DIARY OF DREAMS – The Anatomy Of Silence

von blackrose

  • Verlag : Accession Records
  • Bewertung : 9 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 19.10.2012
  • Spielzeit : 43:22 min
DIARY OF DREAMS - The Anatomy Of Silence

DIARY OF DREAMS – The Anatomy Of Silence (© Accession Records)

In der ‘Anatomie der Stille’ unterrichten Diary Of Dreams auf ihrem neuen Album ihre Zuhörerschaft, denn nachdem sich bereits einige in akustischer Form interpretierte Klassiker der Band live großer Beliebtheit erfreuten, wird dieses Konzept nun für ein vollwertiges Album umgesetzt.

Erstmals in der Bandgeschichte veröffentlichen Diary Of Dreams somit ein Werk, das nicht nur passend zur kälteren Jahreszeit die Gemüter mit Besinnlichkeit streift, auch zum anstehenden Tourstart bieten die sonst im elektronischen Umfeld beheimateten Musiker zwar altbekanntes, dafür aber neu inszeniertes Material.

Elf Songs sind es, die eingefleischten Fans bereits ein Begriff sind, nun aber ein komplett neues Gewand verpasst bekommen.
Reduziert auf eine klassische Instrumentierung und den ausdrucksstarken Gesang Adrian Hates’, verströmt “The Anatomy Of Silence” eine Schwere und Melancholie, die sicherlich auch Musikliebhaber erreichen wird, welche Diary Of Dreams bislang kein Gehör geschenkt haben.

Überzeugend und ausdrucksstark wird in allen Songs das Piano in den Vordergrund gestellt, indem wunderschöne, unaufgeregte Melodien durch den jeweiligen Titel führen, der durch Hates’ Stimme an Eindringlichkeit gewinnt.
Dezente perkussive Elemente, denn von treibenden Drums fehlt passenderweise jede Spur, halten die Rhythmik aufrecht, während Streicher – allen voran das Cello -, Kontrabass und Akustikgitarre für weitere instrumentelle Bereicherung sorgen.

Ob der Opener “AmoK (feat. Torben Wendt)”, das bisher tanzbare “O’Brother Sleep” oder das legendäre “Traumtänzer” – die Auswahl der hier gebotenen Titel begeistert auch in den neu arrangierten Versionen.
Einzig Songs wie “Immerdar”, die auch im ‘Original’ schon balladesk angehaucht sind, erscheinen auf Dauer doch ein wenig monoton. Die Dramatik, die den Tracks insgesamt solide innewohnt, kommt in diesen Fällen nicht so zum Ausdruck und kann zudem nicht über die gesamte Songlänge gehalten werden.

Wett macht dieses kleine Manko dann aber unter anderem “Rumours About Angels”, das ein wenig Tempo in die Scheibe bringt und auch in akustischer Variante genügend Drive aufweist.

Harmonisch vereint Diary Of Dreams dieses klassisch angehauchte Aufgebot, das die Diskografie der Band um einen weiteren gelungenen Silberling bereichern wird.
Obschon es stellenweise zum Spannungsverlust kommt, birgt “The Anatomy Of Silence” über 40 Minuten musikalische Unterhaltung, die zum Träumen einlädt, in der man sich verlieren kann und die einen mitnimmt auf eine Reise, der Diary Of Dreams gelungen voranschreitet.

Die Entscheidung, ein Akustikalbum auf den Markt zu bringen, ist nicht neu, wird aber von Diary Of Dreams derart professionell und gut umgesetzt, dass jegliches Nachweinen sommerlicher Tage vergessen ist und der Winter kommen kann. Gerüstet ist man dafür mit “The Anatomy Of Silence” genug, das die Schönheit von Ruhe betont.

Für Fans eine willkommene andere Seite der Band, die hier präsentiert wird, für Liebhaber klassisch ambitionierter Klänge ein unbedingtes Reinhören wert.

(© Diary Of Dreams)

Trackliste

01 AmoK (feat. Torben Wendt)
02 O'Brother Sleep
03 Butterfly: Dance!
04 Giftraum
05 Immerdar
06 Malice
07 Rumours About Angels
08 She And Her Darkness
09 She
10 Traumtänzer

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