LEIPZIGER BUCHMESSE 2012
von Kiyhuri
- Datum : 15.-18.03.2012
- Veranstaltungsort : Leipzig, Neue Messegelände
- Ticketpreis : Tageskarte 13,50 Euro, Dauerkarte 29,00 Euro

Will man die Leipziger Buchmesse 2012 zusammenfassen, so ist die folgende Aufzählung sicher mehr als treffend:
Es war bunt, voll, interessant, abwechslungsreich und warm.
Auch in diesem Jahr läutete die Stadt Leipzig den Bücherfrühling ein und lud dazu vom 15.-18.03.2012 auf das Neue Messegelände und zu Europas größtem Lesefest “Leipzig liest”. Mit 2.071 Verlagen aus 44 Ländern sowie 2.780 Autoren und Mitwirkenden wurde dem Messepublikum bei 2.600 Veranstaltungen an 350 Leseorten ein umfangreiches Programm geboten. Da sich die beiden Städte bereits einen Flughafen teilen, wollte auch die Stadt Halle (Saale) bei diesem Ereignis mitmischen und wurde kurzerhand durch die Veranstaltungsreihe “Halle liest mit” integriert.
Bereits im Vorfeld fand am 13. und 14.03. eine wissenschaftliche Konferenz an der Leipziger Universität statt, die sich mit den Poetologien des deutschsprachigen Gegenwartromans befasste und allen Interessierten offenstand.
Neben zahlreichen Lesungen, Vorträgen und Preisverleihungen konnten sich die Besucher der Messe ein Bild über die Neuerscheinungen und Programme der Aussteller machen. Dabei wurde der Präsentation vieler kleiner, unabhängiger Verlage, vor allem aus Mitteldeutschland, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Doch auch zahlreiche internationale Aussteller waren vertreten. Die Messe gestaltete sich insbesondere durch die enorme Anzahl an Cosplayern sehr bunt, die sich in der Glashalle ansammelten oder in Halle 2 auf dem Japan-Markt stöberten, der in seinem Überfluss an Gegenständen und Farben für eine Reizüberflutung beim normalen oder gar nur schwarz gewohnten Besucher sorgte.
Im Rahmen der Buchmesse konnte sich das Messepublikum auch an einem Weltrekord-Versuch im Staffel-Lesen beteiligen, der am Freitag vom Anbieter der mobilien Bibliothek Skoobe ausgerichtet wurde. Jeder Teilnehmer musste dabei fehlerfrei einen Satz vorlesen. Der alte Rekord von 415 Teilnehmern konnte dabei passend zur Jahreszahl mit 2012 fehlerfrei vortragenden Personen gebrochen werden.
Die Leipziger Buchmesse setzte 2012 zahlreiche Schwerpunkte. So konnten sich vor allem junge Autoren im Programm autoren@leipzig über die richtigen Marketing-Strategien oder die Verlagssuche informieren, fachliche Anregungen suchen und sich untereinander austauschen. Auch für die Verlage gab es im Programm bücher.macher Informationen zur Zukunft der Buchbranche. Im Fokus BILDUNG standen besonders die Kinder- und Jugendliteratur sowie die schulische Bildung im Mittelpunkt des Interesses. Der Schwerpunkt buch+art widmete sich der Kunst rund ums Buch. Neben der Präsentation zahlreicher Kunsthochschulen konnten in Halle 3 Druckgrafiken, künstlerische Buchprojekte, originelle Einrichtungsideen, kreative Schreibwerkzeuge und ähnliches betrachtet werden. Für Buch- und Typographie-Liebhaber war dieser Bereich auf jeden Fall sehr lohnenswert. Auch die zunehmende Digitalisierung zeigte sich auf der Buchmesse: Neben Hörbüchern rückten nun verstärkt E-Books und elektronische Medien ins Zentrum des Interesses. Neu war in diesem Jahr ein Gemeinschaftsstand für die digitalen Speichermedien DVD und Bluray, die für den Buchhandel interessanter gemacht werden sollen. International ging es beim Programmschwerpunkt tranzyt zu, der Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus vorstellte und somit Veröffentlichungen aus den Regionen Mittel- und Osteuropa schmackhafter machte. Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2012, Neuseeland, lieferte mit einigen Veranstaltungen bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Herbst. Eine weitere Neuheit im Schwerpunkt Comic bildete in diesem Jahr die Graphic Novel. Neben den Vorstellungen einiger Werke wurde die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Graphic-Novel-vertreibenden Verlage und die Informationsvermittlung hinsichtlich ihrer Abgrenzung zum Comic gelegt.
Zur Eröffnung der Buchmesse am Donnerstag spielte auch das Wetter mit: Der Begriff “Bücherfrühling” erhielt in diesem Jahr seine Legitimation, da die warmen Sonnenstrahlen die Lust aufs Lesen und Stöbern erst recht begünstigten. Dies war auch im Laufe des Tages spürbar, sodass die Freiflächen des Messegeländes von den Besuchern zum ausgiebigen Schmökern oder zum literarischen Austausch an den Teichen genutzt wurden.
Bereits 9.30 Uhr füllte sich die Glashalle beachtlich. Erste Tüten und Werbegeschenke wurden erbeutet, die Stände der ZEIT, der Fernsehsender 3Sat, MDR, Phoenix, ARD und ARTE sowie des Deutschlandradios waren von Menschentrauben umringt und vor den Hallen bildete sich ein dichtes Gedränge, das sich mit dem Eröffnungsgong der Messe pünktlich um 10 Uhr in die Hallen ergoss.
Mein Weg führte mich Zunächst in Halle 3, in der ich ein wenig an den Ständen stöberte und zunächst versuchte, eine grobe Orientierung und so etwas wie einen System für den Rundgang zu finden. Aber schon beim ersten Gedanken à la “Oh, spannend!” war jeglicher Gedanke daran verflogen. Dies führte dazu, dass man endlose Schleifen drehte, dabei immerhin ständig etwas Neues entdeckte, aber nie dort ankam, wo man hinwollte. Im Irrglauben zum Übergang in die nächste Halle zu gelangen, manövrierte ich mich kreuz und quer direkt ans falsche Ende. Macht nix, angekommen bin ich trotzdem irgendwann. ![]()
Als Literaturstudentin wollte ich mich zunächst über die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik informieren und bin daher zu deren Vorstellung in Leipzig liest-Forum gegangen. Nominiert waren SHERKO FATAH (“Ein weißes Land”), ANNA KATHARINA HAHN (“Am schwarzen Berg”), WOLFGANG HERRNDORF (“Sand”), JENS SPARSCHUH (“Im Kasten”) sowie THOMAS VON STEINAECKER (“Das Jahr in dem ich aufhörte mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen”).
Nachdem ich im Anschluss weiter auf die Jagd nach interessanten Neuerscheinungen ging und mich so allmählich durch alle Hallen arbeitete, ging es zur Leseinsel Junge Verlage, auf der eine Diskussion zum Thema “Graphic Novels – Müssen Comics jetzt so heißen?” geführt wurde. Ehrlich gesagt bin ich nach wie vor verwundert, dass diese erst jetzt in den Fokus rückten, ist mir der Begriff doch wenigstens durch Neil Gaimans “The Sandman” immerhin schon einige Jahre bekannt. Aber gut, machen Dingen wird eben besser spät als nie Beachtung geschenkt. Die Diskussionsteilnehmer kamen mehr oder weniger zu dem Schluss, dass Graphic Novels dem Comic zwar ähneln, sich jedoch inhaltlich deutlich davon distanzieren, da die Handlung sehr viel komplexer ist und bereits der Belletristik zugerechnet werden kann. Daher eignen sie sich nicht nur für Kinder und Jugendliche oder Liebhaber eher seichterer Literatur, sondern insbesondere für erwachsene Rezipienten. Die Zuteilung einzelner Werke in die jeweiligen Kategorien scheint in der deutschen Buchbranche hingegen nicht eindeutig geregelt. Daher erscheint die Graphic Novel zum Teil als schlichte Aufwertung des als Schund verschrieenen Comics zum populären und seriösen Medium.
Weiter ging es in Halle 2 mit der ersten Fantasy-Lesung. CHRIS SCHLICHT stellte auf der Leseinsel ihren frisch zur Buchmesse erschienenen Roman “Maschinengeist” vor, dessen Handlung als Steampunk-Krimi im Rhein-Main-Gebiet zusammengefasst werden kann.
Im fliegenden Wechsel überließ sie die Bühne danach OLIVER PLASCHKA, Träger des Deutschen Phantastik-Preises 2008, der aus seinem Buch “Die Magier von Montparnasse” las. In seinem Roman entführt er die Leser ins Paris des Jahres 1926, in dem ein Bühnenzauberer in Schwierigkeiten gerät, da er aufgrund eines defekten Mechanismus echte Magie einsetzen muss. Stil und Sprache des Romanes sind sehr interessant gestaltet und tragen zur Spannung bei, da die Handlung beispielsweise aus ständig wechselnden Perspektiven erzählt wird, die immer neue Erkenntnisse für den Gang der Geschichte hervorbringen.
Um 16 Uhr fand in der lichtdurchfluteten Glashalle der Neuen Messe schließlich die achte Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse statt. Den Preis erhielten CHRSITINA VIRAGH für ihre Übersetzung der “Parallelgeschichten” von Peter Nádas, JÖRG BABEROWSKI (“Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt”) im Bereich Sachbuch/Essayistik sowie WOLFGANG HERRNDORF (“Sand”) im Bereich Belletristik.
Nachdem die Preisträger verkündet waren, begab ich mich erneut zur Leseinsel Fantasy, um mir CHRISTIAN VON ASTERs Lesung aus seinem Roman “Der letzte Schattenschnitzer” anzuhören. Das Konzept des Buches hörte sich sehr interessant an, führen die Schatten gewissermaßen ihr Eigenleben und unterwerfen die Menschheit.
Das Publikum, dass sich zu der letzten Lesung auf der Fantasy-Leseinsel eingefunden hatte, blieb im Anschluss daran gleich sitzen, denn um 17 Uhr wurde erstmalig der SERAPH, ein Jurypreis der 2011 gegründeten Phantastischen Akademie, verliehen, der die phantastische Literatur fördern soll. Die Jury setzt sich aus Lektoren, Buchhandelsvertretern und Pressemitarbeitern zusammen, die aus über 80 Vorschlägen von 30 Verlagen die Gewinner in den Kategorien “Bestes Buch” und “Bestes Debüt” wählten. Die Preisverleihung begann mit einer kurzen Retrospektive auf die Gründung der Akademie durch Oliver Graute und Natalja Schmidt. Die Laudatio für das beste Buch hielt der Autor BORIS KOCH, der den Preis an CHRISITAN VON ASTER für “Der letzte Schattenschnitzer” überreichen konnte. Dieser überzeugte die Jury durch die originelle Geschichte und sein sprachliches Niveau. Zwar hielt er die Auszeichnung für eine Verwechslung; die Freude darüber war ihm aber deutlich anzusehen. Der mit 2000 Euro dotierte Förderpreis für das beste Debüt wurde von einer Stellvertreterin der Stadtwerke Leipzig überreicht und ging an NINA MARIA MAREWSKI für ihr Werk “Die Moldau im Schrank”, in dem die Ich-Erzählerin in eine Parallelwelt gerät, die ihr die alternativen Möglichkeiten ihres Lebens aufzeigt, woraufhin die Erzählerin Anteil am Leben ihres anderen Ichs nimmt. Mit einem Jubelschrei nahm die Autorin ihren Preis entgegen und gestand, dass sie sich gar nicht bewusst war, phantastische Literatur verfasst zu haben. Die SERAPH-Preisverleihung endete mit einer Feier der Gewinner bei Sekt, Orangensaft und Kuchen. Der SERAPH bildet meiner Meinung nach eine würdige Ergänzung zu allen anderen auf der Buchmesse verliehenen Preisen und lenkt den Fokus gerechtfertigt auf ein Genre, das eigentlich ungerechtfertig als Schund deklariert wird, bildet die Phantastik doch selbst in großen Klassikern einen essentiellen Bestandteil.
Wo der Donnerstag für mich endete, ging es am Freitag auch gleich weiter: Waren die Hallen bereits am Vortag aufgrund von Schulklassen und Fachbesuchern gut gefüllt, wurde das Durchkommen am Freitag durch noch mehr Besucher erschwert. Also richtete ich mich an diesem Tag bis auf Abstecher ans Blaue Sofa zu Gesprächen mit THOMAS VON STEINAECKER und MARTIN WALSER sowie dem gescheiterten Versuch, einer Lesung von WLADIMIR KAMINER beizuwohnen, fast schon häuslich auf der Leseinsel Fantasy ein. Dort präsentierte zunächst einmal OLIVER PLASCHKA seinen Steampunk-Roman “Der Kristallpalast”, der den Leser in die Zeit der ersten Weltausstellung im London des Jahres 1851 entführt. Nachdem ich wiederum einige Stände begutachtet hatte, fand ich eine überfüllte Leseinsel bei MARCUS HEITZ vor, der aus seinem Buch “Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass” las und sich in lockerer Manier den Fragen des Publikums stellte.
Direkt danach übernahm MICHAEL PEINKOFER die Bühne, um den ersten Band seines kurz vor der Buchmesse erschienenen Romans “Splitterwelten” vorzustellen, der als Trilogie angelegt ist. Zwischenzeitlich nahm ich hingegen die Gelegenheit wahr, ein kurzes Interview mit Oliver Graute vom Verlag Feder & Schwert zu führen.
14.30 Uhr begab ich mich dann ins Forum Hörbuch + Literatur in Halle 3, wo OLIVER USCHMANN, seines Zeichens unter anderem Journalist für die Magazine Visions und Galore, sein am 19.03. erscheinendes Buch “Überleben auf Festivals. Expeditionen ins Rockreich” vorstellte. Mit viel Humor beleuchtete er die verschiedenen Facetten vor, hinter und auf der Bühne, gab existentielle Tipps (auch wie man seine Slayer hörende Redaktion verärgern kann) und stellte u. a. kleine Passagen über die Zusammenstellung von Schokoflocken, die den Zuhörern im Forum Tränen in die Augen trieben.
Die letzten Lesungen des Tages führte mich zurück in Halle 2, in der WOLFGANG HOHLBEIN zusammen mit seinem Co-Autor DIETER WINKLER das Buch “Blutnacht” aus der “Chronik der Unsterblichen” präsentierte, welches vor Kurzem als Rockoper vertont wurde.
SANDRA BAUMGÄRTNER las zum Abschluss meines Messetages noch aus ihrem Buch “Seraphim – Carpe noctem”, einem Vampir-Krimi, dessen Handlung in Deutschland angesiedelt ist.
Trotz der Masse an Besuchern, die sich am Freitag auf der Buchmesse tummelte, ist es erstaunlich, dass man dennoch immer mal wieder auf bekannte Gesichter getroffen ist. Für die Heimfahrt waren dann jedoch stehende Ovationen für die ohnehin schon durchs ständige Herumgehetze geplagten Füße angesagt.
Samstag. Erfahrungsgemäß der besucherreichste Tag. Das bekam man auch im Zug zu spüren: Gerade so konnte ich mich noch in eine Ecke neben der Tür quetschen, während zahlreiche Cosplayer und andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig zurückblieben. Atmen war noch möglich, aber der sich im Schritttempo in Bewegung setzende Zug gleich einem Sardinenexpress. Fehlte nur die Marinade…
Nach einigen netten Gesprächen mit Verlagsmitarbeitern schlängelte ich mich zunächst zu einer Lesung von PETER SODANN aus einer von ihm verfassten Karl-May-Biographie. Eigentlich nur, weil dabei zwei Zufälle aufeinandertrafen: Der Intendant des halleschen Stadttheaters und Gründer meines heißgeliebten Stammcafés verfasst ein Buch über den Literaten meiner Geburtsstadt Radebeul, soso.
Ich verweilte jedoch nicht lange, da ich mich in die vorbeiströmende Menge einordnete, bis ich an der Ausbild-Bar angelangte. Dort las DIRK BERNEMANN aus seinem Roman “Trisomie so ich dir”. Darin erzählt er das verstörende Leben dreier Zufallsexistenzen, die nichtsdestotrotz für zahlreiche Lacher im Publikum sorgten. Auch ein neuer Text über Lieblingsmenschen und Lieblingsmusik sowie ein abschließendes Gedicht kamen sehr gut an. Nach der Lesung konnten die Zuhörer Bücher signieren lassen und kurz mit dem Autor plaudern. Ich hingegen ergriff meine Chance, ihn nach einem spontanen Interview zu fragen.
Weiter ging es auf Einbahnstraßen in Halle 2 zur Preisträger-Lesung des am Donnerstag verliehenen SERAPH mit CHRISTIAN VON ASTER und NINA MARIA MAREWSKI. Die Leseinsel platzte beinahe aus allen Nähten und die Besucher folgten gespannt den Worten der beiden Schriftsteller.
Da die Wegstrecken nun ein wenig länger dauerten, begab ich mich rechtzeitig zur Leseinsel Junge Verlage, um MYK JUNG aus seinem Buch “Der Herr der Ohrringe” vortragen zu hören. Beim Ausweichen der entgegenströmenden Massen fühlte man sich ein wenig wie in einem realistischen Videospiel.
Während der Lesung fiel mein Blick des Öfteren auf den Stand des Unsichtbar Verlages hinter mir, da dies der Treffpunkt zum Interview mit DIRK BERNEMANN war. In einem netten Gespräch tauschten wir uns über sein aktuelles Buch, den Prozess des Schreibens und den Wert von Musik für ihn aus.
In der vergeblichen Hoffnung, endlich einen Sitzplatz zu erhaschen, begab ich mich danach zum ARD-TV-Forum, um dort Gesprächen mit dem für seine literarischen Reportagen bekannten Schriftsteller LANDOLF SCHERZER und der Moderatorin SARAH KUTTNER zu folgen.
Da mir Fantasy-Halle an diesem Tag eindeutig zu überfüllt war, begab ich mich zum Ausklang des Messetages in die sonnendurchflutete Glashalle zum Blauen Sofa, um mir die für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierte ANNA KATHARINA HAHN und den für seinen Jugendroman “Crazy” bekannten BENJAMIN LEBERT anzuhören, der über sein neues Werk “Im Winter dein Herz” sprach, anzuhören.
Die Rückfahrt an diesem Tag war fast schon unmenschlich. Viel zu viele Besucher standen auf dem Bahnsteig und drängten in den Zug. Überall wurde geschoben, gedrückt, gebrüllt und beinahe in Panik ausgebrochen. Wie ein Tetris-Stein verbogen ging es dann eine halbe Stunde lang heimwärts, immer von dem seltsamen Gefühl begleitet, in einem Schweinelaster transportiert zu werden. Also: Nehmt samstags ein Auto!
Der Sonntag gestaltete sich zu meiner Überraschung sehr entspannt. Wider Erwarten konnte ich sitzend zur Buchmesse fahren, wurde nicht über den Haufen gerannt (bis auf eine Beinahe-Kollision mit MARCUS HEITZ) und da ich beinahe alle interessanten Aussteller in Gespräche verwickelt hatte, blieb nur noch eine handvoll Arbeit übrig.
Nachdem ich mir BERND PERPLIES Vorstellung des Buches “Magierdämmerung” zu Gemüte geführt hatte, beobachtete ich in der Glashalle ein wenig die bunten Cosplayer, bis meine Freunde eintrafen, mit denen ich gemütlich eine letzte Runde über die Buchmesse drehte. Ganz ohne großes Gedränge… Als ich schließlich glaubte, den Aufbau der Messehallen endlich durchschaut zu haben und mich direkt auf einen Zielpunkt bewegen zu können, war die Messe dann leider auch schon vorbei.
Alles in allem war die Leipziger Buchmesse 2012 sehr interessant und vielseitig. Neben netten Gesprächen bot einem das vielfältige Programm genügend Auswahlmöglichkeiten, um nicht einen einzigen Gedanken an Langeweile aufkommen zu lassen. Die Belohnung der viertägigen Wandertour durch die Messehallen waren nette Werbe-Gimmicks, bestenfalls kostenlose Leseproben, zahlreiche neue Eindrücke, Aufstockungen der heimischen Bücherregale und schmerzende Füße. Die nimmt man aber sicher gern in Kauf.











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"Fotografieren ist wie schreiben mit Licht, wie musizieren mit Farbtönen, wie malen mit Zeit und sehen mit Liebe." (Almut Adler) ...und immer passend für den Graben: "Fotografieren ist wie Bogenschießen. Richtig zielen, schnell schießen, abhauen." (Henri Cartier-Bresson)