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Interview mit STAHLMANN

Veröffentlichung : 12.11.2009
STAHLMANN
Wir haben auf dem Creatures of all Hallow's Even Festival in Göttingen ein ausgiebiges Interview mit den Lokalmatadoren von Stahlmann geführt.
Necroweb: Stahlmann, relativ neu in der "Branche". Stellt euch doch mal vor. Was macht Ihr für Musik und wer seid Ihr?

Stahlmann: Wir machen ganz klar Neue Deutsche Härte und das ist es.


Necroweb: Ich würde eure Musik am ehesten mit Oomph! vergleichen, also quasi Neue Deutsche Härte mit einem Einschlag Richtung Popmusik. Ein wenig Rammstein hört man auch heraus. Wo seht Ihr selber eure musikalischen Einflüsse? Wer hat euch beeinflusst, wo wollt Ihr hin?

Stahlmann: Also wir machen einfach erstmal Musik drauf los. So haben wir uns entwickelt und das ist das, was uns gefällt. Ob das nun Neue Deutsche Härte ist oder Pop interessiert uns erstmal herzlich wenig und es war nie so, dass wir gesagt haben "Das ist nun Rammstein und das Oomph! und so wollen wir klingen". Sicher sind das Bands, die wir alle gehört haben, da kommt man auch nicht dran vorbei, aber wir machen trotzdem einfach das, was uns gefällt. Da gibt es keine besondere Band, die uns beeinflusst. Klar gibt es Oomph! und Rammstein oder Megaherz und Eisbrecher und wie sie alle heißen, das sind auch alles geile Bands, aber ein großes Vorbild haben wir eigentlich nicht.
"Neue Deutsche Härte" ist die Musik, die wir hören. Und da können wir uns dadurch auch am besten ausdrücken. Das hat sich ganz normal ergeben. Jeder hat so seine Mukke, die er hört und bei uns war es halt schon immer Neue Deutsche Härte.


Necroweb: Ihr seid ja jetzt das erste Mal auf einem Festival. Ihr seid bei eurem Auftritt sehr stark geschminkt, alle einheitlich in Silber. Was hat das für einen Hintergrund? Ist das einfach nur Show oder hat das einen Sinn?

Stahlmann: Wir haben uns einfach zusammengesetzt und haben gedacht "Okay, wir wollen was machen, was unsere Musik gut transportiert" und da haben wir gedacht, wir stellen einfach den Namen Stahlmann optisch dar. Zuerst hatten wir die Idee so eine Art Blue Man Group in Silber zu machen, aber halt in der "düsteren Ecke" angesiedelt, um das Ganze zu unterstreichen. Das hat damals als Spaß angefangen, wurde aber ganz schnell unser Markenzeichen. Das hat dann auch super mit unserem Namen und unseren Outfits harmoniert, es kam einfach gut und wir stehen einfach drauf.
Die ganze Show ist ja auch darauf ausgelegt. Das Silber kommt auch zusammen mit dem Licht extrem gut rüber, da es sich ergänzt. Das Licht ist halt Weiss und Blau und wir sind Silber und Schwarz das ergibt halt eine "Suppe" und macht die Show einfach rund und den Zuschauern gefällt es. Musik soll ja auch was transportieren. Und diese "Kälte" unserer Musik wird so halt am besten dargestellt.



Necroweb: Was ist euch wichtiger? Live Konzerte oder Alben verkaufen? Denn für Bands, die sich so stark wie Ihr in Szene setzen, müssen da ja eine Priorität haben.

Stahlmann: Live ist definitiv die Priorität. Natürlich musst du eine Platte haben, um wahrgenommen zu werden, aber im Endeffekt geht es einfach nur um Rock'n'Roll. Wenn ich Alben verkaufen will, dann würde ich versuchen, eine Pop-Band zu machen, also auf einer ganz anderen Ebene ansetzen. Mit so einer Art von Musik wie wir sie machen, kann man sich nicht hinstellen und sagen: ich verdiene damit jetzt so viel Geld, dass ich davon leben kann. Das ist reiner Idealismus. Es geht einfach nur ums rocken, es geht ums Spaß haben, es geht darum, mit den Jungs unterwegs zu sein. Es ist einfach geil, da zu stehen und mit den Fans zu feiern. Darum geht’s. Und um nichts anderes.


Necroweb: Stahlmann ist ja schon ein recht einprägsamer Name wie seit Ihr auf den gekommen?

Stahlmann: Eigentlich saßen Alex und ich einfach vor nem Dönerladen und haben uns gedacht, okay das was wir machen muss man halt irgendwie treffen und darstellen und dann war der Name einfach da. Das war einfach aus einer Bierlaune heraus und dann haben wir die anderen Jungs angerufen, die waren dann auch sofort begeistert und von da an stand dann auch das Konzept. Bei uns geht halt immer alles recht fix. Es musste halt einfach etwas sein, was den Kern der Band trifft. Und der Kern der Band ist halt ein wenig synthetisch und ein wenig Rock'n'Roll und trotzdem unser Ding. Wir wollten halt einfach ein Wort haben, womit man die Band verbindet und das alles zusammenfasst. Der Name sollte die Kälte beinhalten, die wir ausdrücken, der Name sollte einprägsam sein und Stahlmann war halt einfach da und alle schrien 'Hurra'.


Necroweb: Was wollt Ihr mit eurer Musik aussagen? Seht Ihr euch eher als Politische Band?

Stahlmann: Wir sind Null politisch. Also so gar nicht politisch. Bei uns geht es viel um Gefühle, es geht viel um Gedanken. Was einen irgendwie beschäftigt, wenn man über den normalen Tagesablauf hinausgeht, wenn man abends mal da sitzt und sich ein paar Gedanken macht. Politik machen andere. Wir wollen die Leute unterhalten, klar hab ich auch eine ganze Menge zu sagen, das ist mir auch ziemlich wichtig, aber Politik lassen wir in den Texten einfach außen vor. Bei uns geht es um Liebe, um Freundschaft, Glauben, Tod, Freude, Partys. Das ist das, was bei uns mit reinkommt.


Necroweb: Wie habt Ihr euch gefunden?

Stahlmann: Alex und ich haben uns einfach ganz normal kennengelernt und dann angefangen Musik zu machen. Dann gab es zwischenzeitlich andere Leute, aber den eigentlichen Kern bilden wir beide. Der Rest der kam dann halt so peu a peu dazu. Aber alle durch persönliche Kontakte.


Necroweb: Ihr seid ja bei Roughtone Records unter Vertrag, die auch dieses Festival veranstalten und der Chef von Roughtone, der Daniel ist ja auch in eurer Band. Was war zuerst da? Stahlmann oder Roughtone?

Stahlmann: Daniel hatte vorher schon ne Promo Agentur und das Label kam später dazu. Zum gleichen Zeitpunkt haben wir Angebote von Plattenfirmen bekommen und in der heutigen Zeit ist es schon oft so, das Plattenfirmen auch ans Merchandising wollen, da die Plattenverkäufe halt auch extrem weit zurückgehen. Und oft ist es ja auch so, dass wenn Bands bezahlt werden, dann passiert mit denen aber auch nicht viel. Uns lag am Herzen, dass, wenn wir diesen Weg gehen, wir möglichst viele eigene Entscheidungen treffen können. Wir wollten halt schon, dass uns nicht irgendwo ein Hampel-Bampel kommt und uns sagt "Hier passt auf, eure Bilder finde ich aber total scheiße.. Macht das mal so und so und malt euch alle Schwarz an". Solche Statements kamen einfach, da haben wir dann gesagt, "Leckt uns am Arsch". Und da haben wir uns darauf geeinigt, das Ding auf eigene Kappe durchzuziehen. Daniel hatte das Label am Start und es hat ja gereicht für die Charts. Insofern war es dann ja schon der richtige Weg.


Necroweb: Ihr seid ja in den DAC relativ weit oben gelandet. Habt Ihr damit gerechnet?

Stahlmann: Total! zwinkern Es war schön, es kam überraschend. Natürlich hofft man immer auf so einen Erfolg. Man stellt eine Platte auf den Markt und guckt wie es funktioniert. Hätte es nicht funktioniert, hätten wir keine weiße Fahne gehisst oder so. War natürlich super, vor allem da es ja von vornherein mit dem Debüt geklappt hat. Wir machen Musik, die uns gefällt und wenn du die Live spielst merkst du ja auch, was den Leuten gefällt.


Necroweb: Wenn man es jetzt prozentual ausdrücken müsste. Wie sehr beeinflussen die Fans eure Musik?

Stahlmann: Natürlich ist es so, wenn du jetzt einen Song hast, den du schon ewig spielst, dann verliert der für dich als Band an Reiz. "Hass Mich" zum Beispiel war einer der ersten Songs, den wir jemals hatten, aber es ist halt ein Song, der die Band geprägt hat und natürlich spielst du den dann. Aber bei jedem Song muss jeder von uns gesagt haben, bevor wir ihn Live spielen "Das Ding ist geil". Alles was von uns gespielt wird, wurde auch von jedem von uns abgesegnet. Wir sind halt einfach auch Kumpels. Und wenn dann ein Song nicht bei den Fans ankommt, dann werden wir damit halt leben. Das kam aber bis jetzt noch nicht vor.


Necroweb: Wie interagiert Ihr mit euren Fans? Was macht Ihr besonderes, das eure Fans an euch bindet?

Stahlmann: Wir antworten zum Beispiel immer selber auf MySpace. Alles, was von den Fans an Kommunikation passiert, machen wir selber. Nicht nur über das Bandprofil, sondern wir haben alle auch eigene Profile. Und es gibt halt auch Fans die dir hinterherreisen und deine Setliste kennen und wissen auch, was gut oder schlecht ist. Und wenn solche Fans dir etwas sagen, dann sollte man auch zuhören und das tun wir dann auch sehr genau.


Necroweb: Stahlmann in fünf Jahren. Wo steht Ihr?

Stahlmann: Wir wollen die Weltherrschaft! zwinkern Wir machen unser Ding, wir wollen rocken so lange es geht, und wenn wir in irgendeiner kleinen Klitsche eine Show spielen können, werden wir das machen und wenn wir uns weiterhin so gut verstehen, kann ich mir gar nicht ausmalen, was noch passiert.


Necroweb: Was wollt Ihr den Lesern noch mitteilen?

Stahlmann: Ich hab nen harten! zwinkern Lasst euch auf jeden Fall auf den Shows sehen, hört bei MySpace rein, meldet euch bei uns und sagt euch, was euch gefällt und was euch nicht gefällt!
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