H.E.R.R. - Fire And Glass: A Norwood Tragedy

von Saoirse

  • Verlag : Cold Spring Records
  • Bewertung : 8.5 von 10 Punkte
  • Format : EP
  • Veröffentlichung : 30.09.2007
  • Spielzeit : 18:54 min
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H.E.R.R. - Fire And Glass: A Norwood Tragedy (© )

Den Musikstil, welchen H.E.R.R. publizieren, bezeichnen sie selbst als Neoclassic. Und wahrhaftig, man fühlt sich ins späte 18. oder frühe 19. Jahrhundert zurückversetzt, wo Herren in Fräcken und Damen in Reifröcken durch die marmornen Gänge eines Adelshauses flanierten und sich im Salon zum Tee niederließen, um den Klängen des kleinen Orchesters zu lauschen.
Doch die Thematik, mit welcher sich H.E.R.R. beschäftigt, ist bei Weitem nicht so romantisch gelagert. Die Geschichte der bereits vierten Veröffentlichung “Fire And Glass: A Norwood Tragedy” behandelt die Zerstörung des Kristallpalastes und den nahenden Untergang des Britischen Empires.
Als Sänger kann man Troy Southgate, den englischen Part dieser britisch-niederländischen Kombo, eigentlich kaum bezeichnen, vielmehr fungiert er als Erzähler jener Geschichte. Fast klingt das Ganze wie ein Gruselhörspiel, untermalt von Cello, Streichern und Flöten.
H.E.R.R. frönen einem Stil, welcher auch dem Nicht-Klassik-Fan vielleicht schon ansatzweise aus seiner Schulzeit bekannt ist: So wie einst Prokofiev in seinem Stück “Peter und der Wolf” die einzelnen ‘Personen’ durch die unterschiedlichsten Instrumente vertont hat, fangen H.E.R.R. die Stimmungen ein und geben diese eindrucksvoll wieder.
“Sparks Of The Imaginative Mind” plätschert dahin und erzählt vom einstigen Glanz und Prunk, Troy Southgates Stimme untermalt von seichtem Geklimper eines Pianos. Eben dieses Piano steigert sich bei “Drowning In Showers Of Melting Glass” zu einem wütenden Crescendo. Fast sieht man die Scherben des Kristallpalastes niederregnen. “Memoirs Of Light” beeindruckt durch düstere Klänge der Streicher, der Erzähler gerät ins Hintertreffen. Wüsste man nicht, dass man nur eine Audio-CD eingelegt hat, könnte man annehmen, im Hintergrund liefe die Musik zu einem Horror-Spiel. “Embers” leitet zu guter Letzt mit Cello-Gezupfe das traurige Finale ein. Troy Southgate schont hier seine Stimme, der Hörer sieht sich nur den Instrumenten ausgesetzt.

“Fire And Glass: A Norwood Tragedy” ist kein Soap-Sound, den man neben Geschirrspülen und Wäschebügeln laufen lässt, viel eher ist diese CD eine Reise durch die Zeit und Geschichtsunterricht, wie man sich ihn wohl während der Schulzeit öfter gewünscht hätte.

(© )

Trackliste

01 Sparks Of The Imaginative Mind
02 Drowning In Showers Of Melting Glass
03 Memoirs Of Light
04 Embers

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