ALEXANDER BROICHER – Fakebook

von Hypnotoad

  • Verlag : Heyne Hardcore
  • Bewertung : 8 von 10 Punkte
  • Format : Buch
  • Veröffentlichung : 13.08.2012
  • Autor : Alexander Broicher
  • Seitenzahl : 240
  • ISBN oder ISSN : 978-3-453-67614-5
  • Sprache : Deutsch
ALEXANDER BROICHER - Fakebook

ALEXANDER BROICHER – Fakebook (© Heyne Hardcore)

Frieder Kurtsmeier ist chronisch unzufrieden mit seinem Leben. Er arbeitet zwar als Food-Designer in einem renommierten Unternehmen, aber auch sein Job befriedigt ihn nicht wirklich, denn statt an Lösungen gegen den Hunger auf der Welt zu arbeiten, erfindet er trendiges Essen, welches im Grunde keiner braucht. Auch mit seinen Kollegen kommt er nicht klar. Er findet einfach nicht den Anschluss zu der hippen Welt, in der sie zuhause sind und der er auch gerne angehören würde.
Als er eines Tages zu allem Überfluss zudem noch eine niederschmetternde Diagnose von seinem Arzt bekommt, beschließt er, sein Leben radikal auf den Kopf zu stellen und erfindet bei Facebook die fiktive Person Rocco. Diese ist binnen kürzester Zeit extrem beliebt, übernimmt aber mehr und mehr die Kontrolle über Frieders Leben …

“Fakebook” ist ein Thriller mit Moral, denn dieses Buch beschäftigt sich damit, wie wichtig Facebook in unser aller Leben geworden ist. Dabei wird drastisch dargestellt, was Facebook aus Menschen machen kann und wie viel die Leute auf ihren Profilen eigentlich lügen.

Der Autor Alexander Broicher treibt den Leser dabei in einer recht hohen Geschwindigkeit durch die Geschichte, was teilweise ein wenig holprig wirkt.
Dies tut der Spannung jedoch kaum einen Abbruch, denn man wird zügig von der Handlung gefesselt.
Dabei hinterfragt man zwar hin und wieder einige Entwicklungen, bekommt aber eine insgesamt homogene Story serviert.

Die einzelnen Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und wirken durchweg authentisch. Dies liegt vor allem daran, dass sie nicht zu kantig oder glatt, sondern wie wirklich existierende Menschen wirken. Dadurch erscheint der ganze Roman realitätsnah, obwohl es selbstverständlich einige äußerst fiktive Momente gibt, die allerdings gut eingeflochten werden.

“Fakebook” liest sich angenehm flüssig, da der Autor sich für einen recht einfachen Schreibstil entschieden hat, der zudem kaum Fremdwörter beinhaltet. Es ist ein Leichtes, dieses Buch in ein paar Stunden durchzulesen, trotzdem ist der Preis für diesen Umfang gerechtfertigt.

Broichers Buch ist extrem innovativ und regt beim und nach dem Lesen zum Nachdenken an.
Trotz der angesprochenen ‘Geschwindigkeitsprobleme’ gebe ich “Fakebook” daher gerne sehr gute acht Punkte.

 

Alexander Broicher – “Fakebook” (Trailer)

(© Erik Weiss)

Autor

“Ich hoffe mein Schaden hat kein Gehirn genommen.” – Homer Simpson