A RAINY DAY IN BERGEN – A Rainy Day In Bergen
von blackrose
- Verlag : Danse Macabre
- Bewertung : 9 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 20.04.2012
- Spielzeit : 45:25 min

A RAINY DAY IN BERGEN – A Rainy Day In Bergen (© Danse Macabre)
A Rainy Day In Bergen ist ein Trio aus Italien, das mit ihrem selbst betitelten Debütalbum nun auch in Deutschland Fuß fassen möchte.
Diesen Versuch unternehmen sie auf innovativem Wege, denn ihr Sound kommt ganz ohne Gitarren aus.
Für eine Indie-Pop-Rock-Band ist dies auf den ersten Blick ein nahezu unmögliches Wagnis, die akustische Reise durch die insgesamt zehn Songs beweist dem Hörer aber das Gegenteil.
Durch die Kombination von sehr dezenten New Wave-Anleihen, auffälligen progressiven Rock-Facetten sowie einer immensen Prise Pop gelingt dieses Unterfangen nämlich derart, dass man die Gitarren gar nicht vermisst.
Ferner sorgen die vorherrschenden Pianomelodien und warmen Synthie-Einlagen für eine gelungene Atmosphäre, bei der Gitarren – abgesehen vielleicht von akustischen Varianten – vermutlich nur störend wirken würden.
Damit ist bereits klar, dass sich “A Rainy Day In Bergen” nicht in temporeichen Gefilden tümmelt.
Vielmehr geht es bedächtig, ruhig und teils melancholisch tragend zu.
Insbesondere durch den Gesang von Pasquale Aliberti, der zudem am Bass tätig ist, transportiert die Band Emotionen an den Hörer, die stellenweise zudem von paukenähnlichen Strukturen begleitet werden, wie “A Thousand Universes” unter Beweis stellt.
Dieser Song, gegen Mitte des Werkes platziert, ist es auch, der einen wahren Höhepunkt des gesamten Albums bildet.
Gefühlvoller Gesang und dunkle Klaviertöne in Moll lassen den Titel lebendig und zugleich traurig aus den Boxen schallen, was beim Hörer nachhaltig zu wirken weiß. Schnell verliert man sich in den durch wechselndes Tempo arrangierten Song.
Nicht nur ohne Gitarren, sondern auch ohne Gesang kann man sich “A Thousand Universes” durchaus vorstellen, wenngleich dies schade wäre, denn stimmlich überzeugt Aliberti auf ganzer Linie, obschon er sehr reduziert agiert.
Zwar greift man das eine oder andere Mal auf leichte elektronische Verzerrungen im Gesang zurück (so beispielsweise in “Gotta Enjoy”), doch die meiste Zeit reicht das Timbre Alibertis vollkommen aus, um das Ziel eines jeden Liedes zu erreichen. Auch auf mehrstimmige bzw. echohafte Aspekte hätte man verzichten können, wenngleich sie nicht wirklich störend wirken.
Viel zu schnell erreicht “A Rainy Day In Bergen” trotz der teils langsamen Tracks sein Ende. Dies fällt positiv auf, während jedoch der Eindruck bleibt, dass es an Abwechslung ein wenig mangelt.
Recht ähnlich und somit auf Dauer monoton folgt eine balladeske Nummer der anderen.
Dass dadurch eine Atmosphäre aufrechterhalten wird, die fast schon Soundtrackcharakter annimmt, spricht jedoch wieder für den Silberling.
Und so bleibt ein sehr guter Gesamteindruck, der eine Wertung von 9 Punkten zur Folge hat. Gleichzeitig sei aber gesagt, dass “A Rainy Day In Bergen” vor allem in der kalten Jahreszeit zur vollen Entfaltung kommt.
Ungewöhnlich, aber gut, das sind A Rainy Day In Bergen!
A Rainy Day In Bergen – “Struggling For Breath”

(© A Rainy Day In Bergen)
Trackliste
01 Perhaps
02 It Has Left
03 Struggling For Breath
04 Grey Haze
05 A Thousand Universes
06 Gotta Enjoy
07 My Way To
08 Children On Birthday
09 Worried About Everything
10 Not Beyond Tomorrow






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