FEUERSCHWANZ – Walhalligalli

von Hypnotoad

  • Verlag : FAME
  • Bewertung : 10 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 31.08.2012
  • Spielzeit : 50:18 min
FEUERSCHWANZ - Walhalligalli

FEUERSCHWANZ – Walhalligalli (© FAME)

Nach dem letzten Album “Wunsch Ist Wunsch” melden sich Feuerschwanz mit dem neuen Werk “Walhalligalli” zurück.
Wer die Band kennt, dürfte schon wissen, was passiert, wenn man den ersten Titel startet.

Denn sobald “Mach Dich Frei” aus den Boxen schallt, setzt ein starker Bewegungsdrang ein, der mit einem breiten Grinsen ob des Textes gekrönt wird.
“Mach Dich Frei” ist eine ‘typische’ – sofern es das gibt – Feuerschwanz-Hymne: Tanzbar, eingängig, trinkanimierend, kurzum ein idealer Partysong, der sicherlich auch live einiges kann und eine Menge Spaß machen wird.

“Schlammschlacht” ist in der Anfangssequenz ein wenig ruhiger, wird aber zum Refrain hin teilweise sogar metalesk. Dieser Übergang ist ein bisschen zu schnell, aber trotzdem noch stimmig. Sobald es dann vom Refrain aus wieder ruhiger wird, ist diese Entwicklung besser gelungen.
“Schlammschlacht” ist zwar kantig, wird aber mit steigender Anzahl der Durchläufe immer besser und ist daher ein Argument, diese Scheibe mehrfach zu hören.

“Johanna” wartet vor allem mit einem Refrain auf, der den Hörer sofort packt und derartig eingängig ist, dass man diesen schon beim ersten Durchlauf inbrünstig mitsingen kann und will. In meinen Augen dient der Rest des Songs nur dazu, um auf diesen grandiosen Mitbrüllmoment hinzusteuern, wobei natürlich der Titel als Ganzes wirklich gut ist. Wie gewohnt ist der Text sehr kreativ und witzig. Ein absoluter Anspieltipp, der zusätzlich noch mit ein paar gelungenen Soli aufwartet.

“Nimmerland” ist ein gelungener Spagat zwischen druckvollem Rocksong und entspannter Ballade. Im Gegensatz zu “Schlammschlacht” sind die Übergänge deutlich harmonischer und sorgen dafür, dass dieser Song schon beim ersten Mal gefällt.
Trotzdem ist “Nimmerland” abwechslungsreich genug, um auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig zu sein. Ein musikalisch ziemlich anspruchsvoller Titel, der sicherlich zu den Highlights dieser Scheibe zu zählen ist.

“Der Hengst” ist herrlich zweideutig, wirkt aber insgesamt zumindest anfangs zu wechselhaft. Sobald man sich allerdings an den Aufbau gewöhnt hat, macht das Hören trotzdem Spaß. In diesem Fall liegt das eher am Text als an der gebotenen Musik, die trotzdem nicht schlecht, aber eben auch kein Highlight ist. “Der Hengst” ist jedoch kein Füller, dafür ist dieser Titel zu stimmig im Gesamtkonzept und gesamt gesehen zu kompliziert arrangiert; er hat also absolut seine Berechtigung.

Der in meinen Augen beste Song auf “Walhalligalli” ist gleichzeitig auch der letzte, denn “Das Niemals Endende Gelage” ist eine prachtvolle Hymne, die man immer wieder hören will und wird. Es würde mich nicht wundern, wenn die Fans binnen kürzester Zeit auf Konzerten den gesamten Text mitbrüllen und dieser Titel ein Feuerschwanz-Klassiker wird. Ganz großes Kino.

Wenn man “Walhalligalli” so hört, könnte man meinen, dass Feuerschwanz erwachsen geworden sind. Selbstverständlich sind die Texte nach wie vor versaut, alkohollastig, lustig und zweideutig, aber die Musik ist deutlich komplexer geworden.
Ebenso gewinnt man den Eindruck, dass die Band eine möglichst große Bandbreite an Stilen innerhalb ihres Genres abdecken möchte, ein Unterfangen, welches ich als gelungen erachte. Es macht Spaß, diese Scheibe zu hören, weshalb ich gerne die Höchstpunktzahl vergebe.

Feuerschwanz über “Walhalligalli”

(© Feuerschwanz)

Trackliste

01 Mach Dich Frei
02 Schlammschlacht
03 Johanna
04 Metnotstand Im Märchenland
05 Mieze Für Immer
06 Der Geizhals
07 Die Spielmannsträne
08 Genoveva
09 Nimmerland
10 Aurum Potabile
11 Bandit
12 Der Hengst
13 Rübezahl
14 Das Niemals Endende Gelage

Autor

“Ich hoffe mein Schaden hat kein Gehirn genommen.” – Homer Simpson