LOXODROME – Mirrors Reflection

von Timo

  • Verlag : Eigenvertrieb
  • Bewertung : 8 von 10 Punkte
  • Format : EP
  • Veröffentlichung : 22.06.2012
  • Spielzeit : 25:23 min
LOXODROME - Mirrors Reflection

LOXODROME – Mirrors Reflection (© Loxodrome)

Mit “Mirrors.Affection” haben die österreichischen Jungs von Loxodrome letztes Jahr eine dreiteilige EP-Reihe begonnen, die vor allem den Zweck haben soll, die Jungs endlich im Musikbusiness zu festigen, was sie sich nach 13 Jahren des Bestehens mit unzähligen erfolgreichen Gigs auch wirklich verdient hätten.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: Kann der mir vorliegende zweite Teil der Reihe mit dem Titel “Mirrors.Reflection” dem ersten das Wasser reichen?

Schon nach den ersten Tönen hat man das Gefühl, dass die Produktion, die beim Vorgänger schon sehr gut war, noch besser geworden ist. Vielleicht, weil sie ein Stück ‘knarziger’ ausfällt und dadurch dreckiger wirkt.
Ein Blick auf iTunes zeigt dann unter dem Punkt ‘Genre’ die Bezeichnung Metal, und nicht wie beim Vorgänger Rock. Zufall oder Absicht sei dahingestellt, es passt jedenfalls.

“Mirrors.Reflections” überzeugt gleich von Beginn an mit dem Opener “Talent Show”.
Mit einer dicken Rhythmuswand im Rücken arbeiten sich die Gitarren durch den Riffdschungel, um dann im Chorus, wie mittlerweile gewohnt von Loxodrome, Raum für Melodien zu schaffen, die sich sofort im Hirn festsetzen.

“No Slight Return” ist da schon etwas sperriger. Auch hier arbeiten die Gitarren mit schweren Geschützen.
Lediglich der Gesang ist in den Strophen und der Bridge mit grenzwertigem (weil nicht sofort nachvollziehbarem) fast melodielosem Gesang gesegnet.
Ein Song, der eindeutig länger braucht, bis man die Absicht dahinter verstanden hat. Hat es allerdings erst mal ‘klick’ gemacht, sieht man nur noch ein fieses Monster, das zum Pogo einlädt!

Mit “Down The Line” geht es dann wieder etwas weniger sperrig weiter. Trotzdem ist auch dieser Song nichts zum ‘einmal hören und toll finden’.
Die eher negative Stimmung fordert den Hörer dazu auf, sich zumindest ein Stück weit auf die gleiche Gefühlslage zu begeben, um die volle Packung abzubekommen.

Dann allerdings greifen Loxodrome mit “Mud” für meinen Geschmack etwas daneben. Das liegt zum einen an dem kreischenden Gesang, der ihrem Sänger so überhaupt nicht steht und eher das Gefühl hinterlässt, als hätte er sich dabei furchtbar wehgetan.
Zum anderen liegt es daran, dass die Gitarrenarbeit zu sehr an die beiden Vorgängersongs erinnert.
Auch das Outro des Songs wirkt etwas aufgesetzt.
Fairerweise muss man sagen, dass es einen guten Übergang zum nächsten Track bildet.

Dabei handelt es sich um “Other Side”, und hier geben die Österreicher wieder richtig Gas und machen alles richtig.
Melodiöser Chorus, der richtige Stimmbereich für den Sänger – so wird es ein Hit!

Wie schon bei “Mirrors.Affection” bildet auch bei “Mirrors.Reflection” ein Akustiksong das Schlusslicht.
“In The Rain” ist ein richtig schöner Chill-out Song, völlig ohne eigenartige Experimente; einfach nur Gitarre und Gesang. Mehr braucht eine Ballade auch nicht.

“Mirrors.Reflection” ist definitiv anders als “Mirrors.Affection”, die Grundstimmung ist düsterer und ein wenig aggressiver. Produktionstechnisch ist es minimal ansprechender als der eh schon tolle Vorgänger.
Dafür ist das Songwriting auf “Mirrors.Reflection” etwas sperriger und weniger leicht zugänglich geworden. Das ist natürlich im Normalfall kein Kriterium, aber “Mirrors.Affection” ist da viel schneller im Ohr hängen geblieben und somit sind die beiden Alben absolut gleichwertig.

Nun dürfen wir gespannt sein, wie der dritte Teil der “Mirrors”-Reihe klingen wird. Freunde des fetten Groove Core dürfen sich dieses Album auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

Loxodrome – “Making of “Mirrors.Reflection”"

(© Loxodrome)

Trackliste

01 Talent Show
02 No Slight Return
03 Down The Line
04 Mud
05 The Other Side
06 In The Rain

Autor