DEAD HORIZON – Enter The Threshold

von Fauna Flokati

  • Verlag : Eigenvertrieb
  • Bewertung : 9 von 10 Punkte
  • Format : CD
  • Veröffentlichung : 17.03.2012
  • Spielzeit : 45:00 min
DEAD HORIZON - Enter The Threshold

DEAD HORIZON – Enter The Threshold (© Dead Horizon)

Das Album “Enter The Threshold” hat die Band Dead Horizon komplett in Eigenregie aufgenommen. Ohne Label, ohne externen Produzenten oder Mixer, kurzum ohne professionelle Hilfe.
Den Bildern im Booklet nach zu urteilen handelt es sich bei der Band um sehr junge Musiker. Bis auf das vorliegende Album existiert von der Band lediglich die EP “Walking To The Dead Horizon” aus dem Jahr 2008. Umso erstaunlicher ist die hohe Qualität, die dieses Album aufweist. Damit meine ich weniger die Produktion, wobei auch die beachtlich sauber ist, sondern viel eher das abwechslungsreiche und eingängige Songwriting.

Die Songs von Dead Horizon haben einiges zu bieten: Zweifelsohne tragen sie den Metal im Herzen, und aus verschiedensten Untergenreansätzen formt sich ein bandeigener Charakter, der sich in geschickten Tempowechseln, unerwarteten Einschnitten und einem herrlich lebhaften Gitarrenspiel, das stellenweise so gar nicht nach Metal klingt und genau deswegen so gelungen ist, ausdrückt. Diese ungewöhnlich verspielten, experimentellen Gitarrenmotive wie etwa jene in “Closed Eyes In A Black World” oder “Walking Blind” haben sogar das Potenzial, zum Markenzeichen der Band zu werden und könnten beim Aufstieg in höhere Metal-Ligen ein ausschlaggebender Faktor sein.

Durch diesen Abwechslungsreichtum entfalten sich die Songs schon nach wenigen Hördurchgängen und bleiben mit ihren eigenen Einflüssen und Spielweisen im Ohr.

“Walking To The Dead Horizon” etwa ist ein flottes Death Metal-Stück, das genretypisch nach vorne brettert und von einem fast zweiminütigen Gitarrensolo abgeschlossen wird, das sich in verschiedensten Motiven entlädt und unerwartet melodisch-verträumt ausklingt.

“Threehouse” hingegen weiß durch seinen markanten Aufbau zu überzeugen: Wird der reißende Melodic-Death-Track zunächst durch einen langsamen Zwischenpart unterbrochen, der durch Outro-Charakter das Song-Ende vortäuscht, baut er sich dann wieder auf und entlädt sich in einem völlig unerwarteten strukturell vielseitigen und rhythmisch packenden letzten Teil.

Große Klasse sind auch die Soundspielereien in “We Don’t Sleep When The Sun Goes Down” oder die Akustik-Einlage inklusive des Übergangs in ein aufregendes und flottes Riffing auf “Hope Sprinkled Colours On This Grey”.

Letztendlich haben diese talentierten jungen Musiker also ein Metal-Album aufgenommen, das man ohne Umschweife als ziemlich großen Hoffnungsträger bezeichnen kann. Die Band hat bereits einen eigenen Klangcharakter, verfügt über Songwriter, die wissen, was sie tun, und außerdem über äußerst talentierte und kreative Gitarristen.
Auch die Qualität der übrigen Instrumentierung ist nicht von der Hand zu weisen, ebenso wie der Frontmann der Band sowohl eine gute Singstimme hat als auch Death-Growls astrein beherrscht.
Die Songs haben es schon in sich und gehören eigentlich dringend an eine größere Metal-Öffentlichkeit gebracht, denn sie werden viele Metal-Fans, die unter Innovationsmangel in ihrer Musiklandschaft leiden, begeistern.

Ganz ehrlich: Ich bin richtig beeindruckt. Ohne Hintergrundwissen hätte ich nie vermutet, dass es sich bei diesem Album um ein Debüt-Album handelt, das auch noch in Eigenproduktion entstanden ist.

(© Dead Horizon)

Trackliste

01 Rien Ne Va Plus
02 Dr. Peter Lankton
03 Rain
04 Closed Eyes In A Black World
05 Walking Blind
06 Monopoly
07 Free Philosopher
08 Land
09 Walking To The Dead Horizon
10 Treehouse
11 We Don't Sleep When The Sun Goes Down
12 Hope Sprinkled Colours On This Grey