HORN OF THE RHINO – Grengus

von Don Peperoni

  • Verlag : Doomentia Records
  • Bewertung : 7.5 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 00.02.2012
  • Spielzeit : 45:37 min
HORN OF THE RHINO - Grengus

HORN OF THE RHINO – Grengus (© Doomentia Records)

Als ob man dem Rhinozeros das Horn im Schlaf heimlich abgesägt hätte, so klingen die Spanier Horn Of The Rhino auf ihren neuesten Langspieler “Grengus” – nämlich sehr wütend.

Das war nicht immer so, denn die Anfänge der Band gehen auf das Jahr 2004 zurück und waren vom Stoner Rock geprägt, den man mit Doom Metal ergänzte.
2010 erschien ein erster Langspieler, der den Titel “Wight Of Coronation” trägt. Dieser hat noch eine dezente Thrash-Note im Gepäck.

Aktuell vertieft man sich ebenfalls in die grimmige Thrash-Ebene und somit ist “Grengus” ein Gebräu, das von Thrash und Doom Metal dominiert wird.
Dabei versucht man nicht, in High-Speed Aggressionen zu bewältigen, sondern seine extrem miese Laune im dezenten Tempo an den Mann zu bringen. Natürlich – und um nicht wie eine Dampflok die Strecke voller Eintönigkeit zu bewältigen - sind auch einige Tempoausschweifungen auf diesem Langspieler enthalten.

Die etwas unsauber abgestimmten Gitarren sind dabei nicht einmal von schlechter Natur, sondern harmonieren gewiss mit den angepisst erscheinenden Vocals.
Selbst die dumpf nachhallenden Drums passen wie die Faust aufs Auge.
Was bei anderen Produktionen negativ auf die Bewertung schlägt, macht in diesem Fall den Sound und die Individualität des Silberlings aus. Ich muss zugeben, kaum je ein räudigeres Thrash-Doom-Werk zu Ohren bekommen zu haben.

Während die ersten beiden Tracks (“Under The Hoof” und “Pile Of Severed Heads”) nicht mehr mit der Reaktion auskommen, die ein Kind zeigt, dessen Eis in den Sand gefallen ist, gibt sich der Titeltrack “Grengus” sehr melodisch und rocklastig.

“Drowned In Gold” hingegen ist schon wieder in die Kategorie ‘Fass’ mich bloß nicht an!’ einzustufen, obwohl auch hier Stoner Rock Elemente integriert werden.
Vocaltechnisch ist vom wütenden ‘HB-Männchen’ nicht mehr viel übrig, ist man doch schon nahe am Amoklauf.

Bei dem Song “Waste For Ghouls” orientieren sich Horn Of The Rhino stilistisch an den beiden ersten Titeln, während die Nachfolgespur, “Awaken Horror Of Tuul”, musikalisch sowie stimmlich nahe am Death Metal anzusiedeln ist.

Vollkommen aus der Rolle fällt schließlich “Brought Back”, der akustisch und mit Klargesang angeschneit kommt, wobei die Akustikphase nur von kurzer Dauer ist. Gewiss erinnert dieser Song an die Progressive Metal Band Tool.

Abgeschlossen wird der Silberling mit dem Song “To Ride The Leviathan”, der wieder den Zorn der ersten beiden Songs aufzeigt.

“Grengus” von Horn Of  The Rhino ist eine geballte Ladung Wut, verpackt in doomlastigem Thrash Metal, der durchaus zu überzeugen weiß.
Dezente Rock-Elemente finden sich in einigen Tracks ein und sorgen für die nötige Abwechslung. Nur muss ich sagen, dass man bei einigen Songs ein wenig kreativer hätte sein können, da viele Lieder doch sehr ähnlich in Erscheinung treten.

Empfehlenswert ist der Langspieler für jeden, der seine schlechte Laune musikalisch untermauert haben will.
Freunde des doomigen Thrash Metal sollten allemal ein Ohr riskieren.

(© Horn Of The Rhino)

Trackliste

01 Under The Hoof
02 Pile Of Severed Heads
03 Grengus
04 Drowned In Gold
05 Waste For Ghouls
06 Awaken Horror Of Tuul
07 Brought Back
08 To Ride The Leviathan

Autor

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Das Leben vor dem Tod zu verdammen, wäre demnach auch verkehrt.