• Kategorie: Erotik
  • 12. Oktober 2012

EVA STERN – Verhängnisvolle Begierde

von blackrose

  • Verlag : UBooks
  • Bewertung : 4.5 von 10 Punkte
  • Format : Buch
  • Veröffentlichung : 17.09.2012
  • Autor : Eva Stern
  • Seitenzahl : 175
  • ISBN oder ISSN : 978-3-939239-36-9
  • Sprache : Deutsch
EVA STERN - Verhängnisvolle Begierde

EVA STERN – Verhängnisvolle Begierde (© UBooks Verlag)

Die Qualität von Eva Sterns Veröffentlichungen ist ebenso variabel wie ihre jeweils erzählten Geschichten.
Auch das neue Buch “Verhängnisvolle Begierde” untermauert diesen Eindruck.

Dabei ist die Idee dieses SM-Romans zunächst durchaus gelungen und innovativ:

“Als die unscheinbare Henrietta den charismatischen Kunststudenten Ricardo kennenlernt, ändert sich ihr graues Dasein schlagartig.
Er will erotische Bilder mit ihr fotografisch inszenieren und – inhaltlich fortsetzen!
Henrietta willigt ein, Modell zu stehen und erfährt so zum ersten Mal in ihrem Leben zügellose Lust. Die Bilder werden immer gewagter und düsterer, aber für Ricardo ist sie zu allem bereit.
Ihr wachsendes unnachgiebiges Verlangen, sich endlich mit dem attraktiven Künstler zu vereinigen, soll jedoch erst im Zusammenhang mit dem geheimnisvollen letzten Bild gestillt werden. Doch was Ricardo verlangt, schockiert sie zutiefst.
Ist sie bereit für ihn und seine Kunst dieses große Opfer zu bringen, um etwas Einzigartiges und nie Dagewesenes zu inszenieren?”

Wie der Klappentext bereits zeigt, verspricht “Verhängnisvolle Begierde” spannend, erotisch und nachdenklich zugleich zu sein.
Die Umsetzung dieser fabelhaften Grundidee enttäuscht jedoch in vielerlei Belangen.

Zum einen wären da die Charaktere.
Im Schnellverfahren durchleben diese Wandlungen, die weder nachvollziehbar noch authentisch wirken.
Das Innenleben – insbesondere der Protagonistin Henrietta –  schwankt derart zügig und unglaubwürdig, dass der gesamte Romanaufbau darunter leidet.

Entsprechend ernüchternd fällt zudem der damit einhergehende Verlauf der Handlung aus.
Während von Anfang an der Spannungsbogen aufgebaut und auch im weiteren Lesefluss aufrecht erhalten wird, (nämlich was denn letztendlich auf Henrietta zukommen mag), bleibt der große Knall schließlich aus und die Intention bzw. die Message, die Eva Stern ihren Lesern mit auf den Weg geben will – eine gute, wichtige und gesellschaftskritische gar – verfehlt leider vollkommen ihre Wirkung.

Darüber hinaus haben die beschriebenen Unterwerfungspraktiken selten etwas Erotisches an sich, wodurch der Leser diesbezüglich wenig und schon gar nicht neuartig unterhalten wird.

Einzig die schriftstellerische Leistung überzeugt, denn Eva Stern schreibt “Verhängnisvolle Begierde” in einem einfachen, lockeren Stil, der – trotz einiger Wiederholungen bestimmter Formulierungen – leicht und flüssig zu lesen ist.
Als unkomplizierte Lektüre für zwischendurch eignet sich das Buch somit gut. Ein Muss für Freunde, welche die ‘Lust an der Unterwerfung’ erleben wollen, wie der Untertitel ankündigt, ist “Verhängnisvolle Begierde” allerdings nicht.

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