JOACHIM WITT – Dom
von blackrose
- Verlag : Sony Music / Columbia
- Bewertung : 10 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 28.09.2012
- Spielzeit : 47:23 min
- Inhalt : auch als Doppel-CD im Ecolbook und als Vinyl erhältlich

JOACHIM WITT – Dom (© Sony Music)
Zur Person Joachim Witt gibt es nicht mehr viel zu sagen, hat er doch vor allem mit den vergangenen und immer noch gültigen Klassikern “Goldener Reiter” und “Die Flut” bereits Musikgeschichte geschrieben. Seine musikalischen Aktivitäten reichen schon lange auch bis in den Hörspielsektor hinein, denn nicht nur für “Dorian Hunter” steuerte er die Titelmusik bei.
Nun folgt ein weiterer Streich des gestandenen Mannes. Witt veröffentlicht mit “Dom” ein neues Studioalbum und katapultiert sich damit zurück ins Business und auf die großen Bühnen.
Als Vorgeschmack diente die Single “Gloria”, die gegenwärtig zudem als Untermalung für TV-Werbung zu hören ist.
Diese stellt zugleich den Opener des Werkes “Dom” dar. Beides – Singleauskopplung sowie Openerfunktion – sind clevere Schachzüge, weist “Gloria” doch bereits all das auf, was auch in den folgenden neun weiteren Songs zu hören ist.
Witt präsentiert sich nämlich insgesamt mit seinen aus “Bayreuth”-Zeiten gewohnten Stärken.
Dabei bildet sicherlich die Stimme der Musikikone den Mittelpunkt des Albums. Mit hohem Wiedererkennungswert kombiniert Witt seine außergewöhnliche Gesangsstimme mit reinen Sprachpassagen.
Darüber hinaus partizipiert der Hörer zusätzlich an Duetten wie “Blut” oder “Beben”, die durch eine helle, gefühlvolle weibliche Stimme bereichert werden.
Obwohl “Jetzt Geh” und “Königreich” ein wenig mehr Gas geben, gar zum Tanzen einladen und elektronische Finessen beherbergen, bleibt “Dom” zusammengenommen sehr ruhig und bedächtig.
Dafür sind nicht zuletzt die klassischen Arrangements (sich äußernd in sanften oder teils staccatoartigen Streichersequenzen) verantwortlich, die sich harmonisch in den musikalischen Kontext integrieren.
Melancholie wird erzeugt, ausdrucksstarke Melodien auf den Punkt inszeniert, Optimismus sowie Pessimismus lyrisch gleichermaßen geschürt, sodass auf diese Weise ein alles in allem nachdenkliches Album abgeliefert wird, das zum einen zwar mehrerer Hördurchläufe bedarf, um bis ins Detail und in aller Schönheit erfasst werden zu können, zum anderen jedoch damit belohnt, sich in der hier gebotenen Musik fallen lassen zu können und sich auf sanften Tönen treiben zu lassen.
Wem also “Dom” nach dem ersten Durchlauf zu ruhig erscheint, der sollte sich erneut Zeit nehmen, das Album ein weiteres Mal zu hören.
Alle, denen Witt bereits vertraut ist und die Gefallen an dem Künstler finden, dürfen auch bei “Dom” zugreifen. Enttäuschungen wird es kaum geben.
Witt wie er leibt und lebt – ganze 10 Punkte für ein Album, das musikalisch wie textlich zu berühren weiß.
Joachim Witt – “Gloria”

(© ANGST-IM-WALD)
Trackliste
01 Gloria
02 Jetzt Geh
03 Tränen
04 Blut
05 Königreich
06 Beben
07 Licht Im Ozean
08 Komm Nie Wieder Zurück
09 Leichtsinn
10 Untergehen










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