DELAIN – We Are The Others

von blackrose

  • Verlag : Roadrunner Records / Warner Music
  • Bewertung : 10 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 01.06.2012
  • Spielzeit : 47:49 min
DELAIN - We Are The Others

DELAIN – We Are The Others (© Roadrunner Records)

Nach “April Rain” aus dem Jahre 2009 wurde es veröffentlichungstechnisch zunächst einmal ruhig um die Band aus den Niederlanden namens Delain. Vielmehr nutzte man die positiven Kritiken um den neuen Silberling und tourte ausgiebig.
Zeit genug für eine ausgereifte Zusammenstellung einer neuen CD blieb aber trotzdem, wie “We Are The Others”, das inzwischen dritte Album des Quartetts, nun zeigt.

Darauf präsentiert man sich auf vielfältige Weise mit ganzen zwölf Songs, die zudem in einer satten, druckvollen und dichten Produktion daherkommen. Aus jedem einzelnen Song wird somit das Optimum herausgeholt und das jeweilige gewisse Etwas herausgekitzelt.

“Mother Machine” startet mit einem kurzen – wie der Titel nahelegt – ‘maschinell’ wirkenden Intro in den an Tempo zunehmenden Track, der sich gekonnt aufbaut und entwickelt, um im Refrain mit Ohrwurmgarantie und wunderbar gesungenen Melodiebögen, die balladesk anmuten und für Gänsehaut sorgen, zu münden.

Schon jetzt beweist Frontfrau Charlotte Wessels, dass die Zeiten der Gastsänger und -innen der Vergangenheit angehören.
Liehen Liv Kristine (u.a. Leaves’ Eyes) oder Sharon den Adel (Within Temptation) noch dem Debütalbum “Lucidity” ihre Stimmen, so wuppt die durch ausdrucksstarken Gesang überzeugende Sängerin nun im Alleingang das Werk und gibt sich mal von einer kraftvollen aggressiven, mal von einer gefühlvollen, sanften, sopranen Seite. “Mother Machine” zeigt sogar, dass beide Varianten in nur einem Song im Bereich des Möglichen liegen.

Dass in dem teils orientalisch anmutenden “Where Is The Blood” dennoch ein Gastsänger zum Zuge kommt, ist also keine nötige Maßnahme, um das Album zu pimpen, sondern sollte als nettes Gimmick betrachtet werden, das den Song um eine weitere Facette bereichert.
So shoutet sich hier Fear Factory-Organ Burton C. Bell akzentuiert durch die soliden 3:17 Minuten und bringt einen Hauch Core in den Titel.

Im Großen und Ganzen geht es jedoch eher bombastisch, melodisch und weniger aggressiv auf “We Are The Others” zu.
Dies beweist zum Beispiel “Electricity”, bei dem erneut eine gelungene Melodie gegeben ist, die sich umgehend im Ohr festsetzt.
Dichte Gitarrenwände ergänzen das symphonische Klanggerüst im Hintergrund, während sich die Sechssaiter auf einem genügsamen Drumbeat auch mal im Solo in Szene setzen.
Doch unabhängig vom gekonnten Drumming, atmosphärischen Riffing, orchestral-symphonischen Anleihen oder gar der unaufdringlichen Pianolinie – im Zentrum steht abermals Wessels’ Stimme, die Emotion und Eindringlichkeit an den Hörer transportiert.

Anspieltipps lassen sich nicht nur mit dem folgenden Titeltrack “We Are The Others” benennen, bleiben doch alle Songs umgehend im Ohr und wollen wiederholt gehört werden.
Dafür sorgen neben der hervorragenden Produktion ebenfalls das Händchen fürs Songwriting und die vielschichtigen, abwechslungsreichen Kompositionen, die ständig eine neue Seite von Delain zeigen.
Mal donnert man mit treibenden Drums sowie harten Gitarren nach vorne und macht dem Metal alle Ehre, mal tritt man auf die Bremse und gibt sich balladesk, mal finden experimentelle elektronische Elemente Eingang in die Nummern (“Milk And Honey”), mal geht es sogar poppig zu, sodass nicht nur Tracks wie “Babylon” oder “We Are The Others” durchaus das Potenzial haben, auf die Massen losgelassen zu werden. Für musikalische Abwechslung ist auf alle Fälle gesorgt.

Wieder und wieder dreht “We Are The Others” nun seine Runden in meinem CD-Player – und Kritikpunkte finde ich einfach immer noch nicht.
Daher kann und muss nur die Höchstwertung in Form von 10 Punkten folgen, die einhergeht mit einer Kaufempfehlung an alle, die unter anderem Bands wie Within Temptation oder die neuen, poppigeren Evanescence mögen und auf dichte atmosphärische Songs abfahren.

Delain – “We Are The Others” (Snippets)

(© Sandra Ludewig)

Trackliste

01 Mother Machine
02 Electricity
03 We Are The Others
04 Milk And Honey
05 Hit Me With Your Best Shot
06 I Want You
07 Where Is The Blood (feat. Burton C. Bell)
08 Generation Me
09 Babylon
10 Are You Done With Me
11 Get The Devil Out Of Me
12 Not Enough

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