J.B.O.

von Hypnotoad

  • Verlag : Megapress
  • Datum : 04.05.2012
J.B.O. 2012

J.B.O. (© )

Wir haben Vito C. von J.B.O. kurz vor dem Konzert der Band in dem Produktionsbüro der Festhalle Karlsruhe-Durlach getroffen und konnten ihn trotz der viel zu kleinen Location mit einigen Fragen löchern, bevor das wie immer legendäre Konzert begann.

 

 

 

NecroWeb: Ihr befindet euch derzeit auf “Killertour”. Was erwartet die Fans bei den anstehenden Konzerten?

Vito C.: Eine hoch motivierte Band, die viel Spaß bei dem hat, was sie tut und dabei auf die Kacke haut.

NecroWeb: Unglücklicherweise ist ja Ralph vor Kurzem erkrankt, wodurch einige Konzerte verschoben werden mussten. Wie groß ist für eine Band der logistische Aufwand durch solche Ereignisse?

Vito C.: Es nervt wie Pickel am Arsch! Wir mussten ja die gesamte Crew informieren, genau wie die Veranstalter, sämtliche Ticketverkäufe umstellen und so weiter. Und als wir dachten, wir hätten alles erledigt, hat uns der Autoverleiher angerufen und gefragt, wann wir denn das Auto holen wollen. Wir mussten es am Ende trotzdem bezahlen.

NecroWeb: Ihr wart insbesondere im letzten Jahr extrem produktiv, denn ihr habt zwei Alben auf den Markt gebracht und es wurde ein Buch über euch geschrieben. Was können die Fans im Jahr 2012 noch von euch erwarten?

Vito C.: Weniger. Wir spielen auf jeden Fall live, aber werden sicherlich nicht wieder zwei Alben und ein Buch veröffentlichen, wobei ich noch einmal betonen möchte, dass nicht wir das Buch geschrieben haben, sondern dass es über uns geschrieben wurde. Da haben wir nicht viel gemacht, außer ein paar Interviews zu geben.

Das Album “Happy Metal Thunder” war auch schon ein wenig länger fertig, wir haben nur nicht den richtigen Zeitpunkt finden können, es unterzubringen und zu veröffentlichen. Man kann natürlich auch der Meinung sein, dass die Veröffentlichung drei Monate nach einem regulären deutschsprachigen Album recht nah dran ist, aber irgendwann mussten wir es ja rausbringen. Zudem richtet es sich eigentlich gar nicht an den deutschsprachigen Markt, sondern an den internationalen. Es war uns eben klar, dass wir, wenn wir es nicht in Deutschland veröffentlichen, erstens Ärger mit den Fans bekommen und zweitens wäre es dann über Importe sowieso auf den deutschen Markt gekommen.

NecroWeb: Hat das Album denn im Ausland funktioniert? Wie ist es angekommen?
Vito C.: Da wir ja im nicht-deutschsprachigen Ausland überhaupt keinen Bekanntheitsgrad haben, müssen wir im Grunde jetzt erst einmal mit dem Album in der Hand losziehen, das bedeutet da fängt die Arbeit erst an und Ergebnisse kann man noch nicht vermelden.

NecroWeb: Wie ist eigentlich die “Biografie des Blödsinns” entstanden? Du sagtest ja bereits, dass es nicht von Euch geschrieben wurde, aber mit Eurer Zusammenarbeit entstand. Wie viel Stress und Zeitaufwand hat das für Euch bedeutet, oder hattet Ihr da kaum etwas damit zu tun?

Vito C.: Wir haben uns ein paar Mal mit Carsten und Andrea getroffen, und haben den beiden alles mögliche erzählt. Also mit dem Schreiben hatten wir wirklich gar nichts zu tun, das haben nur Carsten und Andrea gemacht, ergo hat es auch keinen Stress bedeutet.

NecroWeb: Seid Ihr denn mit dem Buch zufrieden?
Vito C.: Es ist auf jeden Fall eine schöne Chronologie und ich kann mit Sicherheit sagen, was da drin steht das stimmt so.

NecroWeb: Aktuell seid Ihr mit dem Killeralbum unterwegs. Wie bewertet Ihr selbst dieses Album?

Vito C.: Das Killeralbum? Das ist voll das Killeralbum!

NecroWeb: Ihr habt einen ganz besonderen Song auf dieser CD, “Download”. Ziel war es ja, durch den Text bei allen Suchanfragen nach J.B.O. Downloads bei Google Platz 1 zu erreichen. Hat dieses Experiment funktioniert?

Vito C.: Ich glaube, das hat funktioniert.


NecroWeb: Wie schlimm ist denn für eine Band wie euch die illegale Downloaderei tatsächlich?

Vito C.: Ich kann nicht sagen, was es uns kostet, weil ich ja nicht weiß wie es wäre, wenn es diese Downloads nicht gäbe. Ich kann lediglich sagen, wie es im Vergleich zu heute vor 15 Jahren war.

Wir sind mit den aktuellen CDs auf ähnlichen Chartpositionen unterwegs wie damals und waren beispielsweise mit der “Laut!” auf Platz 13 und mit dem “Killeralbum” auf Platz 3. Die eigentlichen Verkäufe sind beim “Killeralbum” ungefähr ein zehntel im Vergleich zu “Laut”. Die “Laut” ist damals mit einer Erstauflage von 100.000 Stück an den Start gegangen, ist inzwischen auch mit 250.000 Verkäufen vergoldet worden, aber an diese Zahlen kommt man nicht mehr heran.

Ausgleichen können wir es nur bedingt. Wir haben einfach weniger Geld. Damals hatten wir wesentlich mehr Geld und mussten auf Tourneen nicht wirklich auf’s Geld achten. Wir konnten beispielsweise eine fette Projektionsanlage mitnehmen, wenn wir das wollten, die CD Verkäufe haben uns wunderbar finanziert. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Im Moment können wir froh sein, wenn wir durch die Verkäufe die Produktionskosten der CD decken können.
Wir müssen eben heutzutage bei den Live-Konzerten wesentlich härter kalkulieren, damit wir davon leben können.


NecroWeb: Kommen wir zu unseren Spontanfragen.
Was sind die drei coolsten Dinge, die sich jetzt in deinem Kühlschrank befinden?

Vito C.: Da gibt’s nichts Cooles. Da ist eine Wurstdose, ein Liter Milch und ein bisschen Käse drin. Ich hab keine Drogen oder Leichenteile im Kühlschrank.

NecroWeb: Die deiner Meinung drei legendärsten Alben aller Zeiten?
Vito C.: Das ist eine extrem subjektive Sache und ich müsste jetzt hier 22 oder 40 Titel nennen, deswegen kann es nur etwas sein, was mir spontan jetzt gerade einfällt. “If You Want Blood” von AC/DC, “Bat Out Of Hell” von Meat Loaf und “The Rocky Horror Picture Show”.

NecroWeb: Drei Dinge, ohne die Du nicht aus dem Haus gehst?
Telefon, Brille, Penis.

NecroWeb: Internet ist…
Vito C.: … vorhanden.

NecroWeb: Metal ist…
Vito C.: … hoffentlich laut.

NecroWeb: Liebe ist…
Vito C.: …manchmal ziemlich bescheuert.

NecroWeb: Fans sind…

Vito C.: … sehr sehr wichtig.

NecroWeb: Leben ist…
Vito C.: … viel.

Autor

“Ich hoffe mein Schaden hat kein Gehirn genommen.” – Homer Simpson