DOLORISM – Wandering In Eternal City

von blizzard

  • Verlag : Le Crépuscule Du Soir
  • Bewertung : 8.5 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 00.00.2011
  • Spielzeit : 77:03 min
  • Inhalt : Limitiert auf 300 Einheiten
DOLORISM - Wandering In Eternal City

DOLORISM – Wandering In Eternal City (© Le Crépuscule Du Soir )

Die Optik des vorliegenden Silberlings “Wandering In Eternal City” lässt mich erst einmal auf ein Werk tippen, welches neoklassisch angehauchten Bombast birgt. Dies ist in diesem Fall jedoch nicht gegeben, schwelgt man doch mit Dolorism vielmehr in verdammt düsteren Klangbildern, die mitunter arg unruhig an den Hörer herantreten.
Hallende Metallgeräusche, rasselnde Ketten, diverse Rhythmen oder entfernt wahrnehmbare Stimmen – der Musiker erschafft ein Werk, dem eine ziemlich eigentümliche Atmosphäre entfleucht. Dadurch erhält man den Eindruck, mit einer abtrünnig kranken Welt konfrontiert zu werden.

Titel wie “Hellblock 2-Red Room” oder “Hellblock 3-Deep Breath” sprechen Bände und man hört regelrecht, wie sich schwere Apparaturen in Gang setzen, lediglich darauf bedacht, wehrlose Seelen zu martern.

Ein sehr düsteres “Executioners March” erweckt geistige Bilder im Kopf, gespeist von grausamen Visionen eines unabwendbaren Endes – sehr eindrucksvoll und natürlich finster!

Mit “No Man’s Land” und “Thaumiel Glorifica” wird es auch mal etwas lebendiger, was durch einen gewissen martialischen Einschlag hervorgerufen wird.

Und mit dem letzten Stück gibt es noch eine Vertonung, in welcher man von Melek-Tha unterstützt wird, das eigentlich jedem Industrial-Freak ein Begriff sein sollte.

Die Atmosphäre ist überaus kühl, bedrohlich und sehr wirkungsvoll umgesetzt. Keine warmen Melodien sind es, die einem entgegentreten. Vielmehr regiert schwarzes Gift, das sich unaufhaltsam in eure Seelen nistet und bei depressiven Gemütern wahrscheinlich tödlich endet.
Dieser schwere Bastard aus verstörenden Klangbildern offenbart sich somit als überraschend stark. Die Grenzen von Death Industrial und martialischen Einschüben werden unglaublich gekonnt miteinander verwoben.

So wird sich zu keinem Zeitpunkt der Schleier der Verdammnis hier heben, gleicht diese Angelegenheit doch vielmehr einer Tortur auserkorener bedauernswerter Schicksale.
Was übrig bleibt, ist ein intensiver dunkler Batzen, der nach mehrmaliger Einspeisung euer Gemüt lädiert.
“Wandering In Eternal City” ist eines der finstersten Werke, die ich in der letzten Zeit gehört habe. Ich schwöre es!

Trackliste

01 Machine I-Birth & Lies
02 The Veil
03 Executioners March
04 Hellblock 1-Blades & Ropes
05 No Man’s Land
06 Hellblock 2-Red Room
07 Jigoku
08 Hellblock 3-Deep Breath
09 Machine II-Les Eveillés
10 Earthblock Zero-Lebensborn
11 Thaumiel Glorifica
12 Jigoku Bis (Drsm + Melek-Tha)

Autor

Nichts ist verachtenswerter als die Respektlosigkeit gegenüber jeglichen Lebens- Pelzträger gehören an den Pranger!