MARA VOLKERS – Vampirjagd

von blackrose

  • Verlag : Piper
  • Bewertung : 7.5 von 10 Punkte
  • Format : Buch
  • Veröffentlichung : 18.06.2012
  • Autor : Mara Volkers
  • Seitenzahl : 464
  • ISBN oder ISSN : 978-3-492-26814-1
  • Sprache : Deutsch
MARA VOLKERS - Vampirjagd

MARA VOLKERS – Vampirjagd (© Piper Verlag)

Vampire machen Wien unsicher? Dann kann nur von einem neuen Roman aus der Feder Mara Volkers’ die Rede sein.
Diese legte nämlich bereits vor einigen Jahren mit “Die Schwarze Königin” diesbezüglich vor, während sich der Nachfolgeband, der glücklicherweise unabhängig vom Erstwerk zu lesen ist, nun unter dem Namen “Vampirjagd” in den Buchregalen tummelt.

Erneut trifft der Leser hier auf bekannte Figuren, doch eine andere Geschichte steht im Mittelpunkt:

“In Wien leben die Vampire unerkannt inmitten der Gesellschaft – so auch die junge Daniela. Als ein Brandanschlag auf sie verübt wird, erkennt Daniela, dass sie im Kreuzfeuer dunkler Mächte steht. Ein rachsüchtiger Feind ist ihr auf den Fersen, und er verbreitet mit furchtbarer Grausamkeit Angst und Schrecken. Um ihn zu stoppen, muss Daniela sich ihren eigenen übernatürlichen Kräften stellen – und der verführerischen Vampirin Vanessa, die selbst zum Opfer eines unvorstellbaren Verbrechens geworden ist …”

So ganz spiegelt der Klappentext dann aber doch nicht das wider, was man in “Vampirjagd” vorfindet, denn vor allem atmosphärisch unterscheidet sich der eigentliche Inhalt von dieser Ankündigung.

Dazu trägt insbesondere die Wiener ‘Mundart’ bei, welche immer wieder und konsequent Eingang in das Werk gefunden hat.
Angesichts der Schauplatzbeschreibungen und des inflationär gebrauchten Wiener Vokabulars – glücklicherweise wurde auf einen durchgängigen Gebrauch des Dialekts in Dialogen verzichtet, sodass nur einzelne Begriffe typisch wienerisch ausfallen – könnte man fast meinen, die Münchner Autorin stamme selbst aus Wien.
Wien-Kenner sind bei “Vampirjagd” daher eindeutig im Vorteil; mit genug Fantasie, der aufmerksamen Lektüre des Kontextes und dem einen oder anderen Mal, Google oder Wikipedia zu bemühen, gelingt es ebenso Österreich-Neulingen, das Buch zu verstehen.
Und sind wir mal ehrlich, das morbide angehauchte Wien ist einfach prädestiniert als Ort für einen Vampirroman.

Umso bedauerlicher, dass Volkers dieses Potenzial nicht ausschöpft.
Zwar nennt sie konkrete Schauplätze, bleibt in ihrer Beschreibung jedoch zu oberflächlich. Die Stimmung, die damit hätte einhergehen können, fehlt.

Ebenso mangelt es sowohl der Ausarbeitung der Charaktere an intensiverer Tiefe als auch der Handlung an Dramatik. Viel zu schnell und unspektakulär findet das Buch schließlich seinen märchenhaften Abschluss.

Dass insgesamt Kriminalroman-Elemente Einzug in den fantastischen Roman über modern dargestellte Vampire halten, wird schon nach wenigen Kapiteln deutlich.
Diese sind spannend umgesetzt. Eine Kunst, denn durch die wechselnden Blickwinkel und den allwissenden Erzähler ist der Leser ständig über alles informiert und bekommt keine Gelegenheit zum Miträtseln. Trotzdem fesselt Volkers an ihr Buch.

“Vampirjagd” stellt eine der seltenen literarischen Vampir-Veröffentlichungen dar, die auch der männlichen Leserschaft gefallen könnte. Von unnötig aufgeblähten Liebesszenen fehlt nämlich jede Spur, vielmehr stehen Action, Spannung und Kriminalistik im Vordergrund.
Hier und da vermisst man ein Quäntchen Ausführlichkeit und Tiefe, insgesamt bleibt aber ein guter Gesamteindruck, der mit 7,5 Punkten gewürdigt wird.

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