DIODATI – Diem Supremum Obire

von blackrose

  • Verlag : Körperschall Records
  • Bewertung : 10 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 14.10.2011
  • Spielzeit : 60:21 min
DIODATI - Diem Supremum Obire

DIODATI – Diem Supremum Obire (© Körperschall Records)

Mit dem Album “Diem Supremum Obire” stellt das Trio Diodati erneut ein außergewöhnliches Konzeptalbum vor.
Dieses widmet sich – dem lateinischen Titel gemäß – dem Tod in all seinen Facetten. Und so geht die Band mit insgesamt 13 Stücken ‘dem letzten Tag entgegen’.

Ihre musikalischen Eigenkompositionen, die sich allesamt in den Weiten der Klassik, der Avantgarde, der Kammermusik und des Gothic bzw. Wave ansiedeln, bereichern Diodati mit bekannten Versatzstücken klassischer Literatur und Musik.
Auf diese Weise entsteht nicht nur ein thematisch konzentriertes Album, sondern ein insgesamt durchdachtes Gesamtkonzept des ganzen Projekts, an dessen Gelingen ebenfalls Gastmusiker und -autoren mitwirken.

Im Falle von “Diem Supremum Obire” findet sich beispielsweise Schriftsteller Christian von Aster zum Rezitieren eines Schiller Textes und Chamber-Gitarrist und -Sänger Marcus Testory für einen Wilhelm Buch Text ein.

Für sprachliche bzw. gesangliche Abwechslung ist damit gesorgt.
Zusätzlich untermauert wird diese Tatsache durch den Wechsel von weiblichen und männlichen, an Alexander Veljanov von Deine Lakaien erinnernde Vocals, die mal gesprochen, mal melodisch gesungen, mal mit gutturalen Elementen versehen daherkommen.
Ein Track wie “Taim Sinte” lässt zudem Vergleiche zum Unplugged-Set von ASP zu.

Obschon eine Sammlung diverser schwermütiger Requien erwartet werden kann, fällt der musikalische Inhalt vielschichtiger und variabler als vermutet aus.
Von leichten, hoffnungsvollen, über melancholische, Verzweiflung ausdrückende bis hin zu sehnsüchtigen oder gar aggressiven (“Boring Duty”) Titeln ist auf “Diem Supremum Obire” alles vertreten.

Die instrumentale Inszenierung fährt diesbezüglich nicht nur opulente, klassische Orchestrierungen, sondern auch aufs Wesentliche reduzierte Passagen auf.
Experimentelle Abschnitte, die ebenso zum Markenzeichen der Band gezählt werden dürfen, gliedern sich stets dezent in die Songs ein, sodass sie weder störend wirken noch den Titel unterbrechen.

Live dürften Diodati ein wahres Erlebnis bieten, in das sich der Hörer fallen lassen und verlieren kann. Dies gelingt auch auf dem Album “Diem Supremum Obire” sehr gut.

Für Fans von den ruhigen Momenten einer Deine Lakaien Vertonung ist die nicht alltägliche Band Diodati eine Empfehlung wert.
Allerdings sollte man viel Ruhe und Zeit mitbringen, um ihre Alben als Ganzes und am Stück genießen zu können.

Diodati – “Diem Supremum Obire” (Medley)

(© Diodati)

Trackliste

01 Hora Suprema
02 Lady Medusa Of Suffer
03 Window To A Better Past
04 Nänie
05 Lili Marleen
06 Just A Mirror
07 Life Is Sand
08 བོད་ཆེན་
09 Taim Sinte
10 Hinnen Fuor Der Sun Zu Helle
11 Boring Duty
12 Pack Of Lies
13 Passing Time

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