GRAVE DIGGER – Clash Of The Gods
von blackrose
- Verlag : Napalm Records
- Bewertung : 9 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 31.08.2012
- Spielzeit : 46:37 min

GRAVE DIGGER – Clash Of The Gods (© Napalm Records)
Mit der Mini-EP “Home At Last” schürten Grave Digger bereits vor einem Monat die Neugier auf ihren neuen Silberling “Clash Of The Gods” und gaben mittels des darauf enthaltenen Titeltracks einen nur kleinen, dafür aber gelungenen Vorgeschmack auf das, was da kommen soll, denn “Home At Last” fungiert als klassischer Power Metal Hit mit Ohrwurmgefahr (vor allem im eingängigen und umgehend mitgrölbaren Refrain) auf “Clash Of The Gods” als Rausschmeißer.
Darüber hinaus enthält der Rundling zehn weitere Titel, die Grave Digger jedoch teils von einer etwas anderen Seite zeigen.
Zwar findet man mit “Walls Of Sorrow” oder “Warriors Of Revenge” noch starke Hymnen und potenzielle Power Metal Klassiker vor, stilistisch bleibt sich die Band also stets treu, doch atmosphärisch geht das Quartett dunkler und variabler zu Werke.
Schon das mehr gesprochene als gesungene Intro “Charon” macht dies deutlich. Mit dunkler, rauer Erzählstimme empfängt man den Hörer, der musikalisch auf düsteren Seemannsgarn trifft.
Im zügigen Tempo treibt man das Album mit dem anschließenden “God Of Terror” voran.
Verhältnismäßig tief gestimmte Gitarren begleiten Chris Boltdendahls heiseren Gesang, der im Refrain durch shoutähnliche Backingvocals Verstärkung erhält. Verzerrte, psychedelische Elemente bringt man in das Gitarrensolo gegen Ende rein, während das Schlagzeug durchgehend den treibenden Rhythmus vorgibt.
“Helldog” hält die Spielgeschwindigkeit aufrecht und spiegelt die druckvolle Produktion gelungen wider.
Einzig im Refrain nimmt man das Tempo ein wenig zurück, was die Intensität steigert und den Titel gelungen auflockert. Sieht man vom Gesang einmal ab, erinnert das gute Stück in dieser Passage an den Songaufbau des Judas Priest-Hits “Painkiller”.
Einen musikalischen Bruch liefert dann das folgende “Medusa”. Bedächtig, geheimnisvoll und mit dem erneut mehr gesprochenen Gesang startet man in den Track, der sich binnen kürzester Zeit zu einem kraftvollen und harten Metal-Titel mausert. Eine Entwicklung, die Spaß macht und sich (u.a. durch den stampfenden Refrain) auch im weiteren Verlauf von “Medusa” sehr abwechslungsreich gestaltet.
Auf orientalische Klänge stößt der Hörer schließlich im Titeltrack.
Boltdendahls Gesang geht unter die Haut und lässt den einen oder anderen Whiskey zur Ölung der Stimme vermuten. Dies trägt ungemein zur Stimmung bei, die ebenfalls durch die langsame Instrumentierung zum Ausdruck kommt.
Eines der Highlights auf “Clash Of Gods” hört auf den Namen “Warriors Of Sorrow”. Balladeske Elemente im Refrain fügen sich in das Doublebass dominierte Gesamtgeschehen ein und sorgen für einen facettenreichen Song, der immer wieder gehört werden will. Absoluter Anspieltipp!
Nachdem “Call Of The Sirens” fast schon mit Doom-Attidüde aufwartet, schiebt man mit “With The Wind” ein instrumentales Zwischenspiel ein, das allerdings viel zu kurz geraten und somit überflüssig ist.
Dass sich Grave Digger auf “Clash Of The Gods” atmosphärischer geben, liegt eventuell am leicht veränderten Konzept des Albums.
Widmete man sich in der Vergangenheit noch weitgehend der Mystik Schottlands, so wird das neue Album von der griechischen Sagen- und Götterwelt beherrscht. Eine Idee, die bereits von einigen Bands aufgegriffen wurde, hier aber gelungen und abwechslungsreich umgesetzt wird. Hoffen wir, dass auch die Fans der Band dies zu würdigen wissen.

(© Grave Digger)
Trackliste
01 Charon
02 God Of Terror
03 Helldog
04 Medusa
05 Clash Of The Gods
06 Death Angel And The Grave Digger
07 Walls Of Sorrow
08 Call Of The Sirens
09 Warriors Revenge
10 With The Wind
11 Home At Last










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