PHI – The Deflowering Of Reality
von blackrose
- Verlag : Eigenvertrieb
- Bewertung : 8 von 10 Punkte
- Format : EP
- Veröffentlichung : 17.03.2012
- Spielzeit : 22:18 min

PHI – The Deflowering Of Reality (© Phi)
Nach dem Debütalbum “For The Love Of Ghosts” aus dem Jahre 2011 kam es im Hause Phi, einer österreichischen New Artrock Band mit dominantem Progressive Einschlag, zum Verlust eines Bandmitgliedes. Keyboarder Christoph W. Pirker verließ die Band, die fortan als Trio die Musikbranche – weiterhin gänzlich in Eigenregie – unsicher macht.
Als Resultat dieser bandinternen Umstrukturierung bringen Phi die nur drei Songs umfassende EP “The Deflowering Of Reality” auf den Markt.
Diese bezeichnet die Band selbst als konzeptuelle Zusammenstellung der härtesten Lieder, welche allerdings – im Gegensatz zu “For The Love Of Ghosts” – auf Keyboards und Samples verzichtet.
Eine beachtliche Spielzeit weist der kompakte Rundling dabei schon einmal auf.
Auf knapp 23 Minuten entfalten sich die meist komplexen und intelligent arrangierten Songs, die unter keinen Umständen umgehend fassbar sind, dafür aber vor Abwechslungsreichtum nur so strotzen.
So bedarf es mehrerer Anläufe, um die Phi eigenen Interpretationen des Post Progressive Rock zu durchschauen und genießen zu können.
Vom ersten Eindruck sollte man sich also vorerst nicht einschüchtern lassen.
Die anfangs wirr, unkoordiniert, verworren oder gar verstörend erscheinenden Titel entpuppen sich nämlich schon binnen kürzester Zeit als anspruchsvolle Kompositionen, die es zu entdecken lohnt.
Dabei ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, dass die Hörerschaft der Band eine eher kleine ist.
Nichtsdestotrotz findet genau die bereits am Opener “Manager Of The Year” Gefallen.
Vor allem der warme Gesang überzeugt und fügt sich in den Gesamtklang wunderbar ein. Mal melodisch, mal sich im progressiven Gefrickel verlierend – Phi variieren verschiedene Bereiche ihrer Musik. So tobt man sich auf ganzen 8:09 Minuten beispielsweise im Tempo ausreichend aus, während auch der Gesang einer Entwicklung unterliegt. Wunderschöne balladeske Momente integrieren sich gegen Mitte in den Track, der dadurch zum Träumen einlädt, bevor erneut harte Gitarren die rockige Seite von Phi betonen.
Unberechenbar bahnen sich auch die beiden folgenden Songs “The Beginning Of The End” und “Teenage Lust” den Weg aus den Boxen, denen teils gar jazzige Anteile innewohnen.
Produktionstechnisch gibt sich “The Deflowering Of Reality” recht klar und druckvoll, versäumt aber nicht, Ecken und Kanten des Sounds hervorzuheben.
Als Überbrückung bis zum weiteren neuen Material, das in Form des zweiten Albums Ende 2012 bzw. Anfang 2013 veröffentlicht werden soll, eignet sich die EP “The Deflowering Of Reality” durchaus. Wer auf spannende Songentwicklungen steht, darüber hinaus für progressive Noten zu haben ist, der sollte daher zugreifen, allerdings spricht Phi nicht die breite Masse an. Probehören sei also angeraten.
Phi – “Manager Of The Year”

(© Alexander Koch)
Trackliste
01 Manager Of The Year
02 The Beginning Of The End
03 Teenage Lust







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