SHADOW’S FAR - As Black Turns Red
Label : Stonepath RecordsBewertung : 7 von 10 Silberlinge
Format : CD
Veröffentlichung : 21.11.2009
Spielzeit : 40:19 min
Bonusmaterial :

SHADOW’S FAR - As Black Turns Red
Auch wenn die Schweiz nicht gerade für ihren Output an extremen Metalbands berüchtigt ist: Neben Weichspülern wie den unvermeidlichen Gotthard gibt es immer wieder Spielvereinigungen, die sich international bemerkbar machen – über Celtic Frost, Coroner, die unterschätzten Poltergeist oder Samael und deren Einfluss und/oder musikalische Qualitäten muss man sicher nicht reden. Mit Shadow's Far legt nun eine zwar in Grundzügen schon seit 1997 aktive, aber erst 2004 erstmals plattentechnisch auf den Plan getretene eidgenössische Combo ihr zweites Longplay-Album vor und fühlt sich in vorgenannter Ahnengalerie sicher nicht so ganz unwohl.
Ganz in der Tradition von Celtic Frost und Coroner setzt das Quintett aus dem Kanton Uri auf eine gesunde Mischung aus Thrash und Death Metal, grundsätzlich vergleichbar vielleicht mit den jüngst besprochenen britischen Kollegen von Ravens Creed, wobei die Mannen aus dem Land der Alphörner und des Minarettverbots – zumindest in der ersten Albumhälfte – etwas technischer zu Werke gehen als die auf pures Ass-Kicking gepolten Insulaner.
"Apocalypse Of Humanity" oder der Titelsong sind sicherlich nicht mit Progressive-Thrash à la Mekong Delta zu verwechseln, aber das Bemühen um komplexere Nichtallerwelts-Riffs ist deutlich spürbar.
Mit "Fucked Up Liars" beweisen Shadow's Far, dass extremer Thrash auch groovy sein kann und "Baptized In Blood", mit dem die zweite Album-Halbzeit eingeläutet wird, ist vom Riffing her vielleicht simpler als die genannten Auftaktstücke, überzeugt aber stattdessen durch schleppende Parts, die das ansonsten etwas einförmige Tempo der Scheibe (das sich nicht im Ultrahochgeschwindigkeitsbereich bewegt) aufbrechen.
Die weiteren Stücke, musikalisch eindeutig im Thrash anzusiedeln, halten diese Klasse nicht ganz – speziell das fast fünfminütige "Slaves Of Our Time" ist vielleicht ein bisschen arg lang für die Songidee - aber ein unspektakulär-solides Niveau wird locker gehalten. Leider wird die möglicherweise beste Idee – akustische orientalische Einflüsse gepaart mit Rammstein-artigem Riffing – in "38'000" nur für ein kurzes Outro verschwendet.
Spaß macht die Scheibe durchaus, auch weil die Fünferbande um Frontschreihals Roman Wettstein spieltechnisch wenig anbrennen (auch wenn Fans filigraner klassikangehauchter Gitarrensoli eher nicht bedient werden) und die von Ex-Holy-Moses-Chef Andy Classen (dass mich das Album stellenweise ein wenig an frühe Holy Moses erinnerte, ist aber vermutlich ein Fall von Autosuggestion) überwachte Produktion keine Wünsche offen lässt – kristallklar und mit ordentlich Druck auf dem Kessel.
Die Vocals von Wettstein bewegen sich – bis auf ein wenig Kreischen im Opener – ausschließlich im brutalen Deathgrowl-Bereich, was das Album insgesamt für Thrash-Puristen der Bay Area-Schule weniger interessant machen dürfte als für Death Metal-Freunde. Die düsteren Texte befassen sich mit Politik (wie den Krieg um Öl im Titelsong und in "Baptized In Blood" sowie lügenden Politikern allgemein in "Fucked Up Liars"), Terrorismus ("Blood For Blood") und eher persönlich-depressiven Betrachtungen ("Boarderline"). Amüsant findet es ein kleiner Zyniker wie moi, wenn selbst ein Song, der die guten Zeiten und Partys der zehnjährigen Bandgeschichte unter dem Titel "A Decade of Hate" firmiert...
"As Black Turns Red" ist kein Album, das die Welt aus den Angeln hebt oder mich so brachial aus dem Sitz reißt, wie das oben referierte "Albion Thunder" von Ravens Creed. Ein absolut tauglicher Thrash-/Death-Hybride mit einigen wirklich guten und einigen mindestens noch gut-durchschnittlichen Songs ist es allemal und das ist seine sieben wohlverdienten Punkte wert.
Anspieltipps: As Black Turns Red, Fucked Up Liars, Baptized In Blood
Ganz in der Tradition von Celtic Frost und Coroner setzt das Quintett aus dem Kanton Uri auf eine gesunde Mischung aus Thrash und Death Metal, grundsätzlich vergleichbar vielleicht mit den jüngst besprochenen britischen Kollegen von Ravens Creed, wobei die Mannen aus dem Land der Alphörner und des Minarettverbots – zumindest in der ersten Albumhälfte – etwas technischer zu Werke gehen als die auf pures Ass-Kicking gepolten Insulaner.
"Apocalypse Of Humanity" oder der Titelsong sind sicherlich nicht mit Progressive-Thrash à la Mekong Delta zu verwechseln, aber das Bemühen um komplexere Nichtallerwelts-Riffs ist deutlich spürbar.
Mit "Fucked Up Liars" beweisen Shadow's Far, dass extremer Thrash auch groovy sein kann und "Baptized In Blood", mit dem die zweite Album-Halbzeit eingeläutet wird, ist vom Riffing her vielleicht simpler als die genannten Auftaktstücke, überzeugt aber stattdessen durch schleppende Parts, die das ansonsten etwas einförmige Tempo der Scheibe (das sich nicht im Ultrahochgeschwindigkeitsbereich bewegt) aufbrechen.
Die weiteren Stücke, musikalisch eindeutig im Thrash anzusiedeln, halten diese Klasse nicht ganz – speziell das fast fünfminütige "Slaves Of Our Time" ist vielleicht ein bisschen arg lang für die Songidee - aber ein unspektakulär-solides Niveau wird locker gehalten. Leider wird die möglicherweise beste Idee – akustische orientalische Einflüsse gepaart mit Rammstein-artigem Riffing – in "38'000" nur für ein kurzes Outro verschwendet.
Spaß macht die Scheibe durchaus, auch weil die Fünferbande um Frontschreihals Roman Wettstein spieltechnisch wenig anbrennen (auch wenn Fans filigraner klassikangehauchter Gitarrensoli eher nicht bedient werden) und die von Ex-Holy-Moses-Chef Andy Classen (dass mich das Album stellenweise ein wenig an frühe Holy Moses erinnerte, ist aber vermutlich ein Fall von Autosuggestion) überwachte Produktion keine Wünsche offen lässt – kristallklar und mit ordentlich Druck auf dem Kessel.
Die Vocals von Wettstein bewegen sich – bis auf ein wenig Kreischen im Opener – ausschließlich im brutalen Deathgrowl-Bereich, was das Album insgesamt für Thrash-Puristen der Bay Area-Schule weniger interessant machen dürfte als für Death Metal-Freunde. Die düsteren Texte befassen sich mit Politik (wie den Krieg um Öl im Titelsong und in "Baptized In Blood" sowie lügenden Politikern allgemein in "Fucked Up Liars"), Terrorismus ("Blood For Blood") und eher persönlich-depressiven Betrachtungen ("Boarderline"). Amüsant findet es ein kleiner Zyniker wie moi, wenn selbst ein Song, der die guten Zeiten und Partys der zehnjährigen Bandgeschichte unter dem Titel "A Decade of Hate" firmiert...
"As Black Turns Red" ist kein Album, das die Welt aus den Angeln hebt oder mich so brachial aus dem Sitz reißt, wie das oben referierte "Albion Thunder" von Ravens Creed. Ein absolut tauglicher Thrash-/Death-Hybride mit einigen wirklich guten und einigen mindestens noch gut-durchschnittlichen Songs ist es allemal und das ist seine sieben wohlverdienten Punkte wert.
Anspieltipps: As Black Turns Red, Fucked Up Liars, Baptized In Blood
Foto SHADOW’S FAR - As Black Turns Red
SHADOW’S FAR - As Black Turns Red
Trackliste:
01 Apocalypse Of Humanity
02 As Black Turns Red
03 Fucked Up Liars
04 Blood For Blood
05 A Decade Of Hate
06 Baptized In Blood
07 Burnt Confessions
08 Boarderline
09 Slaves Of Our Time
10 38'000
Trackliste:
01 Apocalypse Of Humanity
02 As Black Turns Red
03 Fucked Up Liars
04 Blood For Blood
05 A Decade Of Hate
06 Baptized In Blood
07 Burnt Confessions
08 Boarderline
09 Slaves Of Our Time
10 38'000









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