FITZCARRALDO – Oldenburg
von blackrose
- Verlag : BaxxBeatMusic
- Bewertung : 7 von 10 Punkte
- Format : EP
- Veröffentlichung : 04.06.2012
- Spielzeit : 17:04 min
- Inhalt : CD-Digipak limitiert auf 100 Stück

FITZCARRALDO – Oldenburg (© BaxxBeatMusic)
Mit der EP “Oldenburg” läuten die Aschaffenburger Fitzcarraldo sowohl das Ende als auch einen Neuanfang ihrer Band ein, denn agierte man zu Zeiten ihres Albums “Lass Sein Was Ist” (2010) noch zu viert, vergrößert man sich nun um ein weiteres Mitglied.
Das erste Ergebnis von Fitzcarraldo mit neuem Basser und zusätzlicher dritter Gitarre wird es im Herbst durch einen neuen Silberling zu hören geben, vorher setzt man dem Schaffen als Quartett jedoch noch die Krone auf, indem “Oldenburg” veröffentlicht wird.
Alle Interessierte und Fans der Band sollten sich jedoch sputen, denn der nur fünf Songs umfassende Rundling ist auf 100 Exemplare limitiert.
Aufgenommen wurde das gute Stück im Jahre 2009 während der “Lass Sein Was Ist”-Session in der Tonmeisterei Oldenburg; produktionstechnisch gibt es damit schon einmal nichts zu bemängeln.
Dies zeigt sich unter anderem bereits in dem homogen integrierten Sample des Openers “Lust Auf Doom?”.
Dieser kommt – mit Ausnahme des Samples – rein instrumental daher. Damit baut sich eine dunkle Atmosphäre auf, die insbesondere von den Gitarren getragen wird. Das doomtypische Riffing schleicht sich in die Gehörgänge der Konsumenten, während mehr als dezent die Drums zum Einsatz gebracht werden.
An Bedeutung gewinnen Letztere im folgenden Track “Pneumonie”. Zwar nehmen die Gitarren ähnliche Melodien des Openers auf, “Pneumonie” erlangt aber an Aussagekraft durch die zunehmende Verzerrung ebendieser und die geballte Ladung Drumming.
Dabei verkünstelt man sich nicht zu sehr, sondern beschränkt sich auf sich wiederholende, einfache Schlagtechniken.
Nach nur 2:04 Minuten ist der Titel, welcher abermals ohne Gesang auskommt, jedoch auch schon zu Ende.
Die Spielzeit unterbieten Fitzcarraldo auf ein Neues, denn das sich anschließende “Olympiade” erstreckt sich lediglich auf 1:54 Minuten.
Indem nur einzelne Töne separat und repetitiv auf der Gitarre angeschlagen werden, stellt man das Klavier in den Mittelpunkt.
Trotz (oder gerade aufgrund) dieses instrumentalen Minimalismus’ gelingt es dem Hörer, sich gänzlich auf “Olympiade” einzulassen.
Durch die fast schon meditative Wirkung ein absolutes Highlight der EP.
Eine wahrhaft überraschende Entwicklung macht “Howard” durch.
Von sphärischen, ambienten Arrangements zu Beginn, über hervortretende verstörende Gitarren im Mittelteil, bis hin zu harten Doom/Stoner Rock-Passagen am Ende – mit 4:42 Minuten Laufzeit gewährt man dem Titel eine Vielzahl erdenklicher Stadien, die Abwechslung bescheren und den Song dennoch in sich stimmig wirken lassen.
Vor allem der Wechsel von sphärischen Klängen zur fetten Gitarrenwand überzeugt.
Ähnlich baut sich auch der Rausschmeißer “Ruine” auf, der gekonnt mit der Lautstärke spielt.
Hier kommt die Experimentierfreude von Fitzcarraldo zum Vorschein, und erstmals auf “Oldenburg” kann der Hörer Gesang vernehmen, der jedoch eher im spoken word Gewand daherkommt. Diesbezüglich hätte es ruhig ein wenig mehr sein dürfen, um nicht gänzlich einer etwaigen Monotonie zu verfallen.
Fitzcarraldo im 4er Format verabschieden sich von ihren Zuhörern mit einem wirklich sehr kleinen Abschiedsgeschenk.
Die geringe Anzahl an Tracks wird nur noch getoppt von der noch kürzeren Spielzeit. Selbst für eine EP ist dies ein wenig mau.
Bedenkt man aber, dass das auf “Oldenburg” befindliche Material quasi ein Restbestand von Songs ist, der es nicht auf “Lass Sein Was Ist” geschafft hat, so ist eine Erklärung dafür immerhin gefunden.
Alles in allem ist “Oldenburg” jedoch kein Werk, das lange hängen bleibt.
Die Abwechslung und die Entwicklung der einzelnen Songs stehen zu sehr im Vordergrund, als dass ein umgehendes Gefallen gewährleistet ist. Somit sind einige Tracks gar anstrengend zu hören.
Spannender ist hingegen, wie sich der Sound der ‘neuen’ Fitzcarraldo anhören wird. Wer die Wartezeit überbrücken möchte, und die Eigenheiten der Band bereits kennt, der kann bei “Oldenburg” zugreifen, andernfalls weicht man vielleicht einfach auf “Lass Sein Was Ist” aus.

(© Fitzcarraldo)
Trackliste
01 Lust Auf Doom?
02 Pneumonie
03 Olympiade
04 Howard
05 Ruine








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