LIV KRISTINE – Libertine
von blackrose
- Verlag : Napalm Records
- Bewertung : 8 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 07.09.2012
- Spielzeit : 41:06 min

LIV KRISTINE – Libertine (© Napalm Records)
Nicht nur mit ihrer ehemaligen Band Theatre Of Tragedy oder dem Nachfolgeprojekt Leaves’ Eyes kann die gebürtige Norwegerin Liv Kristine auf zahlreiche Charterfolge zurückblicken, auch als Solokünstlerin weiß man die Sängerin zu schätzen.
Dabei gibt sich Liv Kristine stilistisch wandelbar.
Während sie mit ihren Bandprojekten weitestgehend im Gothic Metal-/Rock-Bereich anzusiedeln war bzw. ist, stürmt sie auf Solopfaden die gitarrenlastigere Pop-Szene.
Selten veredelt sie dabei ihre Tracks also mit einer rockigen Note, vorwiegend zum Ausdruck kommend durch riffstarke Gitarren.
Auf ihrem neuen Album “Libertine” äußert sich dies allerdings auch im Duett mit Tobias Regner.
“Vanilla Skin Delight” heißt der Song, der neben den zarten weiblichen Vocals Kristines ebenfalls Regners Rockröhre vorweist, die gleichzeitig einen schönen Kontrast dazu bildet und den Song an Profil gewinnen lässt.
Letztere kommt phasenweise zusätzlich leicht verzerrt daher, was den Härtegrad zusätzlich zu steigern weiß.
Durch seine Eingängigkeit und die harmonische Kombination der männlichen und weiblichen Stimme sticht “Vanilla Skin Delight” aus dem Gesamtgeschehen heraus und ist gleichsam Highlight und ehrwürdiger Anspieltipp auf “Libertine”.
Mit weniger Ecken und Kanten, dafür aber im flotten Tempo und mitreißend schließt sich “Paris Paris” an, das zudem teils französischsprachig vorgetragen wird.
Ein weiterer Titel, der die ansonsten vorherrschende Ruhe und den Gleichklang auf “Libertine” unterbricht und für gewisse Action sorgt.
Denn dies ist auch der Kritikpunkt, den man an dem neuen Werk Liv Kristines finden kann; es ist – mit Ausnahme der genannten Titel – zu einseitig, ruhig und somit auf Dauer wenig interessant oder überraschend.
Bereits “Interlude” startet träumerisch in das Album und wird vom folgenden “Silence” diesbezüglich gar noch übertroffen, obschon sich die Sängerin hier gegen Ende zu steigern weiß und neben einer dominanten Pianomelodie die Gitarren an Fahrt aufnehmen.
Balladeske Momente, angelehnt an von Tarja Turunen interpretierten Kompositionen, reihen sich Song für Song aneinander, geben sich zugleich jedoch nicht umgehend eingängig. Es gilt also, “Libertine” zu entdecken; dazu benötigt es mehrerer Durchläufe. Dies ist allerdings als Kompliment zu werten, denn 08/15-Songstrukturen sucht man glücklicherweise vergebens.
Ebenfalls sollte übrigens das Ambiente zum Hören stimmen. Für eine Cabriofahrt über Land eignet sich die Mehrheit der Songs beispielsweise nämlich nicht.
Aus diesem Grund empfiehlt sich “Libertine” vor allem für jene, die auf ruhigere Töne stehen und ebenso gegen die einschlägige Popseite nichts einzuwenden haben.
Liv Kristine liefert mit “Libertine” eine gute Leistung ab, die man von ihr kennt. Somit wird man schon an wenigen Liedern die Handschrift und eigene Stimmfarbe der Sängerin heraushören. Wem also ihre Vorwerke, zuletzt das Album “Skintight”, schon gefallen haben, der macht auch mit “Libertine” nichts verkehrt.
Ein weiteres Kaufargument ist die noch erwähnenswerte Produktion, für die auch dieses Mal Ehemann und Leaves’ Eyes-Bandkollege Alexander Krull verantwortlich ist.

(© Stefan Heilemann (Heilemania))
Trackliste
01 Interlude
02 Solve Me
03 Silence
04 Vanilla Skin Delight
05 Panic
06 Paris Paris
07 Wait For Rain
08 Love Crime
09 Libertine
10 Meet Me In The Red Sky
11 The Man With The Child In His Eyes










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