ambientes Outro verstanden werden kann.
Für mich stellt “Veneración del Fuego” die erste Konfrontation mit der Band Reino Ermitaño dar. Ich ärgere mich aber ehrlich gesagt sehr, dass ich bis dato noch nie etwas aus diesem Hause zu hören bekam. Pflichtbewusst habe ich somit ebenso die vorausgegangenen Werke angetestet und gebe meine Begeisterung hiermit kund.
“Veneración Del Fuego” ist ein enormer Brocken Doom Metal, der sich weit über den Tellerrand hinauswagt.
Die Texte, welche sich mit Kultur und Natur der peruanischen Heimat auseinandersetzen, geben dem Ganzen noch inhaltliche Autorität. Dies gepaart mit dem Abwechslungsreichtum und der individuellen Note kann nur mit der vollen Punktzahl belohnt werden.

(© Reino Ermitaño)
Trackliste
01 Quimera
02 El Sueño Del Condor
03 Sobre Las Ruinas
04 Desangrándote
05 Cuando La Luz Te Encuentre
06 Soy El Lobo
07 El Rito
08 Vente Al Fuego
09 Sangre India
10 Cadáver, Semilla, Renacer










Autor
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Das Leben vor dem Tod zu verdammen, wäre demnach auch verkehrt.