P.C. CAST – Mythica 02. Göttin Des Meeres
von blackrose
- Verlag : Fischer Verlag
- Bewertung : 6 von 10 Punkte
- Format : Buch
- Veröffentlichung : 15.05.2012
- Autor : P.C. Cast
- Seitenzahl : 448
- ISBN oder ISSN : 978-3-596-19383-7
- Sprache : Deutsch

P.C. CAST – Mythica 02. Göttin Des Meeres (© Fischer Verlag)
Neben der erfolgreichen Serie “House Of Night”, welche die amerikanische Schriftstellerin P.C. Cast gemeinsam mit ihrer Tochter Kristin veröffentlicht, dürfen sich interessierte ‘Romantasy’-Leser inzwischen auch an einer eigenen Reihe der Autorin erfreuen, denn mit “Göttin Der Liebe” eröffnete Cast bereits Anfang des Jahres auf dem deutschen Buchmarkt ihre sogenannte “Mythica”-Reihe, in der sich P.C. Cast der griechisch-römischen Mythologie zuwendet.
Nun liegt mit “Göttin Des Meeres” der zweite Teil vor. Und getreu dem (bereits aus Band 1 befürworteten) Motto, in jeder Frau stecke eine Göttin, legt Cast auch dieses Mal ihre Geschichte an.
Spielt in “Göttin Der Liebe” noch Venus die göttliche Hauptrolle, so nimmt sich Cast in “Göttin Des Meeres” der Meerjungfrau Undine an, deren Adaption jedoch auf Authentizität weitgehend verzichtet.
Ersponnen wird somit ein größtenteils fiktiver und nur bedingt auf mythologischen Legenden beruhender Hintergrund, der modern interpretiert wird. Diese Art der Interpretation bildet sogleich auch die Schnittstelle zwischen den beiden Figuren Undine und Christine.
Anders als Venus in “Göttin Der Liebe” nimmt jedoch die hier vertretene ‘Göttin’ Undine keine zentrale Rolle ein. Außer einer Nennung zu Beginn verliert sich ihr Schicksal auf den insgesamt 448 Seiten. Das Hauptaugenmerk liegt vielmehr auf Christine, wie der Klappentext bereits erahnen lässt:
“Bei einem Flugzeugunglück stürzt Christine ins Meer und ist kurz vorm Ertrinken. Da begegnet ihr in den Tiefen des Wassers Undine, die ihr einen Handel anbietet: Christine darf ihr Leben behalten, muss aber ihren Körper mit dem der Meerjungfrau tauschen. Doch das Leben im Meer ist gefährlich. Göttin Gaea hat Mitleid mit Christine und verwandelt sie zurück. Aber alle drei Tage muss Christine wieder ins Meer, und das nicht nur wegen dem Wasser. Da ist auch der sexy Meermann Dylan, der ihr den Kopf verdreht hat …”
Der eigentliche Aufbau des Romans ist also denkbar einfach und ähnelt dem Auftakt “Göttin Der Liebe” in vielerlei Hinsicht.
So hält erneut die Magie mittels eines Rituals Eingang in das Leben der Hauptfigur, die dadurch eine recht unscheinbar ausgearbeitete Charakterentwicklung durchmacht. Zwar kein innovatives, dafür aber ein einfaches Mittel, um die folgende Handlung daran aufzuziehen.
Abermals entwickelt sich zudem eine Liebesgeschichte, die – anders als in “Göttin Der Liebe” – allerdings weniger frisch und frech, sondern vielmehr kitschig und geschwollen präsentiert wird. Nicht zuletzt die einfallslosen Dialoge machen dies deutlich.
Dass darüber hinaus die erotischen Passagen kaum vor Kreativität strotzen, sich Schilderungen des ersten Teils hier gar wiederholen, wundert nicht. Es besteht zwar nicht der Anspruch, die Sexualität neu zu erfinden, doch etwas weniger ausgelutscht hätte es dann schon sein dürfen.
Ferner weist die Charakterdarstellung Christines allerlei Parallelen zur Hauptfigur Pea aus “Göttin Der Liebe” auf; ein selbst empfundenes unzureichendes bzw. nicht zufriedenstellendes Äußeres, der Wunsch, sich neu erfinden zu wollen und ein Hang zum Ballett sind beispielsweise nur einige der abgekupferten Ideen.
Erstaunlicherweise wird der Leser - aufgrund der zentralen Liebesgeschichte darf sich vorrangig übrigens die weibliche Leserschaft angesprochen fühlen - dennoch nur sehr schwer warm mit der Handelnden.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass P.C. Cast es sich oftmals zu leicht gemacht hat.
Und obwohl der Anfang von “Göttin Des Meeres” einen jugendfreien “Final Destination”-Charme versprüht, fehlt es insgesamt an Spannung und Überraschungen.
Cast bietet ihren Roman erneut in einem einfachen Stil dar. Dies und die recht oberflächlich bleibende Charakterausarbeitung wirken jedoch teils zu banal. Ein Makel, der schon dem ersten Teil, “Göttin Der Liebe”, anhaftet.
Und so entpuppt sich “Göttin Des Meeres” nach einem soliden Auftakt als kleine Enttäuschung.
Positiv ist hingegen, dass alle Bände der “Mythica”-Reihe in sich geschlossen sind und unabhängig voneinander gelesen werden können. Auf diese Weise könnte man “Göttin Des Meeres” einfach aussetzen und mit dem im Oktober erscheinenden dritten Werk “Göttin Des Lichts” einfach weitermachen.

(© P.C. Cast)








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