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DRACHENWÄCHTER - Die Prophezeiung

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Bei Buchumsetzungen steht man als Softwareentwickler vor einem großen Problem. Man muss die schwere Balance finden, sich nicht zu weit von der literarischen Vorlage zu entfernen, aber auch nicht zu sehr am Original zu kleben. “Drachenwächter – Die Prophezeiung” ist so ein Spiel, denn es basiert auf dem gleichnamigen Roman des Autors Falko Löffler.

Auch wenn ich das Buch nicht kenne, so ist es doch wahrscheinlich, dass das Spiel nicht sehr viel mit dem Buch zu tun hat. Die fantasytypische Handlung wird durch das in Adventures übliche Notizbuch und über sehr lieblose Zwischensequenzen vorangetrieben. Nur bewegte Zeichnungen, keine Sprachausgabe, noch nicht einmal eine Animation von Lippenbewegungen. Da hätte man der Atmosphäre wegen mehr machen können.

Doch kümmern wir uns mal um das Gameplay an sich. Abgesehen davon, dass das Spiel an Casual Gamer gerichtet ist (was übrigens auch auf der Spieleschachtel deutlich vermerkt ist), gibt es hier nichts zu meckern. Das Spiel präsentiert sich als sogenanntes ‘Suchbild-Adventure’ und steuert sich komplett per Maus. Das heißt, dass man die meiste Zeit des Spiels damit beschäftigt ist, Gegenstände zu suchen und zusammenzusetzen. Dabei muss man meist von Spielszene zu Spielszene rennen, um alle benötigten Utensilien zu finden. Wenn man wirklich keinen Plan hat, wie es weitergehen soll, kann man sich den Rat eines Drachen zu Hilfe ziehen, der einem wichtige Hinweise gibt. Dieser muss jedoch vollständig aufgeladen sein, was logischerweise recht langsam vonstatten geht. Weiterhin gibt es ab und an noch Minispiele, die zwar nicht unbedingt neuartig sind, aber dennoch das Herz eines Adventurefans höher schlagen lassen. Über ‘Klassiker’ wie Lichträtsel oder Musikrätsel kann man sich nun wirklich nicht beschweren.

Doch neben dem lieblosen Vorantreiben der Handlung gibt es noch einige weitere Kritikpunkte. Zum einen wäre da die recht kurze Spieldauer. Zugegeben, das Spiel ist, wie bereits erwähnt, ein Casual Game, aber selbst nur halbwegs erfahrene Spieler werden nach circa drei Stunden bereits den Abspann sehen können. Das ist definitiv zu wenig, um lange fesseln zu können.

Zudem hat das Spiel gleich zu Beginn zumindest auf meinem Rechner einen gravierenden Bug. Beim Versuch, die Tür des ersten Raumes zu öffnen, stürzt dieses nämlich ab, wenn man das Eingangstutorial aktiviert. Erst die Deaktivierung des Tutorials behebt diesen Fehler. Diesen Fauxpas hätte man vermeiden können, sodass ich dafür meine Bewertung um einen ganzen Punkt herabstufen werde.

So erhält man mit “Drachenwächter – Die Prophezeiung” im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel, das man mal so zwischendurch spielen kann.
Auch wenn ich die literarische Vorlage nicht gelesen habe, lehne ich mich glaube ich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass man sich damit womöglich längerfristiger erfreuen kann. Die Spielumsetzung ist jedenfalls wegen der erwähnten Mängel nur mit einer mittelmäßigen Note zu bewerten.

  • Coverbild Copyright : Prime Games
  • Verlag : Prime Games
  • Bewertung : 6 von 10 Punkte
  • Veröffentlichung : 02.03.2011
  • Altersfreigabe : ohne Altersbeschränkung
  • Spieleranzahl : 1

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