MYK JUNG – Der Herr Der Ohrringe
von blackrose
- Verlag : Plöttner Verlag
- Bewertung : 10 von 10 Punkte
- Format : Buch
- Veröffentlichung : 15.03.2012
- Autor : Myk Jung
- Seitenzahl : 388
- ISBN oder ISSN : 978-3-86211-053-7
- Sprache : Deutsch

MYK JUNG – Der Herr Der Ohrringe (© Plöttner Verlag)
Nachdem Multitalent Myk Jung bereits 2001 mit “Der Herr Der Ohrringe” sein Debüt als Schriftsteller gab, veröffentlicht der Plöttner Verlag in diesem Jahr eine komplett überarbeitete, neu aufgelegte Ausgabe dieses Erstwerks.
Darin nimmt sich der Autor mit “Der Herr Der Ohrringe I und II” – in vorliegender Ausgabe in einem einzigen Buch vereint – des Weltbestsellers “Der Herr Der Ringe” von J.R.R. Tolkien an und liefert somit die erste original deutschsprachige Parodie dieses Fantasy-Mammutwerks.
Den Umfang des Originals erreicht Jung mit seinem 388 Seiten umfassenden Buch zwar nicht, nichtsdestotrotz bleibt der Essener Allrounder nah an der tolkienschen Vorlage und reichert seine Veröffentlichung mit einem ganz eigenen Charme, vielen Running Gags und zahlreichen Extras an, die konsequent liebevolle und humorvolle Seitenhiebe auf das Original darstellen.
Bereits der Klappentext lädt zum Lesen des Buches ein:
“Ganzhalb der Graue entdeckt, dass der Eine Ohrring, Träger unglaublich finsterer Macht, wieder aufgetaucht ist. Vor Jahrhunderten ging er dem Dunklen Herrscher Saurum verloren, nun befindet sich das Kleinod im Besitz von Frohdoof dem Döskopp.
Um die Mittelmäßige Welt vor immerwährender Dunkelheit zu bewahren, muss der Ohrring in den Tiefen des Schicksalsteiches versenkt werden. Unterstützt von Marathorn dem Dauerläufer und Allround dem Halb-Albernen übersteht die Gemeinschaft des Ohrrings sowohl Attacken durch die Knorks als auch Versuchungen durch die schöne Gard Ariel.
So gelingt es ihnen, bis tief ins Schattenreich Murderor vorzudringen …”
Die im positiven Sinne überzeichneten Charaktere wie Frohdoof oder Marathorn wachsen dem Leser schnell ans Herz.
Mit Liebe zum Detail wurden die bereits bekannten Figuren von Jung angenommen und seiner Interpretation des “Herrn Der Ringe” angepasst. Auf diese Weise entsteht ein Kopfkino, das nicht nur die altbekannten Bilder der Filmadaption umfasst, sondern auch die neu erdachten Details Jungs.
Der gelungene, flüssig zu lesende Schreibstil des Autors untermauert dies und kommt mit wunderbarem Sprachgefühl und etlichen gelungenen Wortspielen daher.
Gerade die hohe Gag-Dichte ist es, die den Leser aus dem Lachen nicht mehr herauskommen lässt und oftmals den Eindruck erzeugt, mit “Der Herr Der Ohrringe” eine Parodie der Parodie vorliegen zu habe.
Dabei wirkt Jungs Witz zu keinem Zeitpunkt zu albern oder übertrieben.
Selbst die Anhänge wie das “Glossar” als “Eine unvollständige Auswahl wahlloser Begriffe” (S. 369ff.), das Ort-, Personen-, Biester- und Monster-Register oder die ‘Outtakes’ in Form von ‘In dieser Übersetzung nicht berücksichtigten Sätzen‘ (S. 384) bieten eine wahrhaft lustige Unterhaltung.
Vom Autor erstellte Federzeichnungen, die passend in das Werk integriert wurden, runden auch optisch die Slapstick-Version des Tolkien-Opus’ ab.
Das von Tolkien erdachte komplexe Universum bietet sicherlich einige Ansatzpunkte, ins Lächerliche gezogen zu werden. Eine Parodie bietet sich daher an.
Diese Chance nutzt Myk Jung und liefert eine kreative Auseinandersetzung mit dem Original. So entsteht in “Der Herr Der Ohrringe” ein eigener kleiner Kosmos, der die Achtung vor Tolkiens Epos nicht verliert, sondern sich vielmehr vor diesem Werk verneigt.
Der Leser wird dies honorieren und auch die Gesamtwertung fällt entsprechend positiv aus, denn “Der Herr Der Ohrringe” bietet beste Unterhaltung in Schrift und Bild.
Myk Jung liest aus “Der Herr Der Ohrringe”

(© Thomas Volkmann)










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