HEIKE EVA SCHMIDT – Purpurmond

von blackrose

  • Verlag : PAN
  • Bewertung : 10 von 10 Punkte
  • Format : Buch
  • Veröffentlichung : 01.03.2012
  • Autor : Heike Eva Schmidt
  • Seitenzahl : 352
  • ISBN oder ISSN : 978-3-426-28366-0
  • Sprache : Deutsch
HEIKE EVA SCHMIDT - Purpurmond

HEIKE EVA SCHMIDT – Purpurmond (© Heike Eva Schmidt)

“Ein romantisches Zeitreise-Abenteuer mitten in Deutschland” – so beschreibt die beiliegende Presse-Information das Debütwerk namens “Purpurmond” der Münchnerin Heike Eva Schmidt.
Und dies trifft den Nagel auf den Kopf, denn – wie auch dem Klappentext zu entnehmen ist – entführt Schmidt ihre Leser (überwiegend dürfte sich übrigens eine jüngere weibliche Leserschaft angesprochen fühlen) gemeinsam mit der Protagonistin Cat in die Zeit der Hexenverfolgung Bambergs im Jahre 1632.

“Als Cat einen alten Halsreif findet, legt sie ihn sich neugierig um. Dumm nur, dass das Schmuckstück mit einem Fluch belegt ist und sie geradewegs in die Vergangenheit befördert.
Zu allem Überfluss lässt sich der Kupferreif auch nicht mehr von ihrem Hals entfernen. Wären da nicht die kräuterkundige Dorothea und deren Bruder Jakob, der Cats Herz schneller schlagen lässt, würde sie wohl verzweifeln, vor allem, da der Halsreif sich immer enger zusammenzieht …”

Zugegeben, der Aspekt der Zeitreise ist gerade in Jugendbuch-Fantasyromanen nicht neu, allerdings setzt Schmidt ihre historische Thematik und fantastische Elemente hervorragend um und verbindet sie sogar noch mit der Gegenwart.

Gekonnt fügt die gebürtige Bambergerin geschichtliche Fakten in ihren Roman ein, ändert diese nur geringfügig ab und baut auf diese Weise eine Rahmenhandlung um bestehende Sagen und vergangene Begebenheiten auf.
Somit entsteht ein authentisch wirkendes Werk, das von der ersten Seite an fesselt und darüber hinaus ebenfalls Einblicke in die damalige Hochzeit der Hexenverfolgung garantiert.
Nicht zuletzt durch die eigene Herkunft Schmidts, sondern auch durch eine gute Recherchearbeit funktioniert “Purpurmond”, das eine Brücke zwischen der Neuzeit und dem 17. Jahrhundert zu schlagen weiß.

Dies macht sich auch sprachlich bemerkbar.
Denn obschon eine moderne und angemessene sowie flüssig lesbare Schreibweise dominiert, die immer wieder von humorvollen Passagen durchzogen ist, passt Schmidt ihr Vokabular und ihren Stil stets zu gegebener Zeit den beschriebenen Umständen an, versieht gar Textstellen mit poetischen Einflüssen. Ganz nebenbei und unbewusst trifft der Leser daher auf ein (nicht nur sprachliches) Ambiente des Frühbarock, bleibt gleichzeitig allerdings immer mit der Neuzeit verbunden.

Sicherlich gibt es Passagen, die man bereits in anderen Romanen ähnlich gelesen hat – so erinnert beispielsweise das Hilfegesuch an einen Professor an die “Mara”-Trilogie von Tommy Krappweis – dennoch arbeitet die Autorin derartige Aspekte zu eigenen und innovativen Ideen aus.

Entsprechend gut herausgestellt sind auch die Charaktere. Ihnen fehlt es – für den Umfang von 352 Seiten – nicht an möglicher nötiger Tiefe; ebenfalls verliert Heike Eva Schmidt sich nicht in kitschigem Liebesroman-Niveau. Glaubhaft und liebevoll gestaltet sie gerade diese Abschnitte voller Leidenschaft.

“Purpurmond” stellt ein sehr gutes schriftstellerisches Debüt der Autorin dar, die man dringend im Auge behalten sollte.

 

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