18 SUMMERS – The Magic Circus
von blackrose
- Verlag : Synthetic Symphony / SPV
- Bewertung : 9 von 10 Punkte
- Format : CD
- Veröffentlichung : 23.03.2012
- Spielzeit : 54:41 min

18 SUMMERS – The Magic Circus (© Synthetic Symphony / SPV)
Spätestens das 2001 erschienene Album “Phoenix From The Flames” brachte der Band Silke Bischoff im Umfeld der Gothic-Szene Kultstatus ein. Und so konnte man auch nach der Umbenennung in 18 Summers im Jahre 2002 an ehemalige Erfolge beständig anknüpfen.
Nichtsdestotrotz war es lange ruhig um die beiden Mannen Felix Flaucher und Frank Schwer, die fortan die Besetzung des Projektes darstellten.
Dies wird nun mit “The Magic Circus” geändert, dem neuen Album von 18 Summers, mit dem man musikalisch an die Vergangenheit anzuschließen versucht und sich doch ein wenig anders präsentiert.
Auffallend wird dies bereits im Artwork des Silberlings.
Während vergangene Scheiben meist weibliche Models zierten, gibt man sich nun minimalistisch edel, schlicht und zugleich romantisch.
Zum musikalischen Inhalt, der auf “The Magic Circus” geboten wird, passt dies ganz gut.
Diesbezüglich zeigt sich abermals Roman Schönsee für die Produktion verantwortlich und so verwundert es nicht, dass – nicht zuletzt selbstverständlich auch aufgrund des hohen Wiedererkennungswerts der Band – 18 Summers eindeutig als selbige (und als frühere Silke Bischoff) herauszuhören sind.
Träumerisch gleiten die insgesamt zehn Songs, umrahmt von einem “Intro” und “Outro”, dahin und hinterlassen mächtigen Eindruck auf den Hörer, der emotional berührt wird und sich in die Mehrheit der Titel fallen lassen kann.
Immer wieder drängen sich zudem clubtaugliche, tanzbare Songs (z.B. “Dream Machine” oder “The Strange Fruit”) in das eher ruhige, besinnliche Gesamtgeschehen, das zu keinem Zeitpunkt langweilig oder gleich klingt.
‘Pop Surrealism’ wäre vielleicht die passende Bezeichnung für die Umschreibung der einzelnen Songs, die jeder für sich genommen kleine Kunstwerke geworden sind, sofern man 18 Summers denn unbedingt irgendwo einordnen möchte.
Ganz im Stile von “Phoenix From The Flames” entfaltet sich beispielsweise der Opener auf einnehmende Art, die sich zu steigern weiß.
Die eingefügten Samples wären daher gar nicht nötig gewesen, sorgen aber dennoch für das gewisse Etwas.
Sprachgesang mit zarter, kühler Klangfarbe, die gleichzeitig eine Wärme auszustrahlen vermag, ergänzt den Titel und entwickelt sich zu dichten Gesangslinien im Refrain. Dieser kann sich fortan gar nicht oft genug wiederholen, so schmeichelt er die Gehörgänge.
Gitarren sind in “Deep In Your Heart” zu hören, denn diese prägen das Intro zum Song.
Doch trotzdem mischt man balladeske Momente unter die tanzbare Nummer, sodass der Hörer zwiegespalten ist: frönt er nun der Melancholie oder schwingt er das Tanzbein?
“Underworld” wird erneut elektronischer und gemäß Titel auch düsterer.
Verzerrter Gesang gesellt sich zu den reinen Tönen in Strophe und Refrain, während die Lyrics erstmals ebenfalls auf Deutsch vorgetragen werden. Gerade diese Mischung der englischen und deutschen Texte in “Underworld” lassen den Hörer aufmerken und sorgen für ein gelungenes Überraschungsmoment. Schade, dass sich das Duo nicht dazu entschieden hat, mehr deutsche Texte auf “The Magic Circus” beizusteuern.
Was allerdings insgesamt fehlt, sind Songs, die sich dauerhafter einprägen. Während “Phoenix From The Flames” noch heute in den Ohren nachhallt, ist “The Magic Circus” eher eine Momentaufnahme. Dies ist jedoch Geschmackssache.
Frisch, modern, vor allem leichtfüßig und doch wie eh und je melden sich 18 Summers auf “The Magic Circus” zurück und lassen darauf seichte elektronische Musik mit Pop-Attitüde und Wave-Einfluss verschmelzen.
Entstanden ist auf diese Weise ein prall gefülltes Album mit Refrainstärke, das ganze 9 Punkte verdient und sowohl alten Fans von Silke Bischoff, 18 Summers, Witt oder Wolfsheim eine wahre Hörfreude beschert als auch für all jene eine Empfehlung wert ist, die auf durchdachten ‘Synth Pop’ stehen.

(© 18 Summers)
Trackliste
01 Intro
02 Chippewa Lake Park
03 Deep In Your Heart
04 Underworld
05 Dream Machine
06 The Strange Fruit
07 Beautiful Day
08 Radio S.A.T.A.N
09 The Magic Circus
10 Queen For A Day
11 The Funeral
12 Secretly
13 Outro










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