NALA MARTIN – Safeword
von blackrose
- Verlag : Anais / Schwarzkopf & Schwarzkopf
- Bewertung : 4.5 von 10 Punkte
- Format : Buch
- Veröffentlichung : 01.08.2012
- Autor : Nala Martin
- Seitenzahl : 272
- ISBN oder ISSN : 978-3-86265-153-5
- Sprache : Deutsch

NALA MARTIN – Safeword (© Schwarzkopf & Schwarzkopf)
Auch die Autorin Nala Martin trägt mit ihrem Debütwerk “Safeword” dazu bei, SM in der Gesellschaft offen zu thematisieren.
Dabei greift sie den speziellen Aspekt der vollkommenen Hingabe auf, der ohne die Absicherung durch ein Safeword, in SM-Kreisen das Signal für den Abbruch einer Session bzw. einer Verhaltensweise, auskommt.
“Sharon ist eine 30-jährige, mitten im Leben stehende Domina, die in Hamburg ihre sadistischen Dienste anbietet. Im Studio lernt sie Dave kennen, der Stammgast bei ihr wird. Sie erzählt ihm offenherzig, dass sie auch die submissive Seite spielt. Eine Information, die ihn reizt und zu einer Wette animiert, deren Einsatz ein Rollentausch und der Verzicht auf die Nutzung eines Safewords ist.
Trotz Bedenken lässt Sharon sich auf das Spiel ein und verliert prompt, woraufhin Dave sie ohne Sicherheitsnetz in seine Welt des Sadomasochismus zieht.
Sie ist begeistert von seiner Dominanz und Macht und begibt sich freiwillig in die emotionale Abhängigkeit. Dabei bemerkt sie nicht, wie aus einer verliebten Schwärmerei eine gefährliche Hörigkeit wird.
Schließlich muss sich Sharon fragen, ob es für ihr Leben ein Safeword gibt …”
Zwar betont die Verfasserin der 272 Seiten, mit “Safeword” keine Autobiografie geschrieben zu haben, bereits die Darstellungsweise der Protagonistin lässt jedoch Parallelen zu Nala Martins Leben erkennen, schaut man sich die Biografie der Autorin einmal näher an.
So wirkt allerdings der Schreibstil nicht genügend ausgereift. Vielmehr hat der Leser den Eindruck, als schreibe eine x-beliebige junge Frau lediglich ihre Erlebnisse auf.
Von schriftstellerischem Unvermögen zu sprechen, wäre vielleicht dennoch ein wenig zu hart formuliert, allerdings überzeugen in “Safeword” in keiner Weise die Formulierungsleistung oder das schriftstellerische Geschick.
Logikfehler, Wiederholungen, eine Ausdrucksweise der Hauptfigur, die nicht immer zu ihrer eigentlichen Charakterausarbeitung und zu ihrem Auftreten passen will, sowie mangelnde Tiefe sind die Folgen.
Obwohl der Roman zügig zum eigentlichen Geschehen kommt, indem sich Martin nicht lange mit Vorgeplänkel oder Einführungsgeschichten aufhält, trifft man des Öfteren auf einen Detailreichtum an unnötigen Stellen, während Versäumnisse und Ungereimtheiten an relevanten Passagen zu kritisieren sind.
Dadurch wirkt “Safeword” stellenweise nicht in sich stimmig.
Darüber hinaus wird zwar versucht, das Innenleben Sharons, ihre Gefühle und Gedanken also, ausreichend herauszustellen, nachvollziehbar wird es dadurch jedoch nur selten.
Weil der Inhalt heutzutage kein Novum mehr in der SM-Literatur darstellt, muss die Umsetzung umso mehr begeistern und überzeugen. Dies tut sie allerdings nur bedingt und so ist auch eine Nachhaltigkeit des Romans nur geringfügig gegeben.
Schön ist die Gestaltung der Kapitelanfänge, die von Fotos der Autorin selbst geziert werden. Doch auch dies untermauert den autobiografischen Charakter des Buches.
Und gerade die Gratwanderung zwischen fiktivem SM-Roman und Autobiografie stört beim Lesen ungemein.
Hätte sich Martin für eins von beiden deutlicher entschieden, hätte der Roman mehr Struktur gewonnen und wäre wahrscheinlich nicht in die Gefilde von Hobbyschreibern aus dem Internet abgedriftet.
Nala Martin über ihren Roman “Safeword”

(© Stefanie Heider)






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