H.E.R.R. - The Winter Of Constantinople

von Deathbringer

  • Verlag : Cold Spring Records
  • Bewertung : - von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 01.08.2005
  • Spielzeit : 48:00 min
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H.E.R.R. - The Winter Of Constantinople (© )

Thematisch an die Belagerung von Konstantinopel angelehnt, eröffnet bereits das Artwork die Ausrichtung der Martial-Industrial/Neoklassik-Band H.E.R.R. – eine Verherrlichung des alten Europas. Von einem neuen römischen Reich träumend schildern sie in einer totalitären und antimodernen Sichtweise den Glanz der alten europäischen Metropolen, und die aus dem Osten nahenden Feinde. Um die politische Botschaft, in Form des Gesangs, unters Volk zu bringen gehen die vier Holländer anscheinend sogar so weit und schrauben ihre musikalischen Interessen und Talente etwas zurück, um nicht zu sehr vom Text abzulenken. So kommt es nicht von ungefähr, daß gerade die Instrumentals “Tanz Konstantinopel” und “Requiem” zu den stärksten Stücken des Albums gehören, das in der vorliegenden Version einen Re-Release des extrem limitierten Albums darstellt. Die sonst typischen Trommelrhythmen der martialischen Musik treten hier etwas mehr in den Hintergrund, dafür kommen vermehrt neoklassische Elemente zum Einsatz. So überzeugt die erste Hälfte von “Oneindigheid” als erstklassiges und eingängiges Pinaostück, bis dann der Sprechgesang einsetzt, und das Piano auf einen Schlag von der fesselnden Melodie abläßt und den Songs so leider zu einem mehr schlechten als rechten Stück werden zu lassen. Insgesamt ist “The Winter Of Constantinople” ein Album der Zwiespälte. Während der Gesang in “A New Rome” wirklich gut gelungen, melodiös und charismatisch über der mystischen Atmosphäre des an Arcana erinnernden Titels thront, erweist sich der direkte Nachfolger “Frühlings Erwachen” als totaler Fehlgriff. Zwar kann die musikalische Seite Anfangs noch überzeugen, doch der Sprechgesang macht alles wieder zu Nichte. In einem dermaßen unpassenden und gelangweilten Tonfall wird der in schlechtem Deutsch gehaltene Text vorgetragen, daß es einem einfach den Geschmacksnerv rausdreht.

H.E.R.R. hätten genug Potenzial um ein wirklich erstklassiges Neoklassik-Album mit martialischen Einflüssen zu erschaffen, doch leider lassen sie dieses Talent nur zu selten aufblitzen. Lieber stellen sie ihre Ideologie über die Musik, was den meisten Songs leider nicht sonderlich gut zu Gesicht steht. Zwar heben die Geniemomente das Album etwas über das Mittelmaß hinaus, zufriedenstellend kann dies allerdings angesichts des Talents nicht sein. Für Martial-Industrial Fans ist das Album ohnehin nicht zu empfehlen, dafür haben die Songs einen zu hohen Neoklassikanteil, in dem liegen jedoch die wirklichen Stärken des Albums.

Trackliste

01 The Fall Of Constantinople
02 Hopes Die In Winter
03 Hagia Sophia
04 Tanz Konstantinopel
05 Requiem
06 A New Rome
07 Frühlings Erwachen
08 Oneindigheid
09 Arise