GERM – Wish

von Don Peperoni

  • Verlag : Eisenwald
  • Bewertung : 9.5 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 00.03.2012
  • Spielzeit : 42:08 min
GERM - Wish

GERM – Wish (© Eisenwald)

Germ aus Australien ist ein Projekt des Musikers Tim, der hinter zahlreichen weiteren Projekten steckt; die bekanntesten sind sicher Austere, Grey Waters und Woods Of Desolation.

Mit Germ bleibt sich der Herr in seinem Schaffen allerdings treu und leistet seinen Beitrag zur Erweiterung des Stammbaums in der Kategorie ‘Black-Metal-Neuland’.

Zwar ist es nicht ungewöhnlich, Keyboards in den Schwarzmetall zu verfrachten, aber in der Form, wie es Germ praktiziert, taucht diese Verschmelzung nur hier auf.
Im Gegensatz zu anderen Bands wird dem Schwarzmetall nicht nur eine Melodie eingeflößt, sondern das komplette Genre Trance untergeschoben.
Auch wird stimmlich viel im Pop-Bereich vorgetragen. Hierzu gesellen sich Vocals des Depressive Black Metal.

Mit “Wish” kommt nun das erste Album seit Projektbestehen, welches immerhin auf das Jahr 2003 zurückzudatieren ist, heraus.
2006 erschien bereits die EP “Raving Mad With Sadness”, die drei Songs beinhaltet und auf der MySpace Seite der Band zu begutachten ist.

“Wish” wurde schon im Oktober 2009 aufgenommen, die Veröffentlichung folgte 2011, hier in Deutschland aber erst im März 2012 durch das Label Eisenwald.
Ebenfalls für 2012 ist die EP “Loss” angekündigt.

Den Sound von Germ zu beschreiben, ist nicht die Schwierigkeit; dessen komplette Wirkung jedoch in Worte zu fassen, ist nahezu unmöglich.
Der Black Metal, den Germ zum Ausdruck bringen, ist durch das Mischen mit gewöhnlichen Rock-Elementen schon einmal in der Wirkung gedrosselt. Hierdurch ist gänzlich alle Aggression des Genres genommen. Lediglich die melancholischen Ebenen werden gewahrt, die mit dem Trance harmonisch verschmelzen.
Letzterer hat eine packende Aura an sich, wie sie der Pionier des Trance, Jean Michel Jarre, seit Ende der 70er erstmals auf dem Monument “Oxygène” ähnlich erzeugte.

Dieser Musik noch Pop-Gesang zuzufügen, hört sich erst einmal vollkommen bizarr an. Doch Germ praktiziert diese Fusion, ohne auch nur im Ansatz ins Lächerliche zu geraten.

Ein futuristisches Flair, gepaart mit Melancholie und epischer Anmut, wird durch den Silberling vermittelt.
Als passendes Wort fällt mir, um auf den Punkt zu kommen, ganz banal nur ‘traumhaft’ ein.

“Wish” von Germ ist eventuell ungeeignet für Black Metal Fans, die an der Urbeständigkeit ihres Genres festhalten.
Auch Anhänger des Depressive Black Metal werden mit dem Parallelprojekt Austere möglicherweise mehr anfangen können.
Trotzdem kann ich beiden Parteien raten, Germ anzutesten. Meine anfängliche Skepsis ist purer Begeisterung gewichen.

Germ – “So Lonely, Dead Lonely” (Songvorschau zur bald erscheinenden EP “Loss”)

(© Germ)

Trackliste

01 An Overdose On Cosmic Galaxy
02 Asteroid Of Sorrow
03 Oxygen
04 Breathe In The Sulphur / A Light Meteor Shower
05 Gravity
06 Flowers Bloom And Flowers Fall, But I'm Still Waiting For The Spring
07 Infinity
08 Your Smile Mirrors The Sun
09 Wish

Autor

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Das Leben vor dem Tod zu verdammen, wäre demnach auch verkehrt.