MEG CABOT – Endless

von blackrose

  • Verlag : Blanvalet
  • Bewertung : 4 von 10 Punkte
  • Format : Buch
  • Veröffentlichung : 23.07.2012
  • Autor : Meg Cabot
  • Seitenzahl : 384
  • ISBN oder ISSN : 978-3-7645-0446-5
  • Sprache : Deutsch
MEG CABOT - Endless

MEG CABOT – Endless (© Blanvalet)

Erst vor wenigen Monaten veröffentlichte der Blanvalet Verlag den vielversprechenden und überzeugenden Roman “Eternity” aus der Feder der amerikanischen Autorin Meg Cabot.
Nicht nur durch das recht offene Ende, sondern auch aufgrund der damit einhergehenden positiven Kritik wurde parallel die Neugier auf eine Fortsetzung geschürt, die nun in Form vom Nachfolger “Endless” befriedigt wird:

“Meena Harper, die Frau mit der Gabe, den Tod anderer vorherzusehen, steckt in Schwierigkeiten. 
Nicht nur hat sie gerade ihren Exfreund David mit einem Holzpfahl durchbohrt, nein, dann taucht auch noch Lucien auf, seines Zeichens Sohn des Dracula. Und, wie der sichtlich entkräftete Vampir ihr gesteht, noch immer voller Gefühle für sie.
Das gibt natürlich Probleme, denn Meena ist inzwischen Mitglied der Geheimen Garde, einer Organisation, die alles Vampirische vehement bekämpft …”

Rein optisch lehnt sich der Roman dabei an seinen Vorgänger an und präsentiert sich feminin, verträumt und romantisch verspielt.
Ein visueller Aufzug, der im ‘Romantasy’-Genre nicht unüblich und somit durchaus ansprechend ausgefallen ist.

Auch inhaltlich schließt sich “Endless” nahtlos an “Eternity” an.
Doch schnell beginnen sich schon die Kritikpunkte zu häufen, die von Seite zu Seite die Punkte der Bewertung mehr und mehr in den Keller purzeln lassen.

Obwohl der Leser auf vertraute Personen trifft, darunter allen voran die Protagonisten Meena, Lucien und Alaric, fehlt es der Charakterentwicklung und -ausarbeitung sowie der stilistischen Seite des Romans an Pepp.

Zum einen ist der Ausdruck Cabots gewöhnlich banal und fast zu einfach gehalten.
Witz und Esprit, was man aus “Eternity” noch kannte, fehlen in Gänze.

Zum anderen stößt man neben unpassenden Übersetzungen (wie beispielsweise die häufig falsche Verwendung des Wortes ‘gutmütig’ u.a. auf Seite 75) ebenfalls auf vermeidbare sowie irrelevante Wiederholungen Cabots (vgl. die repetitive Erwähnung von Veneers u.a. auf Seite 8 und 90), die den Lesefluss stören.

Immerhin ist es möglich, “Endless” unabhängig von Kenntnissen aus “Eternity” zu lesen, denn ‘endlos’ wird in “Endless” der Inhalt des ersten Teils erklärend und mit unnötigem Detailreichtum dargeboten, dass es fast schon zu viel des Guten ist. Nicht zuletzt dadurch wirken diese wiederholenden Passagen aufgezwungen und sind teils (im Kontext betrachtet) vollkommen überflüssig und/oder unpassend.

Insbesondere das Ende wird von Cabot dermaßen leidenschaftslos und auf Kosten eigentümlicher und vom Leser lieb gewonnener Charaktereigenschaften der Figuren heruntergerattert, sodass deren Handlungsweisen nicht mehr glaubwürdig sind, geschweige denn zum bisherigen Kontext passen, während der Inhalt extrem gerafft ausfällt.

Insgesamt scheint es, als hätte sich Cabot das Ende ihres Romans bereits ab dem zweiten Kapitel herbeigesehnt.

Von einer Autorin, die sowohl so viel Erfahrung mitbringt als auch mit dem amüsant-spritzigen “Eternity” derart gut vorgelegt hat, kann man eindeutig mehr erwarten.
So vielversprechend “Eternity” also begann, so unspektakulär setzt sich die Handlung in “Endless” fort. Diesbezüglich ist es bedauerlich, dass Cabot schon in “Eternity” keinen endgültigen Abschluss gefunden hat.

Unter Berücksichtigung der genannten Kritik fällt das Urteil – vor allem in Anbetracht des lobenswerten Auftaktes “Eternity” – enttäuschend aus, was sich in ernüchternden 4 Punkten widerspiegelt.

(© Ali Smith)

Autor