BLACKEN MY MELODY – My Path To Hell

von blackrose

  • Verlag : Eigenvertrieb
  • Bewertung : 7 von 10 Punkte
  • Format : EP
  • Veröffentlichung : 18.12.2011
  • Spielzeit : 19:37 min
BLACKEN MY MELODY - My Path To Hell

BLACKEN MY MELODY – My Path To Hell (© Blacken My Melody)

Die vier Mitglieder der Band Blacken My Melody zählen gerade mal durchschnittlich 23 Jahre und veröffentlichen mit “My Path To Hell” die erste EP.

Ihr praktizierter melodischer Metalcore, den es auf insgesamt fünf Tracks zu hören gibt, tritt in die Fußstapfen von Bands wie Bullet For My Valentine, Children Of Bodom oder In Flames, und ihr Handwerk verstehen die Berliner hörbar gut.

Trotz Eigenproduktion erschallt der Sound ausreichend kraftvoll aus den Boxen.
Dabei werden sowohl Gesang als auch Instrumentierung gleichberechtigt hervorgehoben, sodass ein homogenes musikalisches Gesamtbild entsteht.
Einzig das Schlagzeug hätte stellenweise noch mehr Druck vertragen können.

Den Songaufbau betreffend klammert man sich an Vorbilder und altbewährte Strukturen. Ein Ausbrechen oder Mut zur Innovation sucht man also vergebens. Dies ist aber nicht so schlimm, schließlich geht man mit der ersten Platte lieber auf Nummer sicher und kann dann immer noch nachlegen.

Von solider Arbeit darf also ruhig die Rede sein und dies beweist bereits der erste eigentliche Song “I Won’t Fall”, der nach dem stimmungsvollen Intro namens “Mirage Of A Broken Dream” mit einer ordentlichen Riffwand loslegt.
Bereits zu Beginn bahnt sich eine Melodie ihren Weg, die mal mehr und mal weniger im Mittelpunkt steht, im Refrain jedoch überraschenderweise gar nicht so präsent ist, wie bei einer Melodic Metalcore Band gedacht.
Stimmlich variiert man zuweilen, sodass Sänger Bertram ‘Birt’ Hillmann sowohl schreiend als auch growlend zu Werke geht, während die Backing Vocals eher warm und klar daherkommen. Eine gelungene Kombination, die sich zudem in der Stimmung des Songs widerspiegelt.

Im ähnlichen Tempo und mit nahezu identischer Aggressivität legt man mit “Walking Down” nach.
Dies führt allerdings dazu, dass nur geringfügige Unterschiede zum Vorgänger auszumachen sind.
Immer deutlicher wird dabei, dass die gutturalen Passagen durchaus überzeugend dargeboten werden, die Backing Vocals jedoch in den höheren Tönen ein Quäntchen mehr Durchhaltevermögen vertragen könnten. Hier hört man doch teilweise noch raus, dass es sich um eine eher junge Band handelt.
Gelungen funktionieren in “Walking Down” aber die Tempo- und Rhythmuswechsel, die den Titel ungemein auflockern.

Pures hemmungsloses Geknüppel durchzieht zeitweilig das anschließende “Through This”. Hier werden die Felle abermals nicht geschont.

Auch der Rausschmeißer “Dream Worn-Out” beweist, dass partiell noch einige Arbeit vor Blacken My Melody liegt, zeigt doch auch dieser Song die bereits angesprochenen Schwachstellen auf.
Doch fairerweise muss man ebenfalls die wunderbaren Gitarrenläufe, die in diesen Titel integriert wurden, löblich erwähnen.

Insgesamt hätte es zwar an einigen Stellen durchaus mehr Klargesang sein dürfen, das ist allerdings Geschmackssache.
Und so kommen insbesondere die Hörer auf ihre Kosten, welche auf Vocals im gutturalen Gewand stehen, während das instrumentale Grundgerüst melodisch ausgefallen ist.

Eine vielversprechende Debüt-EP ist “My Path To Hell” allemal geworden. Man sollte Blacken My Melody also im Auge (und Ohr) behalten und abwarten, inwieweit man sich in Zukunft noch steigern kann. Potenzial ist jedenfalls da.

(© Blacken My Melody)

Trackliste

01 Mirage Of A Broken Dream
02 I Won't Fall
03 Walking Down
04 Through This
05 Dream Worn-Out

Autor