AMBERIAN DAWN – Circus Black
von blackrose
- Verlag : Spinefarm Records
- Bewertung : 9 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 02.03.2012
- Spielzeit : 40:56 min

AMBERIAN DAWN – Circus Black (© Spinefarm Records)
Wer Amberian Dawn kennt, der wird auch auf dem aktuellen und inzwischen dritten Album “Circus Black” eindeutig die Finnen heraushören können, denn obschon man sich in Symphonic Metal Gefilden wie Genrekollegen Nightwish, Epica oder Xandria tummelt, diese zudem mit operettenhaftem Gesang durch Frontlady Heidi Parviainen versüßt, ist eine gewisse Eigenständigkeit und ein Wiedererkennungswert nicht von der Hand zu weisen.
Dennoch sei bereits an dieser Stelle gesagt, dass man den hochgelobten Vorgänger “End Of Eden” nicht toppen kann, sind doch nur wenige bis keine Steigerungen zum 2010er Album auszumachen.
Dies machen jedoch handwerkliches Können und ein Händchen für abermals ins Ohr gehende Melodien wett.
So zeigte sich schon der zu Recht als Single ausgekoppelte Track “Cold Kiss” als gelungener Vorbote für “Circus Black” und stellt die Stärken der Band perfekt heraus.
Diesbezüglich scheute man auch nicht, sich Verstärkung in Form von Stratovarius-Mann Timo Kotipelto mit ins Boot zu holen, der gemeinsam mit Parviainen die Vocals zum Besten gibt.
Und obwohl es die Band eigentlich nötig hätte, sorgen weitere Gastmusiker auf “Circus Black” für musikalische Beiträge.
Diesbezüglich sei insbesondere Jens Johansson hervorzuheben, der sowohl bei Stratovarius als auch bei anderen Künstlern wie Kamelot oder Sonata Arctica bereits seine außergewöhnliche Spielweise beitrug.
Auf Amberian Dawns Output veredelt dieser schließlich via Keyboardsolo den Song “Crimson Flower”.
Doch auch ohne berühmte Unterstützung bestehen und überzeugen die zehn Songs des Silberlings, wenngleich “Circus Black” nach hinten raus an Spannung ein wenig verliert.
Der starke Auftakt mit bereits erwähntem “Cold Kiss”, dessen Melodie- und Tempowechsel kritiklos überzeugen, oder “Crimson Flower” kann also nicht auf ganzer Linie beibehalten werden. Dies macht die restlichen Lieder jedoch nicht schlechter.
Schon der Opener und gleichzeitige Titeltrack besticht durch eine abwechslungsreiche Songstruktur, der es an klassischen Elementen ebenso wenig fehlt wie an hartem Riffing.
Die einsetzenden Chöre im Refrain vermitteln eine gewisse Eindringlichkeit, die gar emotional zu berühren weiß.
Das Tempo herausnehmend und mit tragender Rhythmik erklingt “Charnel’s Ball”, dem ein Gitarrensolo das gewisse Etwas verleiht.
Während immer wieder männliche Gesangsstimmen und opulente Chöre zu den Tracks beigesteuert werden, gibt sich “I Share With You This Dream”, ein balladesker Titel, in Duettform, bei der die male Parts den Strophenanteil ausmachen und Parviainen lediglich im Refrain mit einstimmt.
Das Sextett aus Finnland weiß an bestehende Erfolge anzuschließen, übertrifft sich mit “Circus Black” allerdings nicht selbst.
Nichtsdestotrotz schließt man zu bestehenden Szenegrößen weiter auf und hält ein Album parat, das energetisch die Melodien aus den Boxen fegt.
Dass dabei sowohl an Chören, orchestralen Elementen und akzentuiertem female Gesang nicht gespart wird, der darüber hinaus durch männliche Gesangparts ergänzt wird, alles selbstredend in einer druckvollen, klaren Produktion verpackt, steht außer Frage.
Und so bleibt nur noch eine Gesamtwertung von 9 Punkten zu vergeben und all jenen eine Empfehlung auszusprechen, die komplex arrangierten (female fronted) Symphonic Metal mögen.
Amberian Dawn – “Circus Black” (Album Preview)

(© Toni Härkönen)
Trackliste
01 Circus Black
02 Cold Kiss
03 Crimson Flower
04 Charnel's Ball
05 Fight
06 Letter
07 I Share With You This Dream
08 Rivalry Between Good And Evil (Instrumental)
09 Guardian
10 Lily Of The Moon










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