P.C. CAST – Mythica 01. Göttin Der Liebe
von blackrose
- Verlag : Fischer Verlag
- Bewertung : 8 von 10 Punkte
- Format : Buch
- Veröffentlichung : 06.03.2012
- Autor : P.C. Cast
- Seitenzahl : 400
- ISBN oder ISSN : 978-3-596-19387-5
- Sprache : Deutsch

P.C. CAST – Mythica 01. Göttin Der Liebe (© Fischer Verlag)
Die US-amerikanische Autorin P.C. Cast dürfte insbesondere Vampir-Fans durch ihre erfolgreiche Buchserie “House Of Night”, die sie gemeinsam mit Tochter Kristin Cast verfasst, bereits ein Begriff sein.
Dass sie auch eigenständige Veröffentlichungen vorzuweisen hat, zeigte unlängst das Buch “Göttin Der Liebe”, der Auftakt ihrer “Mythica”-Reihe.
Diese katapultiert den Leser in die griechisch-römische Mythologie. Doch wer nun denkt, mit der Serie fundiertes Wissen über die zwölf (Haupt-)Olympier zu erhalten, der liegt falsch. Vielmehr adaptiert Cast einzelne Götter bzw. Göttinnen in die Welt ihrer sterblichen Figuren und erschafft auf diese Weise urbane fantastische Unterhaltung.
Wie der Titel des ersten Bandes schon verrät, spielt in “Göttin Der Liebe” demnach niemand Geringeres als Venus höchstselbst eine der beiden zentralen weiblichen Hauptrollen.
Gemeinsam mit der weiteren Protagonistin Pea stehen also zwei Figuren im Zentrum des Geschehens, die jeweils das moderne Bild einer unabhängigen, selbstbewussten und starken Frau widerspiegeln. Klug und schön sind sie dabei beide, dies jedoch auf eine ganz unterschiedliche Art. Während Venus mit einer äußerlichen Schönheit und Grazie auftritt, schreibt Cast Pea eher eine innerliche Schönheit, dafür aber umso mehr Köpfchen zu.
Wie die beiden gleichen und doch so verschiedenen Frauen aufeinander treffen, darüber gibt bereits der Klappentext Auskunft:
“Um den attraktiven Griffin zu gewinnen, bräuchte die unscheinbare Pea vor allem eines: eine gründliche Generalüberholung. Make-up, Schuhe, Klamotten – alles an ihr ist ein einziges Desaster.
Als sie in ihrer Verzweiflung Venus beschwört, staunt sie nicht schlecht: Die Göttin steigt herab aus dem Olymp, um ihr zu helfen! Doch was ist, wenn die Göttin der Liebe selbst ihr Herz verliert?”
Zunächst einmal ist der Plot denkbar einfach, wenig spektakulär und der gesamte Verlauf – ebenso wie der Inhalt der nachfolgenden Bände wie beispielsweise “Göttin Des Meeres” oder “Göttin Des Lichts” – fast schon voraussehbar.
Im Mittelpunkt stehen also weder literarischer, sachlicher oder fachlicher Anspruch noch spannungsvolle Momente, sondern spritzige Chick Lit, die mit fantastischen Motiven und einer gesunden Portion Humor angereichert wurde.
Entsprechend ist der Schreibstil einfach gehalten und lässt sich schnell lesen, trumpft jedoch mit witzigen Dialogen und humorvollen Ausarbeitungen auf. Beinahe könnte man meinen, Cast bediene sich ebenfalls an Elementen der Komödie. Da diesbezüglich aber der eigene Geschmack des Lesers gefragt ist, dürfte diese Aussage nicht verallgemeinert werden.
Festhalten kann man allerdings, dass lustige und sinnliche Aspekte in “Göttin Der Liebe” in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und der Stempel ‘Liebesroman’ ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist.
In Anbetracht der vielzähligen durchschimmernden Inspirationsquellen (u.A. von den Gattungen Komödie, Chick Lit, Romantic Fantasy und Urban Fantasy) überrascht es nicht, dass das Motiv der Liebe, versinnbildlicht durch Venus selbst, ebenfalls mit erotischen Passagen einhergeht. Diese werden in einer guten Mischung (explizite Direktheit trifft auf romantisierte Umschreibung) dargeboten.
Positiv ist abschließend noch zu erwähnen, dass “Göttin Der Liebe” ein in sich abgeschlossener Roman ist, der also – trotz seiner Serienstartfunktion – sowohl im Kontext der “Göttinnen”-Reihe als auch eigenständig zu lesen ist.
Alles in allem ist “Göttin Der Liebe” ein Liebesroman mit fantastischen Elementen. Cast bedient sich unterschiedlicher literarischer Gattungen, die zufriedenstellend, jedoch nicht herausragend miteinander verbunden werden.
Die Länge des Buches eignet sich hervorragend als Strand- bzw. Urlaubslektüre, während man allerdings eine inhaltliche Belanglosigkeit nicht abstreiten kann. Letzteres ist nicht unbedingt negativ gemeint, im Bereich der trivialen Literatur nimmt “Göttin Der Liebe” immerhin vordere Plätze ein. Ein bisschen mehr Tiefe hätte es allerdings schon sein dürfen, daher bleiben insgesamt noch gute 8 Punkte übrig.

(© Jörg Steinmetz)








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