DE/VISION – Rockets & Swords
von blackrose
- Verlag : Popgefahr Records / Soulfood
- Bewertung : 8.5 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 24.08.2012
- Spielzeit : 54:29 min
- Inhalt : auch als limitierte Edition und digitale Version (beide inkl. Bonustracks) erhältlich

DE/VISION – Rockets & Swords (© Popgefahr Records)
Die Diskografie und die damit verbundenen (Szene)Erfolge von De/Vision sind beachtlich. Dies wundert kaum, ist das Synth-Pop-Urgestein doch schon seit den 80er Jahren musikalisch aktiv und – trotz wechselnder Interpretation der elektronischen Musik – sich selbst stets treu.
Nicht zuletzt bewies man dies mit der Gründung des eigenen Labels Popgefahr Records, unter dem man nun auch das inzwischen 13. Studioalbum “Rocket & Swords” vorlegt.
Darauf vereint das aus Steffen Keth und Thomas Adam bestehende Duo zehn Songs, die auf den ersten Blick eher die kühlere Seite des Genres in die Öffentlichkeit tragen.
Doch der vorläufige Eindruck täuscht, denn gerade der warme Gesang, der die Titel beherrscht, beweist das Gegenteil und steht im gelungenen Kontrast zu den deutlich strukturierten Electro-Pop-Sounds.
Kompositorisch ist eine klare Linie auf “Rockets & Swords”, das so manches Highlight birgt, auszumachen.
Unaufgeregt und ruhig fließt die mit einer gehörigen Pop-Portion versehene Mehrheit der Tracks aus den Boxen, während Tanzflächengranaten eher akzentuiert (und beispielsweise in Form von “Stargazer”) vorzufinden sind.
Es fällt somit auf, dass De/Vision mit viel Energie in das Album starten, im weiteren Verlauf allerdings merklich ruhiger werden. Dies liegt vor allem daran, dass das Projekt ihre Songs auf das Wesentliche reduziert und auf überladene Klangarrangements verzichtet.
Und das ist gut so, denn gerade die bedächtige Seite ihrer hier gebotenen Musik überzeugt und steigert die Intensität der Tracks.
Nachdem der Opener “Boy Toy”, welcher ein recht gedehntes Intro und einen ausgiebigen gesanglosen Zwischenteil umfasst, in ähnlichem Stil wie “Master And Servant” von Depeche Mode verklungen ist, schließt sich “Superhuman” an.
Hier stehen die Melodie und helle Klänge im Vordergrund, sodass der Song schnell im Ohr bleibt und eine gewisse Fröhlichkeit bzw. Leichtigkeit ausstrahlt.
Das folgende “Beauty Of Decay” tritt hingegen weitaus melancholischer auf. Sphärisch-wabernde Klangteppiche legen sich über den Hörer, während die sanfte Gesangsstimme dezent den Gehörgängen schmeichelt.
Ähnlich gibt sich die weitere Ballade “Want To Believe”. Andächtig sticht abermals die Stimme heraus, die sich im dichten Sound im Refrain entlädt, während Streicher-Arrangements für klassischen Bombast sorgen.
Meint man, einen Track gerade zu fassen zu bekommen, ändert sich der Beat oder ein Break sorgt für unvorhergesehene Entwicklungen.
Mit diesen und anderen soundtechnischen Raffinessen sorgen De/Vision auf “Rockets & Swords” für Abwechslung, die keine Langeweile aufkommen lässt und auf Kosten des Ohrwurmpotenzials ihre Vielschichtigkeit betont.
Nicht immer wirkt sich dies jedoch zum Vorteil aus. So besitzen einige Songs dadurch zu wenig ansprechende und umgehend zugängliche, ja, für Electro-Pop-Verhältnisse gar sperrige Momente. Ein mehrmaliges Hören ist daher erforderlich.
Macht aber gar nichts, sind doch noch sehr gute 8,5 Punkte für “Rockets & Swords” drin, das ein Album geworden ist, welches für einige Überraschungen sorgt und gerade in den zurückgenommenen Augenblicken punkten kann.
De/Vision präsentieren Electro-Pop, der auch mal zum Träumen einlädt. Hervorragendes Beispiel dafür ist “Mystified”, das eine tanzbare Grundrhythmik mit balladesken Sequenzen vereint und gleichzeitig als Anspieltipp herhalten kann.

(© MathiasBothor.com)
Trackliste
01 Boy Toy
02 Superhuman
03 Beauty Of Decay
04 Brotherhood Of Man
05 Stargazer
06 Binary Soldier
07 Want To Believe
08 Bipolar
09 Mystified
10 Running All Night










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